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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Juli 2017
... 0,25% Plus im schwierigen Umfeld fallender Börsen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

es wird allerhöchste Zeit, die Tagebucheinträge vom Juli zu versenden. Urlaubszeit einerseits und die Vorbereitung der in zwei Wochen startenden Hidden Champions Tour andererseits sowie der an feste Termine gebundene Fonds-Newsletter "VV-Basis" (im Abonnement erhältlich) haben die zur Verfügung stehende Zeit schon wieder viel zu schnell verstreichen lassen. Aber mit dem Monatsbericht waren Sie über die Entwicklungen ja bereits informiert. Nun geht es um die Details, die mich im vergangenen Monat im Zusammenhang mit dem Fondsmanagement beschäftigten. Inzwischen sind die teilweise nur als Stichwort notierten Ereignisse ausgearbeitet.

Ein Hinweis noch: Bei älteren Browsern kann die Formatierung dieser Mail teilweise nicht korrekt wiedergegeben werden. Klicken Sie einfach auf den obigen Link, um eine schönere Ansicht zu erhalten. Viel Vergnügen wünscht ...

Ihr/Euer Jürgen Dumschat


Mittwoch, 05.07.2017

In der heutigen Online-Ausgabe des EXtra Magazins, ein ETF-Newsletter, erfahren wir, dass es nun auch ETF´s auf Multi Asset-Strategien gibt:


Na prima, dann brauchen wir ja nun wirklich keine aktiv gemanagten Fonds mehr. Stellt sich die Frage, wer denn verantwortlich dafür ist, die Risiken herunter- und die Gewinne hochzufahren? Irgendwie muss der dem ETF zugrunde liegende Index ja zustandekommen. Interessiert man sich näher, so erfährt man, dass der zugrunde liegende Index ein Long-Engagement in einer Kombination aus einem Risikoanlagen- und einem Barmittel-Portfolio spiegelt. Das Risikoanlagen-Portfolio besteht aus ETFs, die eine Vielzahl von Anlageklassen nachbilden. Gemäß einem Verfahren zur Mittelwert-Varianz-Optimierung werden die einzelnen Bestandteile im ETF gewichtet. Natürlich sind die niedrigen Kosten (pauschal 0,55% p.a.) ein Kernargument für diese modifizierte Form des Multi Asset-Managements.

Ob im Rahmen der Umsetzung der Strategie vorab Kosten anfallen, die im zugrunde liegenden Index bereits "verarbeitet" sind, erfährt man natürlich nicht. Schließlich geht es ja bei einem Indexfonds darum, einen Index abzubilden und nur die vom Indexergebnis in Abzug zu bringenden Kosten (also die 0,55% p.a.) sind ausweispflichtig. Aber selbst wenn keine weiteren Kosten anfallen, so ist doch immer noch die Frage, ob man diesen ETF nur kauft, weil er kostengünstiger ist oder ob man tatsächlich davon ausgehen kann, dass die geringeren Kosten dann im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds unterm Strich auch zu einem besseren Ergebnis führen. Den folgenden Vergleich werden eingefleischte "Geiz-ist-geil-Anleger" natürlich gar nicht erst aufmachen ... sollten Sie aber:


Auch wenn das nur ein kurzer Betrachtungszeitraum ist, weil es den Ossiam-Fonds erst seit Ende letzten Jahres gibt, so sieht man doch auf Anhieb, was mit dem MBUI-Motto "Mehrwert in jeder Phase" gemeint ist. Einziger Nachteil: Das bessere Ergebnis wurde mit höheren Kosten erzielt, die aber selbstredend im Ergebnis bereits berücksichtigt sind.

Wer die weitere Entwicklung verfolgen möchte: Die WKN des Ossiam-Fonds lautet A2ANVR.

