Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.

MBUI-Header

Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für September 2018
... bleibt alles anders ... oder wird alles gut?

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

Achtung: Das Fondsmanager-Tagebuch für September ist etwas länger als üblich. Dies nicht ohne Grund  - es lohnt sich jedoch, die Tagebucheinträge für diesen Monat zu studieren, denn die in den letzten und in diesem Monat angepasste Allokation des MBUI ist ein paar Extra-Betrachtungen wert.

Sie wissen, dass ich meine im Verlauf des Monats angefertigten Notizen im Nachhinein textlich so ausarbeite, dass der Text für Sie lesbar - und hoffentlich lesenswert - wird. Gerne bringe ich aber nochmals zum Ausdruck, dass ich niemals hergehen werde, um in Kenntnis, der weiteren Entwicklung nachträglich Annahmen oder Schlussfolgerungen "umzudichten". Wenn ich also am Ende des Tagebuch-Updates die Hoffnung hege, dass der Oktober Besserung bringt, dann deshalb, weil ich zum Monatswechsel noch nicht wissen konnte, was uns in der ersten Oktoberhälfte erwartet. Allerdings wissen die Abonnenten des von mir herausgegebenen Fonds-Newsletters "VV-Basis" sehr genau, dass ich bereits Mitte September darauf hingewiesen habe, dass die umfangreichen Indexumstellungen in den USA, Europa und auch Deutschland für einige Konfusionen sorgen dürften.

Allerdings habe ich dabei unterschätzt, dass die den ETF´s durch die Indexveränderungen quasi zwangsverordneten Käufe und Verkäufe Folgewirkungen haben würden, die durchaus Signalwirkung für den Gesamtmarkt haben können (und tatsächlich auch hatten). Dazu aber dann folgerichtig mehr im Update für Oktober, dessen Stichworte in meinem (tatsächlich noch handschriftlichen) Tagebuch natürlich schon geschrieben sind.

Aber lesen Sie erst mal, was es im September an erwähnenswerten Tagebucheinträgen gab.

Ihr/Euer Jürgen Dumschat


(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)



Freitag, 07.09.2018

Die Ratlosigkeit ist groß, denn wirklich belastende Wirtschaftsnachrichten, die mehr als 5% Minus in der ersten Septemberwoche rechtfertigen könnten, gibt es nicht. Auch politisch wird derzeit eher die Sommerpause nachgeholt, statt neue aufregende Nachrichten zu produzieren. Dabei muss man allerdings auch sehen, dass der deutsche Aktienmarkt wesentlich auch von Käufen und Verkäufen ausländischer Anleger beeinflusst wird. Schaut man sich die Entwicklung seit dem Allzeithoch des DAX im Januar des Jahres mal aus Sicht eines US-Anlegers (also in US Dollar umgerechnet) an, so wird schon klar, warum Amerikas Investoren derzeit lieber im eigenen Land statt in Europa respektive Deutschland investieren. Immerhin reden wir hier über fast 16% Minus für den Dollar-Investor seit dem Hoch im Januar:




Montag, 10.09.2018

Diese Entwicklungen gehen auch am MBUI nicht spurlos vorbei. Der Maximum Drawdown des Fonds ist auf 3,53% angestiegen. Derzeit prüfe ich eine Reihe von Optionen für neue Investitionen, ggfs. auch im Austausch gegen ein oder zwei bestehende Zielfonds. Wenn ich mir die Entwicklungen anschaue, wäre es recht günstig gewesen, die eine oder andere Maßnahme zu beschleunigen. Ich möchte mich aber nicht unter Druck setzen lassen, zu investieren, ehe alle offenen Fragen geklärt sind. Das mag ein Dutzend mal gut gehen und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem ich erklären muss, warum ich einen Fonds gekauft habe, obwohl es noch offene Punkte abzuarbeiten gab. In diese Situation möchte ich nicht kommen, zumal ein solcher Fehler mehr kosten kann, als mit anderen nicht bis zu Ende vorbereiteten Investitionsentscheidungen verdient wurde, wenn es - was eigentlich überwiegend der Fall ist - dann doch gut gegangen ist.

