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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Februar 2018
... Flash-Crash oder Krise? Mindestaktienquote für den MBUI!

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

es mag langweilig anmuten, wenn ich immer wieder darauf hinweise, wie stabil sich der MBUI in den Abwärtsphasen der Märkte verhält. Ende Februar war es nun vier Monate her, dass der EuroSTOXX 50 TR sein letztes Allzeithoch markiert hat. Im Februar lag der Index im Zuge des Flash-Crashs in der Spitze um 9,74% tiefer als am 01.11.2017. 


Ob das nun schon alles war, oder ob es noch schlimmer kommt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Klar ist, dass eine Krise, wie sie irgenwann mal wieder auf der Tagesordnung stehen wird, deutlich schlimmere Ausmaße haben wird. Insofern war der Flash-Crash vom 09. Februar allenfalls eine Art "Friendly Reminder", der daran erinnern sollte, dass die Volatilität noch lebt und selbst eine erstaunlich hohe Volatilität an den Tag legen kann.

Lesen Sie, was im Februar ansonsten noch passierte und was so wichtig war, dass es mir einen Tagebucheintrag Wert war.

Ihr/Euer Jürgen Dumschat



Freitag, 02.02.2018

Deprimierende Börsen, Talfahrt der Anleihenkurse - wie schnell doch die Stimmung drehen kann. Doch einen Positivrekord gibt es heute zu vermelden: Der heutige Netto-Mittelzufluss für den MBUI ist mit 820,157 Euro der höchste überhaupt. Danke für das Vertrauen ... dabei ist der Monatsbericht für Januar noch gar nicht versandt (ich arbeite dran).

Aber es gibt noch eine gute Nachricht: Murphy´s Gesetz funktioniert. Die schlechte Nachricht in diesem Zusammenhang: Diese Erkenntnis kann auch gegen den MBUI laufen. So geschehen bei dem schon längere Zeit in Erwägung gezogenen Verkauf des "Defensiven Global Macro-Fonds 1" mit dessen Entwicklung ich schon seit Monaten hadere. Zuletzt funktionierte auch die negative Korrelation auf Tagesbasis nicht mehr. Während der Fonds noch im vergangenen Jahr häufiger positiv performte, wenn die Mehrzahl der MBUI-Zielfonds gegenüber dem Vortag kein Plus erzielen konnte, ist dem Fonds diese Fähigkeit seit einigen Monaten völlig abhanden gekommen.

Also ging vorgestern die Verkaufsorder raus. Und nun kommt Murphy ins Spiel: In den zwei Tagen von Erstellung bis Ausführung der Verkaufsorder verlor der Fonds 1,49%, was rund 40% des gesamten Verlustes seit Kauf der Position ausmachte:


Glücklicherweise (tatsächlich natürlich war es kein Glück sondern gezielte Zurückhaltung mit Nachinvestitionen) war dieser Fonds mit 1,37% die kleinste Position im MBUI.

Jegliche Überzeugung lässt auch der "Deutsche Concept Kaldemorgen" vermissen. Die letzten Monate dümpelte der Fonds vor sich hin. Es schien ein toller Deal zu sein, dass ich in die Versicherungs-Anteilsklasse, deren Mindestanlagesumme zwischenzeitlich auf 2 Millionen Euro heraufgesetzt wurde, investieren konnte. Diese berechnet - bei ansonsten gleichen Konditionen - keine Performance-Fee, was bis zum Zeitpunkt der Investition pro Jahr im Schnitt immerhin fast 1% Performance-Plus gegenüber der Retailanteilsklasse ausmachte. Just seit der Investition des MBUI gab es keine Performance-Fee mehr - mangels Performance. War da etwa schon wieder Murphy im Spiel?

Die Liquidität aus dem Verkauf kann ich gut gebrauchen, denn ich habe auf dem Fondskongress mit einem britischen Fondsanbieter vereinbart, dass ich bereits mit 1 Million Euro in die Stiftungsanteilsklasse des "Diversified Income-Fonds 1" investieren kann, deren Mindestanlagesumme im Normallfall 10 Millionen Euro beträgt. Statt 1,05% Verwaltungsgebühr (keine Bestandsprovision einkalkuliert) beträgt diese in der Stiftungsanteilsklasse nur 0,30% pro Jahr. Um die Differenz von 0,75% verbessert sich also das jährliche Ergebnis gegenüber der in der folgenden Grafik abgebildeten Retail-Anteilsklasse:


Der ziemlich genau vier Jahre alte Fonds wurde in Deutschland im April 2016 zum Vertrieb zugelassen. Die Erst-Anteilsausgabe erfolgte in Deutschland dann allerdings erst Ende Juli 2016. Die obige Grafik zeigt die Entwicklung der Retailanteilsklasse in Euro seit ursprünglicher Auflage. Rund 8% Performance p.a. (also 8,75% p.a. für die Stiftungs-Anteilsklasse) bei einem Maximum Drawdown von knapp 9%. Die Werte für die in Deutschland aufgelegten Anteilsklassen sind aufgrund des kürzeren Zeitraums, in den der Drawdown 2015/16 nicht mehr hineinfällt, noch deutlich besser.

Für den MBUI bedeutet diese Investition im Tausch gegen die beiden veräußerten Fonds, dass einerseits der DRI etwas sinkt, da die beiden verkauften Fonds (beide in 2016) einen höheren Drawdown hatten als der "Diversified Income-Fonds 1". Und natürlich steigt auch die durchschnittliche Calmar Ratio aller MBUI-Zielfonds ein wenig, da diese für den neuen Fonds mehr als doppelt so hoch ist wie für die beiden ausgetauschten Fonds. Am Rande sei erwähnt, dass der "Deutsche Concept Kaldemorgen" mit 1,75% die zweitkleinste Position im MBUI war. Natürlich ist auch das kein Zufall, denn auch in den Kaldemorgen-Fonds habe ich mit zunehmendem Volumen des MBUI nicht mehr nachinvestiert, da mir das Vertrauen, welches ich inzwischen endgültig verloren habe, fehlte.

Sonntag, 04.02.2018

Wer dynamisch investiert, sollte stets darauf bedacht sein, nicht zu weit oben sondern lieber ausreichend weit unten einzusteigen. Doch manchmal hat man vermeintlich keine Wahl, wie z.B. in 2008, als häufig ab Fondsauflage nur noch wenige Wochen blieben, um mit einer sofortigen Investition die Abgeltungssteuer auf Kursgewinne zu vermeiden.


Im oben abgebildeten Fonds werden immer noch 45 Millionen Euro verwaltet. Bislang gesparte Abgeltungssteuer auf Kursgewinne = Null. Im Fonds vereinahmte Zinsen und Dividenden hingegen mussten Jahr für Jahr versteuert werden. Aber das hat sich ja zum Jahreswechsel geändert.

Also liebe Anleger dieses Fonds: Ihr habt jetzt 100.000 Euro Freibetrag für künftige Kursgewinne und müsst für Jahre, in denen künftig ein Minus erzielt wurde, auch keine pauschalen Vorabsteuern zahlen. Aber bitte nach dem nächsten kräftigen Drawdown, der sicherlich helfen wird, dass der Fonds nicht aus Versehen ins Plus gerät, nicht nachinvestieren.

Und ihr, liebe ETF-Fans, solltet dankbar sein, dass es solche Fonds gibt (übrigens mehr als man denkt), denn sie helfen euch, mit ETF´s besser zu sein als der Durchschnitt vergleichbarer aktiver Fondsmanager. Immerhin geht ein solcher Fonds in die Durchschnittsermittlung bei Morningstar & Co. genauso ein wie ein milliardenschwerer Fonds der gleichen Kategorie, der im gleichen Zeitraum um 150% zugelegt hat. Also kauft ihr lieber ETF´s, statt euch erfolgreiche aktive Manager zu suchen? Eigentlich ist das ja gut so, denn sonst würden ja noch viel mehr erfolgreiche Fonds ihre Mittelzuflüsse durch Soft- oder Hardclosing begrenzen.

Tja, wenn ich am Samstagabend Dieter Nuhr gesehen habe, wirkt das manchmal nach ...