Apropos Kosten: Da die Transaktionskosten im (noch nicht vorliegenden) Jahresbericht wohl nicht ausgewiesen sein werden, weil die Depotbank - wie üblich - den Kaufpreis (bzw. den Verkaufserlös bei Liquidation eines Fonds) um die Transaktionskosten erhöht (bzw. verringert), habe ich mal durchgerechnet, wie hoch die Transaktionskosten in 2016 und im ersten Halbjahr 2017 waren. In 2016 fielen Transaktionskosten in Höhe von 3.300 Euro an. In Relation zum Fondsvolumen per Jahresende waren dies 3,19 Basispunkte (das gesetzte Ziel war, die Transaktionskosten unter 5 Basispunkten (0,05%) pro Jahr zu halten.

Im ersten Halbjahr reduzierten sich die Transaktionskosten, da ja ein erheblicher Teil des Fondsvolumens bereits investiert war. Dementsprechend beliefen sich die Transaktionskosten im ersten Halbjahr 2017 nur noch auf 1,28 (!) Basispunkte.

Schade, dass die Transaktionskosten in der TER (auch nach MiFid 2) nicht berücksichtigt werden. Dabei wäre es - wenn man schon die Kosten gesondert beurteilen will - sicherlich wichtig, auch die Höhe der Transaktionskosten zu wissen. Fonds, die bspw. monatlich rebalancen oder Fonds, die ihre Allokation ständig den aktuellen Marktentwicklungen anpassen, kommen nämlich schnell auf ein Vielfaches der MBUI-Transaktionskosten. 

Ab dem nächsten Jahr müssen (aufgrund der in Kraft tretenden Mifid 2-Umsetzung) die Fondskosten aber inkl. der Kosten der Zielinvestments angegeben werden. Wer sich mal das Factsheet seit Abschluss des ersten MBUI-Geschäftsjahres angesehen hat (wer macht das schon?), der wird festgestellt haben, dass die TER nach dem ersten Jahr seit MBUI-Auflage spürbar angestiegen ist. Universal Investment setzt hier bereits die ab 2018 geltenden Vorgaben um und errechnet die TER des MBUI inkl. der Kosten der Zielfonds, wobei die Kickbacks natürlich gegengerechnet werden. Wer nun eine böse Enttäuschung erwartet, wird angenehm überrascht sein, den  die TER ist lediglich auf 2,51% gestiegen, ein Wert, der aufgrund der realen Zahlen des ersten Geschäftsjahres ermittelt wurde. Damit sind die doppelten Kosten aufgrund der Dachfonds-Struktur auf rund 0,6% p.a. beschränkt, wobei natürlich noch nicht berücksichtigt ist, dass es bei einer ganzen Reihe von Zielfonds Kostenvorteile gegenüber der Retail-Anteilsklasse gibt. Diese Kostenvorteile führen ebenso zu einer verbesserten Performance gegenüber einem Retail-Anlegerdepot wie die allokierten Zielfonds, die für Neuanleger nicht mehr verfügbar sind, um die Mittelzuflüsse zu begrenzen. Der Anteil der Fonds im Soft- oder Hard-Closing macht aktuell immerhin rund 38% des MBUI-Fondsvolumens aus.

Mittwoch, 12.07.2017

Letzte Woche habe ich noch die eher rhetorische Frage gestellt, wer sich wohl das Factsheet eines Fonds anschaut, schon ist es geschehen. Sehr zu Recht hat nämlich jemand die Frage gestellt, warum sich das Fondsvolumen aus
  • Fondsanteilen
  • Fondsanteilen Aktien und
  • Fondsanteilen Renten
zusammensetzt, obwohl doch ausschließlich in vermögensverwaltende Multi Asset- und Alternative-Fonds investiert werden soll. Gut aufgepasst ... und natürlich zielt der MBUI nicht auf Aktienfonds und schon gar nicht auf Anleihenfonds. Es handelt sich hier schlichtweg um falsche Klassifizierungen, die der KVG von WM (Wertpapier Mitteilungen) täglich geliefert werden. Eine abweichende Klassifizierung bei Universal Investment würde nichts bringen, da diese täglich durch die neue Datenlieferung überschrieben werden würde. Also ist der "Emcore COP" kein Währungs-Optionsfonds sondern ein Rentenfonds und die verschiedenen Long/Short-Aktienfonds bzw. Aktienfonds mit einem flexiblen Cashanteil und der Möglichkeit der Absicherung der Aktienbestände über Derivate sind eben im Factsheetausweis nichts anderes als vermeintlich normale Aktienfonds, was natürlich nicht stimmt. Sei´s drum ... Tagebuchleser wissen, was die tatsächlichen Zutaten des MBUI sind.  