Letztendlich kann die Qualität des Zielfondsportfolios nicht wirklich davon abhängig sein, ob ein Fonds etwas früher oder später erworben wurde. Timingaspekte können beim MBUI keine Rolle spielen. Das erklärt sich selbstredend alleine schon durch die Tatsache, dass es mir einfach nicht gelingen will, stets zum Tiefstkurs einzusteigen. Da ich Timing nicht kann (eer kann es eigentlich wirklich und zuverlässig?), schmiert in ca. 50% der Fälle der Kurs eines Zielfonds unmittelbar nach Invstition erst mal ab. Schade, aber nach dem Gesetz der großen Zahl kaum vermeidbar.


Dienstag, 11.09.2018

Klar ist auf jeden Fall, dass die Tage des "Flexiblen Mischfonds 1" als MBUI-Zielfonds gezählt sind. Nachdem ich bereits im April die Position mehr als halbiert hatte, geht nun die Verkaufsorder für den Rest raus. Der Fonds hat seit seinem Hoch im Januar einen Drawdown von 8,37% erlitten. Das ist - für sich genommen - kein Drama für einen flexiblen Mischfonds. Tatsächlich war auch ein sogar zweistelliger Drawdown als potentielles Maximum kalkuliert (ein Grund, warum der DRI immer ein gehöriges Sicherheitspolster haben sollte). Was den Ausschlag für die zunächst teilweise und nunmehr endgültige Liquidation gab, war der Umstand, dass es keine dem Drawdown adäquate "Schubumkehr" gab. So hat der "Ausgewogene Mischfonds 1" die letzten 12 Monate mit einem deutlich geringeren Maximum Drawdown bei einem deutlich besseren Ergebnis (und damit natürlich mit einer deutlich besseren Calmar Ratio) überstanden, weshalb ich dessen Position nun erhöhe.



Zudem investiere ich in einen weiteren Long/Short Aktienfonds, den ich aus gutem Grund "Flexibler Long/Short-Aktienfonds Europa 1" nenne. Hier handelt es sich nämlich nicht um einen Long/Short-Aktienfonds mit fortwährendem Long-Bias, sondern um ein wirklich flexibles Konzept, bei dem die Bandbreite des Netto-Aktienexposures zwischen minus 20% und plus 50% variiert werden kann. Keineswegs handelt es sich hier um theoretische Bandbreiten, die in der Praxis nicht ausgenutzt werden. Ich habe mich lange mit diesem Fonds, der in knapp drei Jahren etwas mehr als 30% Plus erwirtschaften konnte, beschäftigt. Interessant dabei ist die Konsistenz der Entwicklung, denn auch in den letzten 12 Monaten konnten - wie folgende Grafik zeigt - rund 10% Plus verbucht werden:



Dabei haben sich die beiden Long Bias-Fonds (blaue und grüne Linie in der Grafik) angesichts der erratischen Entwicklungen des europäischen Aktienmarktes (violette Linie) sehr zu meiner Zufriedenheit entwickelt, auch wenn sie hier in der grafischen Gegenüberstellung ziemlich "alt" aussehen. Der "Flexible Long/Short-Aktienfonds Europa 1" ist eine wunderbare Ergänzung, weil er eben nicht nur die Marktentwicklung auf deutlich risikoreduziertem Niveau nachvollzieht, sondern es schafft, entgegen negativer Marktentwicklungen positiv zu performen. Ein tolle Ergänzung - und Verstärkung - des MBUI-Portfolios.

Mittwoch, 12.09.2018

Ich bin gerade bei der Hidden Champions Tour in München und schaue die aktuellsten Infos und Mails durch. Dabei fällt mir die Headline von Andreas Deutsch, Redakteur bei "Der Aktionär" ins Auge: "Rock-Legende Gene Simmons: Der Markt wird fallen!" Im Text heißt es, dass der Gründer der ledendären Rockband Kiss in der Vergangenheit schon oft ein gutes Markttiming bewiesen hätte. Das wollte ich doch genauer wissen. Allerdings beschränkten sich meine Rechercheergebnisse letztendlich darauf, dass Gene SImmons während der Finanzkrise mal die Glocke der New York Stock Exchange läuten durfte. Dabei wurde er von einem anwesenden Reporter gefragt, was er Anlegern raten würde. Er wird zitiert mit der Antwort "Kaufen, denn nach jeder Baisse folgt eine Hausse." So viel geballter Sachverstand ist natürlich eine Headline in einem Anlegermagazin wert.