Montag, 05.02.2018

Brechen da gerade die Dämme an den Aktienmärkten? Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche mit 4,1% Minus den stärksten Rückgang seit 2 Jahren hin. Der Dax liegt aktuell (09:25 Uhr) mehr als 900 Punkte unter seinem Allzeithoch. Keine zwei Wochen sind seitdem vergangen. Die Volatilität feiert ihr Comeback. Der VDAX ist binnen einer Woche um mehr als 50% angestiegen und erreicht damit den höchsten Stand seit April 2017:


Dienstag, 06.02.2018

Sprach ich gestern noch von einem Verlust des Dow Jones von 4,1% Minus innerhalb einer Woche, so sprechen wir heute von einem Tagesverlust des gleichen Index, der sich in der Spitze auf 4,6% belief. Quatsch ist natürlich vom höchsten Tagesverlust in der Geschichte des Dow Jones zu sprechen, denn diese Aussage bezieht sich nur auf die Zahl der in der Spitze verlorenen 1.600 Indexpunkte. Tatsächlich steht der gestrige Tagesverlust in der Rangliste der höchsten Tages-Drawdowns seit Auflage des Dow Jones nur auf Rang 94.

Aber trotzdem: Brechen da gerade die Dämme, hatte ich gestern gefragt. Heute kann man wohl davon ausgehen, dass dem so ist. In der aktuellen Situation, in der die Märkte vor allem aufgrund von Zinsängsten einbrechen, ist es vielleicht nur eine bedingt gute Idee, Aktien zu verkaufen, um den Erlös in Anleihen zu investieren. Hier fehlt es ja derzeit genau an der Sicherheit. Trotzdem ging der Bund Future seit gestern Nachmittag schon um 1,25 Punkte nach oben (Stand: 08:05 Uhr). Was also wird passieren? Wird der weitere Abverkauf schon bald wieder von institutionellen Anlegern genutzt, um günstig einzusteigen? Vielleicht schon morgen? Oder erst in einer Woche? Fundamental mag viel dafür sprechen, dass es schon bald wieder nach oben geht. Auf der anderen Seite müssen Risk Parity-Konzepte aufgrund der sprunghaft angestiegenen Volatilität erst mal ihre Risikoproportionen wieder auf den Ausgangsstand zurückbringen. Angeblich soll dies alleine in den USA Aktienverkäufe von mehr als 50 Milliarden US Dollar ausmachen. Ich bezweifle diese Zahlen aber erst mal aus grundsätzlichen Überlegungen, denn viele Risk Parity-Konzepte passen ihre Allokation nur wöchentlich oder gar nur einmal monatlich an. Sollte bis dahin die Vola wieder runterkommen, dürfte das Volumen der nachgelagerten Verkäufe deutlich geringer ausfallen.

Immerhin dürfte der DAX heute Morgen in etwa auf dem Stand von April 2015 (!) eröffnen. Von diesem Overnight-Gap werden viele überrascht sein. Um 08:00 Uhr liegt der DAX vorbörslich bei 12.175 Punkten. 10,3% Minus gegenüber dem Allzeithoch vom 23. Januar! Das trifft zunächst einmal nicht nur die Multi Asset-Fonds. Volatilitätsoptionsprämien-Konzepte sind erst mal ebenso betroffen wie Managed Futures- oder Global Macro-Fonds, die sich an neuen Szenarien ausrichten müssen. Inwieweit sich Long/Short-Aktienfonds behaupten können, wird sich zeigen. Fonds, die zuletzt mit hohem Long-Bias unterwegs waren, wird es natürlich ebenfalls treffen. Es ist die typische Situation "If panic, correlation goes to one!". Eine Bewährungsprobe für jedes Depot und natürlich auch für die Zielfonds des MBUI.

Bereits heute gegen Mitternacht bekam ich die erste substanziierte Stellungnahme des Managers des "Alternative Multi Asset-Fonds 2". Nach einer Portfolioübersicht beschreibt er die Auswirkungen auf das Portfolio bei anhaltenden Marktreaktionen wie folgt: "Deshalb haben wir im Januar bewusst das Delta im Fonds klein gehalten, haben keine wesentlichen short Gamma/Vega-Risiken aufgebaut, und die Cash-Quote blieb weiter hoch. Die vorhandenen Positionen im Fonds werden in weiter fallenden Märkten ebenfalls nachgeben (siehe positives Delta), ABER es fällt aktuell noch auf KEINER Position ein tatsächlicher Kapitalverlust an. Die meisten Risiken aus vorhandenen Derivaten werden nur bei Fälligkeit betrachtet, d.h. zwischenzeitliche Kursverluste führen NICHT zu tatsächlichen Kapitalverlusten. Die vorhandenen Risikopuffer sind zum großen Teil noch immer zweistellig, teilweise bis über 50% (je nach Laufzeit)."