Freitag, 14.07.2017

Der MBUI ist noch keine 14 Monate alt und alles deutet darauf hin, dass hinsichtlich der Volumenentwicklung das gemäß dem LORIAC-Businessplan für das Ende des zweiten Jahres vorgesehene Volumenziel erreicht ist. Noch liegen mir nicht alle Zielfondskurse vor, doch es sieht alles danach auch, dass heute die Hürde von 15 Millionen Euro geknackt wird. Die Bestätigung gibt es natürlich erst am Montag, wenn der heutige Anteilspreis publiziert wird. Sollte es wieder Erwarten nicht klappen, so dürfte sich die Freude nur um einen Arbeitstag verschieben, denn heute gingen bei der MBUI-Depotbank weitere knapp 100.000 Euro ein. Erfreulich, dass sich die Volumenentwicklung derart beschleunigt:


Dank an alle, die dazu beigetragen haben!

Noch etwas nicht ganz Unwichtiges:

Seit heute gibt es ein neues KIID, in dem nun die im Vorjahr angefallenen Kosten (TER) beziffert sind. Hier sind nun die bereits am 05.07.2017 angesprochenen laufenden Kosten in Höhe von 2,51% zu finden. In der ersten Version des KIID´s wurden die Kosten nicht weiter erläutert. Auf unsere Anregung hin wurde nun aber in Klammern der Zusatz "unter Berücksichtigung der Kosten der Zielfonds" eingefügt, so dass klar ist, dass hier bereits der Kostenausweis erfolgt, wie er ab 2018 vorgeschrieben ist. Das aktuelle KIID finden Sie auf der MBUI-Website in der Rubrik "Über den Fonds -> "Verkaufsunterlagen" (direkter Link zum KIID). Danke an dieser Stelle an UI für die unkomplizierte und schnelle Einfügung dieses Zusatzes im KIID.

Dienstag, 18.07.2017

Von der Prognose, dass die Parität zwischen US Dollar und Euro vor der Tür steht, haben sich die Marktteilnehmer wohl schon bis auf Weiteres verabschiedet. Doch der Euro steigt und steigt - alleine heute (Stand: 12:25 Uhr) gab es ein Plus von 0,71%. Seit Jahresbeginn ist der Euro gegen den US Dollar um 9,85% gestiegen. Das beeinträchtigt die Exporterträge und mindert die in Euro umgerechnete Wertentwicklung von US-Investments. Auf einmal sind wieder die gegen den Euro gehedgten Anteilsklassen der US-Anbieter die bessere Wahl. Da zeigt sich dann die wahre Managementleistung, die zuvor oft nur durch den starken US Dollar aufgehübscht war. Lesen Sie dazu doch noch mal den Tagebucheintrag vom 25.10.2016. Seitem sieht der damals gezeigte Vergleich von Original-Anteilsklasse (US Dollar in Euro umgerechnet) mit der gehdgten Anteilsklasse (US Dollar gegen Euro gehedgt) deutlich anders aus:


Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe damals keineswegs den Versuch unternommen, die weitere Entwicklung dieses Währungspaares zu prognostizieren. Mir ging es nur darum, darauf hinzuweisen, dass viele Anleger Fonds aufgrund einer vermeintlich guten Wertentwicklung kaufen, die jedoch mit der Leistung des Fondsmanagers nichts zu tun hatte. Die Quittung gibt es nun: Seit Jahresbeginn hat die Original-Anteilsklasse gut 7% verloren, während die Euro-gehedgte Anteilsklasse die eher verhaltene Wertentwicklung (aktuell 3,97% - kumuliert - über drei Jahre) fortschreibt. Es mag sein, dass Dachfonds-Manager und Vermögensverwalter gezielt auf die US Dollar-Performance gesetzt haben. Ich wüsste dann gerne, wann sie die Reißleine gezogen haben. Ich traue mir derartiges Timing nicht zu, bin jedoch hocherfreut, dass der jüngst allokierte Währungs-Optionsfonds "Emcore COP", der aber nur qualifizierten Anlegern mit einer Mindestanlagesumme von 100.000 Euro angeboten werden darf, diese Entwicklung bestens gemeistert hat. Immerhin liegt der Fonds über die ersten neun Monate seit Auflage mit knapp 5% im Plus und nahe bei seinem Allzeithoch:


Vor allem aber beweist sich der Fonds, dessen Echtgeldhistorie wir ja bereits seit Ende 2013 verfolgen können, als marktunabhängiges Investment, welches von einem Absturz der Aktienmärkte völlig unbeeindruckt bleibt.

Mittwoch, 19.07.2017

Kleines Ratespiel gefällig? Ordnen Sie den folgenden fünf Fonds die richtige Performance über die letzten drei Monate zu:

Fonds (in alphabetischer Reihenfolge)  
 3M-Performance 
 DJE Zins & Dividende
             ?
 Ethna AKTIV
             ?
 FvS Multiple Opportunities
             ?
 Mehrwertphasen Balance UI
             ?
 Nordea 1 - Stable Return
             ?

Folgende Performance-Werte stehen zur Auswahl:

                                        +1,44% / + 0,85% / +0,26% / -0,12% / -1,51%

Der spontane und logische Gedankengang wird wohl bei vielen Lesern sein: Wenn ich schon so frage, dann gehört wahrscheinlich die höchste Performance zum MBUI. Doch schon beginnen die Zweifel: Kann der MBUI tatsächlich solche Top-Fonds über die letzten drei - wie immer nicht einfachen - Monate geschlagen haben? Schließlich reden wir hier von milliardenschweren Fonds mit überwiegend bester Reputation. Zudem muss der MBUI neben den Kosten der Zielfonds auch noch die draufgesattelten Dachfondskosten verdienen.

Also fangen wir mal von hinten an: Wer könnte denn die schlechteste Performance über die letzten drei Monate erzielt haben? Reflexartige Antort (ich habe es ausprobiert!): "Wahrscheinlich der Ethna AKTIV - oder?" Und wer könnte der beste (ggfs. der Zweitbeste, falls der MBUI tatsächlich der Beste war) gewesen sein? Na klar, der bei fast allen Pools und Plattformen meistverkaufte Fonds, also der "FvS Multiple Opportunities" (ebenfalls eine "echte" Antwort). Aber dann müssten ja die beiden Fonds von Nordea und DJE mehr oder weniger seitwärts gelaufen sein - kann das sein?

Natürlich wird es auch Leser geben, die - völlig nachvollziehbar - sagen: "Was interessieren mich die Ergebnisse der letzten drei Monate? Über einen so kurzen Zeitraum kann doch gar keine vernünftige Bewertung der Leistung erfolgen!" (theoretisch denkbare Reaktion, die mir aber so nicht begegnete). Dem würde ich zumindest entgegenhalten, dass es für alle fünf Fonds exakt die gleichen Marktbedingungen über exakt den gleichen Zeitraum waren. Da kann man schon einiges ablesen, wenn man sich das Ganze in einer Grafik anschaut, denn über einen solch kurzen Zeitraum sieht man deutlich mehr Details als in einer Fünf-Jahres-Grafik.


Nun ist die Verwirrung aber im Zweifelsfall noch größer, denn der Drei-Monats-Beste ist erst am stärksten gestiegen, um dann am wenigsten zu verlieren! Das scheint kein Fall aus dem Lehrbuch zu sein.

Nun, ich mache es kurz: Der Zweitbeste über die letzten drei Monate war entgegen allen Erwartungen der "Ethna AKTIV", dessen Volumen für meine Begriffe ungerechtfertigterweise halbiert wurde, weil - wie bei jedem Fondsmanager - auch mal falsche Entscheidungen beim diskretionären Management getroffen wurden. Der Drittbeste war der "DJE Zins & Dividende" gefolgt vom "Nordea 1 - Stable Return". Das Schlusslicht war dieses Mal tatsächlich der "FvS Multiple Opportunities", womit dann auch klar ist, wer der Drei-Monats-Sieger nach Performance, aber vor allem auch nach Chance/Risiko-Profil, war.