Donnerstag, 13.09.2018

Hurrikan "Florence" bedroht die US-Ostküste. Kommt es zu einem ähnlichen Einbruch des Cat Bond Marktes wie letztes Jahr, als "Irma" sich ankündigte? Damals verlor der "Versicherungs-Mischfonds" auf einen Schlag 7,96%, die aber noch in 2017 wieder aufgeholt werden konnten, da keine in diesem Fonds allokierten Cat-Bonds betroffen waren. So sehen wir auch in diesem Jahr der Hurrikan-Saison recht gelassen entgegen, denn bislang gab es nur gute Gründe, dem Management dieses Fonds zu vertrauen.

Freitag, 14.09.2018

Prompt kommt schon heute ein ausführlicher Bericht des Fondsmanagements zu "Florence" und früher als aus den deutschen Medien erfahre ich, dass sich die Lage extrem schnell verändert hat. In kurzen Schritten wurde "Florence" von Kategorie 4 auf Kategorie 1 herabgestuft.

Informationen gibt es heute zu Alternative-Fonds, die laut Feri von institutionellen Investoren verstärkt eingesetzt werden. Der Branchendienst "Eurekahedge" teilt mit, dass das insgesamt in Hedgefonds verwaltete Vermögen sich mit 3,4 Billionen US Dollar auf einem Allzeithoch befindet. Das Volumen der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Absoute Return- und Alternative-UCITS-Fonds ist laut Lupus alpha im ersten Halbjahr 2018 um knapp 6% auf 276 Millionen Euro gewachsen. Das klingt gut, jedoch sollte man immer vor Augen haben, dass sich mit Derivaten die Erträge der Märkte nicht steigern, sondern nur umverteilen lassen. Der Gewinn des einen ist also stets der Verlust des anderen und nach Kosten handelt es sich noch nicht einmal um ein Nullsummenspiel. Aber das ist grundsätzlich nicht anders als bei Aktien- oder Rentenfonds. Den Fonds, die sich besser als der Durchschnitt entwickeln, stehen zwangsweise andere Fonds mit unterdurchschnittlicher Entwicklung gegenüber. 

Sollte man deshalb gleich auf Durchschnitt (sprich: ETF´s) setzen oder sollte man versuchen, die besseren (oder zumindest mehr Bessere als Schlechtere) zu finden. Klare Sache: Ich habe mich für Letzteres entschieden.

Donnerstag, 20.09.2018

Hier nun ein weiterer Zielfonds, den wir auf der gestern in Berlin zu Ende gegangenen Hidden Champions Tour vorgestellt haben und ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass wir diesen Fonds regelrecht "wachgeküsst" haben. Die Rede ist vom "Dynamischen Mischfonds 1".

Bereits vor zwei Jahren schrieb ich zu diesem Fonds eine Fondsanalyse für ein Investmentmagazin. Damals zeigte die Retailanteilsklasse dieses Fonds über fünf Jahre fast auf die Nachkommastelle genau die gleiche Performance wie der "FVS Multiple Opportunities". Angesichts eines aufgrund etwas geringerer Schwankung sogar noch besseres Chance/Risiko-Verhältnis bei nahezu identischen Drawdown mutmaßte ich, dass ein Fonds mit einem Volumen von 25 Millionen Euro auch künftig beweglicher sein dürfte als ein Fonds, der damals bereits die 10-Milliarden-Hürde überschritten hatte.

Investiert wurde in die institutionelle Anteilsklasse, die erst 2014 aufgelegt wurde, während der Fonds selbst (ursprünglich nur für die hauseigene Vermögensverwaltung bestimmt) bereits während der Finanzkrise an den Start ging. Auffällig ist der seit Strategiestart ausgewiesene Maximum Drawdown, der aus dem Jahr 2011 datiert. Zu spät hatte man sich seinerzeit von asiatischen Aktien getrennt. Aufgrund dieser Erfahrung wurde das Vorgehen im Risikomanagement jedoch deutlich verbessert, was in den letzten Jahren zweifelsfrei nachvollzogen werden kann. 

Meine Einschätzung war mehr als berechtigt, denn aktuell liegt das kumulierte Fünf-Jahres-Plus bei gut 75% (!), während der FvS-Fonds (den ich nach wie vor sehr schätze) im gleichen Zeitraum nur etwa die Hälfte dieses Wertzuwachses realisieren konnte. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Plus auf 8,88% (FvS: plus 0,25%).