Die ansteigenden Risikoprämien werden zum Auf- und Ausbau weiterer Positionen genutzt. Und weiter: "Zwischenzeitliche Kursschwankungen beunruhigen uns aufgrund der hohen Puffer überhaupt nicht, solange wir bei Fälligkeit die Prämie verdienen (analog zu einer Anleihe unter Pari, die bei Fälligkeit dennoch 100 zurückzahlt, solange kein Default eintritt)."

Von Blackrock hingegen erhalte ich um 08:22 Uhr eine Stellungnahme mit der Überschrift "Aktuelles Marktgeschehen", die mit folgendem Resümee endet: "Unter dem Strich sehen wir vor dem Hintergrund der guten konjunkturellen Lage aber dennoch keinen nachhaltigen Grund zur Unruhe. Steigen die Zinsen aus Sicht der Aktienmärkte aus den „richtigen“ Gründen, besteht theoretisch keine große Gefahr, so dass auch 2018 unter dem Strich ein starkes Aktienjahr werden dürfte. Die wichtige Lehre aus der vergangenen Woche lautet für uns eher, dass wir uns auf mehr Unruhe an den Märkten einstellen müssen, je näher wir dem Ende des Zyklus kommen."

Warten wir mal ab, wer Recht behält.

Mittwoch, 07.02.2018

Die gestrigen Kursrückgänge haben eine deutliche Spur hinterlassen, zumal für genau die Hälfte der inzwischen nur noch 28 Zielfonds die Anteilspreise des Vortages (10 Zielfonds) bzw. des vergangenen Freitags (vier Zielfonds) in die MBUI-Anteilswertberechnung eingehen. Seit Freitag (also an den vergangenen beiden Handelstagen) haben die MBUI-Zielfonds im Schnitt 1,21% eingebüßt. Volumengewichtet schlug sich dieser Rückgang im MBUI-Anteilspreis mit einem Minus von 1,15% nieder. Im einzelnen zeigten die 28 Zielfonds über die vergangenen zwei Tage folgende Performance-Unterschiede:


Nur ein einziger Fonds konnte - übrigens jeweils an beiden Tagen - zulegen. Der Währungs-Optionsfonds "Emcore COP" performte mit 0,41%. Der "Versicherungs-Mischfonds" bewegte sich nicht, denn sein Anteilspreis vom Freitag geht erst mittwochs oder donnerstags in den MBUI-Anteilspreis ein. Drei weitere Alternative-Fonds verloren zwischen 0,02% und 0,17%. Allerdings stellte die Gruppe der Alternative-Fonds auch die beiden größten Verlierer. Beide gehörten im Januar zu den stärksten Gewinnern, wobei es sich in beiden Fällen um Fonds handelt, die sich grundsätzlich marktunabhängig entwickeln. Aber wie bereits gestern angedeutet: Sowohl der "Managed Futures Fonds 1" als auch der "Defensive Global Macro-Fonds 2"  müssen sich bei einem derart rabiaten Umbruch erst mal neu sortieren, um bei einer Fortsetzung der Korrektur gegensteuern zu können. Den "Defensiven Global Macro-Fonds 1" habe ich ja vorgestern verkauft. Er hat gestern nochmals kräftig nachgegeben, was dem MBUI dann allerdings erspart blieb).

Natürlich nutze ich solche Situationen, um zu analysieren, was ich hätte besser machen können. Das Ergebnis ist ernüchternd: Von derzeit 188 Multi Asset- und Alternative-Fonds, die entweder im MBUI allokiert sind (28 Fonds) oder auf meiner aktuellen Watchlist stehen (160 Fonds), haben seit Freitag gerade mal fünf positiv performt. Hätte ich diese fünf Fonds gleichgewichtet (plus 5% Liquidität) im MBUI allokiert, so hätte der MBUI seit Auflage ein Plus von gerade mal 0,44% erzielt - nahezu die Hälfte davon in den letzten zwei Tagen.

Verschiedene Simulationen zeigen, dass - natürlich mit dem nachträglichen Wissen um die künftigen Entwicklungen der beobachteten Fonds - eine erfolgreichere Allokation möglich gewesen wäre. Es ist allerdings müßig, darüber nachzudenken, was passiert wäre, wenn man Fonds allokiert hätte, die man zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht kannte oder die man zumindest noch gar nicht ausreichend geprüft hatte. Zwingende Argumente für eine Änderung der Allokation ergaben sich nicht, wobei mit dem Verkauf des "Deutsche Concept Kaldemorgen VC" und des "Defensiven Global Macro-Fonds 1" ja bereits vor einigen Tagen signifikante Änderungen - hoffentlich zum Vorteil des MBUI - vorgenommen wurden.