Nun denn, was sind schon drei Monate. Doch die Überraschung dürfte noch größer sein, wenn ich nun anführe, dass nur einer der vier verglichenen Fonds den MBUI auch über ein Jahr geschlagen hat. Hier der Vergleich über ein Jahr:


Überraschend dürfte auch sein, dass der "FVS Multiple Opportunities" über ein Jahr exakt die gleiche Performnce ausweist wie der "Ethna AKTIV". Dem einen fließen die Milliarden zu, die dem anderen abfließen. Der MBUI verwaltet per heute 15,26 Millionen. Die Welt ist nicht gerecht.

Den erneuten Hinweis, dass der MBUI nicht zum Ziel hat, die hier verglichenen Fonds dauerhaft zu schlagen, erspare ich mir an dieser Stelle, denn Sie wissen es längst. Im Gegenzug soll es natürlich im Ernstfall beim MBUI auch längst nicht so hohe Drawdowns wie bei anderen geben. Ein fairer Deal?

Donnerstag, 20.07.2017

Regelmäßig werden seit einiger Zeit auf www.brokervergleich.de die Ergebnisse der repräsentativen Portfolios der Online-Robo Advisor veröffentlicht. Es waren zunächst nur wenige Anbieter. Bis April des Jahres konnten dann immerhin schon die Ergebnisse von acht Anbietern getrackt werden. Seit Mai sind es nunmehr 11 Robo Advisor-Portfolios, deren Ergebnisse hier gezeigt werden und ich habe mich mal dafür interessiert, wie die unterschiedlichen Portfolios abgeschnitten haben. Achtung: Es handelt sich um unterschiedlich risikoreiche Portfolios. Wer es also genauer wissen will, klickt obigen Link. Hier die Ergebnisse des zweiten Quartals im Vergleich:


Ach ja richtig: In der nach Quartalsperformance sortierten Übersicht steht ganz oben ein Fonds, der von einem richtigen Menschen aus Fleisch und Blut, nämlich mir, gemanagt wird.

Angesichts dieser Ergebnisübersicht bekomme ich weder Albträume noch Existenzängste. Die meisten Robo Advisor haben natürlich nicht nur ein Portfolio am Start. In der Regel sind die zugrunde liegenden Konzepte jedoch nur nach Risiko skaliert. Der mit Abstand größte Anbieter, Scalable Capital, präsentiert hier das mit Abstand schlechteste Ergebnis. Zur Ehrenrettung sei darauf hingewiesen, dass es sich hier um ein chancenorientiertes Portfolio handelt, welches mit einem Value-at-Risk-Ansatz (VaR = 20%) skaliert wird.

Mein Respekt vor der VaR-Kennzahl ist allerdings selbst mit dem Rasterelektronenmikroskop kaum erkennbar. Da bin ich übrigens mit einem der Entwickler dieser Kennzahl, Dr. Frank Schmielewski, sehr einig.

Die aktuelle Scalable-Allokation ist mit 57% Aktien, 33% Anleihen, 5% Immobilien, 4% Rohstoffe und 1% Cash allerdings nicht gerade hochspekulativ und die Mehrzahl entsprechend aufgestellter Mischfonds mit aktivem Management düfte im zweiten Quartal wohl - teilweise sehr deutlich - besser abgeschnitten haben. Ich bin gespannt, wie sich dieses Scalable-Portfolio in der nächsten größeren Krise entwickelt. Immerhin hat sich mit Blackrock der weltgrößte Vermögensverwalter maßgeblich an Scalable Capital beteiligt.

Montag, 24.07.2017

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit einem Fondskonzept, welches mir bei einer "Zigarillopause" bei der funds excellence grob in der Raucherecke vor der Eingangstür skizziert wurde, was mein Interesse weckte. Gemanagt wird der Fonds von einer im Jahr 2010 gegründeten Gesellschaft, die sich ausschließlich auf Anlagemöglichkeiten im Versicherungssektor spezialisiert hat. 40 erfahrene Fachleute kümmern sich in Zürich, London und inzwischen auch New York um die verschiedenen Möglichkeiten, in und mit Versicherungen zu investieren. Vom Aktienkapital über vor- und nachrangige Anleihen bis hin zu Cat-Bonds, Rückversicherungsverträgen und Private Debt wird in alles investiert, was in der Versicherungsbilanz Bedeutung hat.