Eine breite Mischung (auch von Investmentstilen), das Setzen auf klare Trends und eine opportunistische Absicherung (und vielleicht auch ein "glückliches Händchen") haben diesem Fonds zu einem dauerhaften Erfolg verholfen.
Fortsetzung folgt ...

Mittwoch, 26.09.2018


Zwei weitere Fonds muss ich an dieser Stelle nicht mehr mit ihrem Steckbrief vorstellen. Sie stehen dem MBUI als Zielfonds nämlich nur noch so lange zur Verfügung, bis die heute erteilte Verkaufsorder abgewickelt ist. In beiden Fällen handelte es sich nicht um zwingend notwendige Verkäufe, sieht man mal davon ab, dass der "Bessere als Feind des Guten" eigentlich immer einen Austausch erforderlich macht. Neu allokiert wird der "Long/Short Zins- und Devisenfonds", ein Fonds, mit dem ich mich schon länger beschäftige, um die Konstruktion und das skalierte Risiko nachzuvollziehen (es gibt den gleichen Fonds mit einer deutlich höheren Schwankung und entsprechend höherer Ertragsaussicht). Der Fonds agiert deutlich marktunabhängiger als die beiden ausgetauschten Fonds.

Der grafische Vergleich über die letzten drei Jahre macht klar, wo der Schuh im Vergleich zum gerade georderten Neuling drückte:



Die Drawdowns der ausgetauschten Fonds halten sich in beiden Fällen in erträglichen Grenzen. Jedoch konnten beide Fonds in diesem Jahr nicht mehr an ihre guten Leistungen aus den Vorjahren anknüpfen. Da gelang es nämlich, bereits im Frühjahr bzw. Sommer 2016 jeweils ein neues Allzeithoch zu erreichen, während viele andere Mischfonds dies erst einige Monate später schafften (die schlechteren Mischfonds liegen noch heute unter ihrem Höchststand vom April 2015). Beide Fonds haben sich in diesem Jahr deutlich vorsichtiger positioniert und damit - wie gesagt - zwar den Drawdown im Griff behalten, jedoch in den Phasen steigender Aktienkurse auch nichts gewinnen können. Der "Long/Short Zins- und Devisenfonds" hingegen konnte in diesem Jahr in der Rückrechnung häufiger als die meisten anderen MBUI-Zielfonds gegenüber dem Vortag ein Plus erzielen. Hier zur besseren Einschätzung die fünf MBUI-Zielfonds mit der höchsten Zahl von Tagesgewinnen in diesem Jahr (bis heute):

Dynamischer Mischfonds 1
115
Long/Short Zins- und Devisenfonds
112
Flexibler Long/Short Europa-Aktienfonds 1
110
Volatilitätsfonds 1
108
Multi Asset Absolute Return-Fonds 1
 99

Was den "Long/Short Zins- und Devisenfonds" jedoch ganz besonders auszeichnet: An Tagen, an denen weniger als ein Drittel der MBUI-Zielfonds einen Wertzuwachs gegenüber dem Vortag verzeichnen konnte, hat er - zusammen mit dem "Flexiblen Long/Short Europa-Aktienfonds 1" - am häufigsten mit einem Wertzuwachs punkten können. Neben einer durchschnittlichen Wertentwicklung von 4,69% p.a. und einem Maximum Drawdown von 7,34% glänzt der Fonds bei der Korrelation der Verlust-, Aufhol- und Mehrwertphasen und einer auf Tagesbasis oft unkorrelierten Entwicklung. Seit März 2017 bewegt sich der Fonds durchgehend in einer Mehrwertphase.

Daneben habe ich einen weiteren Fonds geordert, mit dem ich mich seit dessen Auflage (genauer gesagt schon seit der Vorbereitung der Auflage) beschäftige. Der im März des Jahres aufgelegte Fonds wird von Algorithmen auf Basis von fünf Indikatoren gesteuert. Aus diesem Grund habe ich ihn "KI-Fonds 1" genannt. Maßgeblich sind die Entwicklungen von Wechselkursen, Zinsen, Inflation, saisonalen Einflüssen sowie ein technischer Indikator. Der Fonds kennt nur drei Aggregatzustände, nämlich 100% long, 100% Cash oder 100% short. Es wird ausschließlich - long oder short - in DAX-Futures investiert. Das Colleteral (also der größte Teil des Fondsvermögens) ist in kurz laufende Euro-Anleihen bester Bonität investiert.