Donnerstag, 08.02.2018

So ärgerlich der Einbruch des MBUI-Anteilspreises auch sein mag (negative Anteilspreisentwicklungen sind grundsätzlich ärgerlich!), so hat das Ganze doch auch sein Gutes. Auf einmal stellt man fest, dass es Licht ohne Schatten nicht gibt. In der langen Phase niedriger Volatilität bei stetig steigenden Kursen profilieren sich nämlich oft die falschen Fonds. Beim Fondskongress diskutierte ich mit einem Fondsanbieter darüber, ob sein Fonds eine Verstärkung für den MBUI sein könnte. Beim Aufruf von Grafiken auf dem Smartphone lief etwas schief und schon am Freitag nach dem Gespräch in Mannheim kam die Richtigstellung. Ich entschuldigte mich und versprach, den Fonds nun täglich zu beobachten.

Das habe ich dann auch getan (siehe hellgrau unterlegter Teil der Grafik am rechten Rand):


Das Problem an länger anhaltenden Aufwärtsphasen mit geringer Schwankung ist, dass man mit fortschreitender Entwicklung geneigt ist, den Fonds mit besserer Performance bei ähnlicher Schwankung auch tatsächlich für besser zu halten. Und dann auf einmal die Nagelprobe: Der gerade mal erst neun Monate alte Fonds fällt unter die Nulllinie und hat plötzlich einen doppelt so hohen Drawdown wie der MBUI. Das heißt noch lange nicht, dass der Fonds schlechter als der MBUI ist. Aber als Zielfonds hätte er den Drawdown des MBUI erhöht. Natürlich hatte ich den Fonds nicht allokiert, da absehbar war, dass die bessere Performance mit höherem Risiko erkauft war und dass der Fonds "mit den Märkten atmet".

Gesucht sind aber vor allem Fonds, die in der Lage sind, in Krisensituationen gegenzusteuern. Gestern und heute habe ich rund ein Dutzend Kandidaten ausfindig gemacht, die seit dem 23. Januar im Plus liegen. Bis auf zwei habe ich allerdings alle binnen kürzester Zeit wieder verworfen. Diese beiden schaue ich mir nun intensiver an. Anders als bei einem Puzzle, welches leicht fertiggestellt werden kann, wenn nur noch zwei Puzzleteile übrig sind, wird es bei potentiellen Veränderungen einer Zielfondsstruktur mitnichten einfacher, denn wie beim Lotto addieren sich die Kombinationsmöglichkeiten mit steigender Anzahl nicht, sondern sie potenzieren sich.

Samstag, 10.02.2018

Gestern es hat noch mal einen gewaltigen Kahlschlag gegeben. Die Volatilität des DAX stieg auf den höchsten Stand seit 2011:


Sowohl in Europa als auch in den USA stieg die Volatilität in kürzester Zeit um mehr als 100% an. Das ergab zwar noch längst keinen Höchststand bei der Volatilität selbst, es war jedoch ein höherer prozentualer Anstieg als bspw. in der Finanzkrise.

Für den MBUI wird dies wahrscheinlich einen neuen Maximum Drawdown bringen, der jedoch noch deutlich unterhalb der 3%-Marke liegen wird, während der DAX seit seinem Allzeithoch vom 23. Januar in der Spitze 11,20% verloren hat.

Freitag, 16.02.2018

Die Theorie vom Flash-Crash scheint mir die plausibelste. Anders kann ich mir diesen bislang heftigsten Anstieg der Volatilität innerhalb nur eines Tages nicht erklären. Algorithmen machen den Anfang, Marktteilnehmer mit verbrauchten Risikobudgets folgen (dazu gehören in zweiter Reihe auch Risk Parity-Konzepte, die sich neu justieren müssen). Da fundamental die Welt aber in Ordnung war, greifen Manager beherzt zu, um die guten Unternehmen auf reduziertem Preisniveau wieder aufzusammeln. Da sollten wir eigentlich bald Outperformance der aktiven Manager versus ETF sehen.