Ich lernte zum Beispiel, dass es alleine in Europa ca. 4.000 nicht an der Börse gelistete Versicherungsunternehmen gibt, die mit größtenteils kerngesunden Bilanzen mit Private Debt finanziert werden. Für den Fonds bedeutet dies aktuell, dass in Solvency II-konforme Eigenmittel mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren mit einer durchschnittlichen Rendite (vor Fondskosten) von 6% bis 8% p.a. investiert wird. Da Private Debt - wie der Name schon sagt - nicht an öffentlichen Börsen gehandelt wird, gibt es hier auch keine täglichen Kursschwankungen.

Auch die Auslagerung von Rückversicherungsrisiken ist wirtschaftlich interessant. Der private ILS-Markt umfasst global ein Volumen von ca. 45 Milliarden US Dollar. Die Transaktionen haben in der Regel eine Laufzeit von 6 bis 12 Monaten und eine Zielrendite in der Bandbreite von 6% bis 10% pro Jahr.

Während die Investition in Versicherungsaktien und -anleihen sowie in Cat Bonds UCITS-konform ist, handelt es sich bei den zwei zuvor beschriebenen Teilstrategien um Assets, die nur im Rahmen eines AIF allokiert werden können. Aus diesem Grund darf dieser Fonds nur an "qualifizierte Anleger" verkauft werden, wofür die Mindestanlagesumme üblicherweise 100.000 Euro beträgt. Im Rahmen eines Dachfonds ist das natürlich kein Problem. Der "Versicherungs-Mischfonds" wird im MBUI zunächst mit einem Zielvolumen von 2,50% gewichtet. Zu diesem Zweck werden zunächst 2,9% des Fondsvolumens (= ca. die Hälfte der zur Verfügung stehenden Liquidität) investiert. Über weitere Mittelzuflüsse sinkt der Anteil dann automatisch.

Die insgesamt fünf Teilstrategien des Fonds haben einen hohen Diversifizierungsgrad, da sie teilweise komplementäre Entwicklungen aufweisen. Zum Teil unterliegen diese Entwicklungen einem berechenbar saisonalen Muster, welches sich das Management bei der Gewichtung der Teilstrategien zunutze macht, um die Ertragsentwicklung zu verstetigen.Die Teilstrategien werden bereits seit Jahren mit Erfolg gemanagt. Die Zusammenführung aller Teilstrategien zum "Best Ideas-Konzept" dieses Fonds erfolgte allerdings erst mit Fondsauflage im März 2016.

Seitdem wurde eine annualisierte Rendite von 8,91% p.a. bei einem Maximum Drawdown von 1,82% erzielt. Eine derartige Chance/Risiko-Relation haben nur ganz, ganz wenige Fonds. Trotzdem bleibe ich zunächst bei der Zielgewichtung von 2,5%. Bei anhaltend guten Erfahrungen mit diesem Konzept ist eine sukzessive Höhergewichtung jedoch durchaus denkbar.

Der "Versicherungs-Mischfonds" wird nur einmal wöchentlich (am Freitag) gehandelt. Die Kursmitteilung erfolgt am darauffolgenden Mittwoch. Übrigens: Auch dieser Fonds ist trotz seines Multi Asset-Ansatzes (investiert wird ja neben Cat Bonds und Private Debt auch in Versicherungsaktien) bei WM Wertpapier Mitteilungen als Rentenfonds qualifiziert, so dass nun vermeintlich bereits zwei Rentenfonds mit zusammen mehr als 5% Anteil am MBUI-Volumen allokiert sind, was natürlich nicht der Realität entspricht.    