Der MBUI-Anteilspreis verzeichnet gestern den drittstärksten Anstieg innerhalb eines Tages seit Auflage (plus 0,41%). Nachdem die Volatilität bereits in Folge des Rückgangs gestiegen war, gab es jetzt aufgrund der Gegenbewegung nach oben nochmals eine um zwei Basispunkte höhere Vola (seit Auflage auf Tagesbasis berechnet).

Samstag, 17.02.2018

Vor lauter Flash-Crash habe ich es versäumt, darauf hinzuweisen, dass wir schon vor gut einer Woche die Prospektänderung hinsichtlich der Mindest-Aktienquote von 25% für den MBUI in Auftrag gegeben haben, nachdem am 07.02.2018 die von WM Daten für den MBUI gemeldete Aktienquote bei 37,1% lag. Das tatsächliche Aktienexposure ist zwar deutlich geringer, denn bekanntlich wird zur Ermittlung der Aktienquote nur der physische Aktienanteil herangezogen. Derivate, die das Aktienexposure mindern, werden jedoch bei der Ermittlung der "steuerlichen Aktienquote" nicht berücksichtigt.

Damit fühlen wir uns definitiv auf der sicheren Seite. Eine Einschränkung der MBUI-Strategie ist durch die Verankerung der Mindestaktienquote von 25% nicht zu befürchten. Jüngst belief sich alleine der Mindestaktienanteil des MBUI aufgrund der Mindestaktienquoten der Zielfonds (allokationsgewichtet) auf 23,8%. Dazu müssten aber alle Zielfonds ihren physischen Aktienanteil auf ihre Mindestquote absenken. Doch alleine die Long/Short-Aktienfonds, die physisch long und mit Derivaten short investieren, haben in der Regel eine wesentlich höhere physische Aktienquote als die im Prospekt verankerten 51% Mindestquote.

Was bedeutet das in der Praxis? Durch die Teilfreistellung aller Erträge (egal ob Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne etc.) in Höhe von 15% steigt die Nachsteuerrendite für den Anleger. Bei einem durchschnittlichen Jahresertrag in Höhe von 4% macht dies nach 10 Jahren (bezogen auf die heutige Anlagesumme) immerhin einen Mehrertrag von 7,2% (entspricht 0,7% p.a.) aus. Bei 5% Durchschnittsertrag steigt der zusätzliche Mehrertrag auf 9,4% (bzw. 0,9% p.a.).

Diese Werte dienen natürlich lediglich der Illustration des steuerlichen Vorteils und sind keineswegs als Prognose für künftige Erträge gedacht.

Dienstag, 20.02.2018

Morningstar hat in einer ersten Analyse die Höhe der Transaktionskosten ermittelt, die seit Beginn des Jahres über WM Daten gemeldet werden. Für Mischfonds fallen im Durchschnitt Transaktionskosten in Höhe von 0,24% p.a. an. Für Alternative-Fonds betragen die Kosten hingegen im Schnitt 0,66%. Natürlich sind auch diese Transaktionskosten, die ja nicht erst seit diesem Jahr anfallen, im Performanceergebnis eines jeden Fonds berücksichtigt. Sie werden jedoch künftig die TER der Fonds erhöhen, was sich über die TER der MBUI-Zielfonds auch in der TER des MBUI bemerkbar machen wird.

Gut, dass für den MBUI selbst laut KVG die Transaktionskosten ex ante lediglich 0,045% p.a. betragen - ein Wert, der ex post sogar noch niedriger ausfallen dürfte (wie bereits mehrfach vorgerechnet). Allerdings ist die Streubreite der Transaktionskosten recht hoch. So veranschlagt der teuerste Alternative-Fonds Transaktionskosten von 18,8% (!) jährlich, während der (scheinbar) günstigste minus 1,8% (!) beziffert. Für Mischfonds reicht die Spanne von 15,8% bis hin zu minus 7,2%. Das offenbart schon das grundsätzliche Problem, denn zu negativen Werten kann man nur kommen, wenn man die für PRIP´s-KIID´s fatalerweise vorgeschriebene "Arrival Prive-Methode" zugrundelegt. Für in Versicherungsprodukte eingebundene Fonds ist nämlich vorgeschrieben, die Abweichung des Erwerbspreises vom Preis bei Ordererteilung zum Preis der Ausführung als Transaktionskosten zu verbuchen. Da diese Daten in der Regel zunächst mal bei den Gesellschaften für die Vergangenheit nicht zur Verfügung stehen, darf ersatzweise die Differenz des Kaufpreises zum Eröffnungskurs des Kauftages angesetzt werden. Werden nun Wertpapiere im Laufe des Tages zu einem günstigeren Kurs als dem Eröffnungskurs erworben, so ergeben sich durch diese von der EU-Kommission vorgeschriebene Berechnungsmethode insoweit negative Transaktionskosten, was natürlich vollkommener Quatsch ist. Aber auch die Preisdifferenz zwischen Ordererteilung und Orderausführung kann natürlich negativ sein. Was hat das mit Transaktionskosten zu tun?

Für "normale" Fonds-KIID´s gibt es jedoch keine Vorschrift, wie die Transaktionskosten zu ermitteln sind. Allerdings empfiehlt die ESMA, die Arrival Price-Methode zu übernehmen, um Verwirrung zu vermeiden. Es muss allerdings nach aktuellem Stand noch nicht mal im KIID (oder anderswo) angegeben werden, wie die Transaktionskosten berechnet wurden.

Wer unter diesen Umständen noch daran glaubt, dass Verbraucher in Folge der Mifid 2-Bestimmungen künftig besser aufgeklärt sind, dem könnte man wohl auch erklären, dass die EU-Kommission beschlossen hat, dass die Sonne künftig in ungeraden Jahren im Westen aufgeht.

Dienstag, 27.02.2018

Warum ärgere ich mich eigentlich über eine aktuelle 12-Monats-Performance von 1,9%? Da hilft zur Beruhigung vielleicht ein Vergleich mit drei der absatzstärksten VV-Fonds:


Es ist gewiss nicht meine Intention, auf Dauer Fonds wie den "FvS Multiple Opportunities", den "Deutsche Concept Kaldemorgen" oder den "DJE Zins & Dividende" zu schlagen. Aber es zeigt sich, dass der MBUI in einem wechselhaften Umfeld eine ganz gute Figur machen kann. Man muss nicht genau hinschauen (und schon gar nicht nachrechnen), um zu erkennen, dass der MBUI mit seiner risikoadjustierten Performance den drei beispielhaft verglichenen Megasellern über die letzten 12 Monate sogar deutlich überlegen ist.

Mittwoch, 28.02.2018

Es gäbe noch viel zu berichten, doch der Monat ist schon wieder vorbei. Abschließend möchte ich eine Grafik zeigen, die mit einer Zeitspanne von nur zwei Monaten deutlich verständlicher ist als über längere Distanzen.


In den ersten beiden Januar-Dekaden strebten die Aktienmärkte steil nach oben. Lediglich um den 10. Januar gab es einen marginalen Rücksetzer. Dementsprechend spielten die Multi-Asset-Zielfonds zunächst ihre Überlegenheit aus. Zum Auftakt des Stimmungsumbruchs zog es zunächst - wie am 07. Februar bereits angedeutet - alle Fonds gleichermaßen nach unten, ehe sich die Alternative-Fonds wieder auf ihrem üblichen Niveau stabilisieren konnten. An den Tagen, an denen maximal fünf der 29 bzw. 28 Zielfonds gegenüber dem Vortag positiv performten, stieg der Anteil der Alternative-Zielfonds, die gegenüber dem Vortag nicht verloren, auf über 86%. An drei Tagen - die Grafik zeigt es deutlich - konnte sich kein einziger Multi Asset-Zielfonds gegenüber dem Vortag behaupten. Ganz klar, dass an solchen Tagen die Alternative-Zielfonds Schlimmeres verhindert haben. Sie bremsten den Rückgang und damit die Volatilität und den Maximum Drawdown. Genau so soll es sein!

Damit endet der Februar mitnichten mit neuen Höchstständen. Auch unter Berücksichtigung der Erholung der letzten Woche liegt der DAX noch mit 8,29% unter seinem Allzeithoch vom 23. Januar. Und heute ging es schon wieder leicht bergab. Das sieht nicht sonderlich gut aus, gibt dem MBUI jedoch möglicherweise Gelegenheit, sich weiter zu profilieren. Mehr und mehr wird klar belegt, was im letzten Jahr nur als erstrebenswerte Theorie galt. Gute Konzepte bewähren sich eben nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.

In diesem Sinne ...
 
Ihr/Euer Jürgen Dumschat  


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