Montag, 31.07.2017

Keine Spur von Sommerflaute: Im Juli waren die Märkte zwar kurzfristig sogar volatiler als im Vorfeld der französischen Präsidentenwahl. Die Volatilität gemssen am VDAX, die Mitte März mit 11,027 ein historisches Tief erreicht hatte, ist kurzzeitig auf über 15% gestiegen, um gleich wieder in Lethargie zu verfallen. Das Risikobewusstsein der Anleger scheint betäubt zu sein. Schaut man auf den amerikanischen Markt, so war die realisierte Volatilität in den letzten 90 Jahren nur in 3% aller Handelstage geringer als derzeit. Man könnte meinen, dass es an Themen fehlen würde, die für Unsicherheit sorgen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Rechnen die Märkte vielleicht damit, dass der Spuk im Weißen Haus schon bald ein Ende haben könnte? Ein weiteres Eskalieren der von Donald Trump angezettelten Konflikte müsste nämlich die Märkte in Furcht und Schrecken versetzen.

Der DAX hat sich von seinem Höchststand im Juni auf jeden Fall schon wieder um 5,98% entfernt. Der EuroSTOXX 50 TR liegt aktuell 4,77% unter seinem (bereits im Mai erreichten) Höchststand. In Amerika gibt es zwar neue Indexhöchststände - allerdings nicht aus Sicht europäischer Anleger (ich komme noch darauf zu sprechen).

Der MBUI hat sich von diesem Umfeld wenig beeindrucken lassen. Seit Jahresanfang schneidet er nun sogar besser ab als der "Pantoffel-Portfolio-Mix" von FINANZTEST (50% deutsche Aktien und 50% deutsche Anleihen):


Und wer das - aus Sicht eines Euro-Anlegers - im europaweiten Vergleich beurteilen möchte, der sieht, dass ich den MBUI mit dem Mix aus DAX TR und REXP nicht schönrechnen wollte:


Und auch durch den Austausch des europäischen gegen den globalen Aktienindex (das entspräche dann in etwa dem von Morningstar zwangsverordneten Index) ergibt sich kein schlechteres Bild für den MBUI im laufenden Jahr - im Gegenteil, denn im Gegensatz zu den letzten Jahren hat es sich nun ausgezahlt, nicht zu 50% in den MSCI World zu investieren, was auf einen 26%-igen US-Aktienanteil im Portfolio hinauslaufen würde:


Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass der MSCI World in diesem Jahr um 12,51% zugelegt hat und von einem Allzeithoch zum nächsten geklettert ist. Dies ist die Entwicklung in US Dollar, während in obiger Grafik die Umrechnung in Euro zugrunde liegt. Die nächste Grafik zeigt, wie sich der MBUI im Vergleich dazu für einen US-Anleger rentiert hätte (nur theoretisch, denn tatsächlich dürfen US-Anleger gar nicht in den MBUI investieren):


Und ... habe ich es nicht angekündigt? Wenn die Märkte schlechter laufen, läuft der MBUI in Relation dazu, aber auch in Relation zu den Morningstar-Vergleichsgruppen, deutlich besser. Das Durchschnittsergebnis flexibler globaler Mischfonds wurde in diesem Jahr sehr deutlich outperformt. Dass sich der MBUI in dieser Vergleichsgruppe nicht wohlfühlen kann, ist bekannt. Im Vergleich zum Schnitt der defensiven Mischfonds liegt die Outperformance in den ersten sieben Monaten des Jahres bei 2% - das ist ordentlich ... aber auch kein Wunder, denn nun ist es definitiv soweit, dass auf der Anleihenseite im Großen und Ganzen nichts mehr zu holen ist (es sei denn man geht unverhältnismäßig hohe Risiken ein).


Der MBUI hat in diesem eher zu Verlusten neigenden Marktumfeld im Juli um 0,25% zulegen können. Die Volatilität seit Auflage (berechnet auf täglicher Basis) ist auf 2,36% zurückgegangen. Alle weiteren Informationen können dem Monatsbericht bzw. dem Factsheet per 31.07.2017 entnommen werden.

Ich hoffe, ich habe Sie/euch nicht gelangweilt. In diesem Sinne ...
Ihr/Euer Jürgen Dumschat

Wichtiger Hinweis:

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