Bislang gab es neben Long-Signalen lediglich ein Cash-Signal (über den gesamten Juli hinweg - wie aus der Grafik auf Anhieb ersichtlich):



Mit der Möglichkeit, den DAX komplett zu shorten (das Aktien-Exposure des Fonds wäre dann tatsächlich minus 100%) ist der Fonds natürlich eine ordentliche "Waffe" im Fall einer länger anhaltenden Aktienmarktkrise. Dass er selbst mit der aktuellen Schaukelbörse ganz gut zurecht kommt (plus 6% seit Mitte März), macht es noch einfacher, sich mit diesem Fonds anzufreunden. Warum ich nicht bei Auflage gleich als Seed-Investor aufgetreten bin? Ganz einfach: Weil ich die Plausibilität der Umsetzung in der Praxis für mindestens ein halbes Jahr überprüfen wollte.

Dieses halbe Jahr ist nun um und vieles spricht dafür, dass dieser Fonds eine gute Ergänzung insbesondere für Krisenzeiten sein könnte. Im Gegensatz zu vielen Konzepten, die versuchen, starke Drawdowns zu umschiffen, scheint dieses Konzept durchaus geeignet, schon kurz nach dem Turnaround am Tiefpunkt eines DAX-Drawdowns wieder durchzustarten. Natürlich gilt es, den Fonds - was ohnehin für jeden Zielfonds geschieht - täglich auf dem Monitor zu haben, um die Überzeugung für dieses Konzept weiter zu festigen. Aus diesem Grund erfolgt eine Erstinvestition zunächst nur mit 2%. Mit zunehmend vielen bestandenen Bewährungsproben kann dann die Position sukzessive aufgestockt werden.

Samstag, 29.09.2018
 
Pünktlich zum Monatsende gab es insbesondere für Fonds mit Fokus auf Mid & Small Caps noch kräftig einen auf die Mütze. Während der DAX heute "nur" um 1% nachgab, lag der MDAX mit 3,4% im Minus. SDAX und TecDAX verloren sogar 5,2% bzw. 6,3%. So manchem MBUI-Zielfonds (und damit natürlich anteilig auch dem MBUI selbst) verhagelte dies mal wieder die Monatsbilanz. Da es aber kaum fundamentale Gründe für diese Verluste gibt, gebe ich mich der Hoffnung hin, dass der Oktober dies wieder wettmachen kann. Mit dieser Einschätzung stehe ich nicht allein, denn laut "Profi-Börsentrend" sind Vermögensverwalter in Deutschland so bullish wie schon seit zwei Jahren nicht mehr. Nur 7% der befragten Vermögensverwalter rechnen kurzfristig (also noch in diesem Jahr) mit einem Bärenmarkt.

Damit geht aber ein September zu Ende, der seinem Ruf als schlechtester Börsenmonat mal wieder gerecht wurde. Ob es sich hier allerdings um ein Naturgesetz oder eine "self fullfilling prophecy" handelte, bleibt offen. Schließlich werden die Unterhändler von UK und EU nicht auf den September gewartet haben, um die Lage zuzuspitzen und auch der der EU aus gutem Grund nicht genehme Haushaltsvorschlag Italiens wurde nicht ausgerechnet im September vorgelegt, um die Börsen in diesem Monat auf Talfahrt zu schicken. Auch die sich wesentlich auf Twittern beschränkenden Regierungsaktivitäten von Donald Trump sind wohl kaum von der Bestätigung von Börsenregeln getrieben. Klar dürfte sein, dass bei einer Brexit-Einigung, einem Italien-Haushalt mit einem Defizit unter 1% und einer Einigung zwischen China und den USA im Zollstreit die Börsen - ungeachtet der Tatsache, dass es gerade September ist - nach oben geschossen wären.

So beendete der DAX den Monat mit einem Minus von 3,45%, der EuroSTOXX 50 TR verlor sogar 3,71%. Der S&P 500 markierte in der zweiten Monatshälfte zunächst ein neues Allzeithoch und ging per Saldo mit einem Plus von 2,93% aus dem Monat. Europäische Anleihen verloren - gemsessen am Barcleys Euro Aggregate Bond Index - 0,20%. Der US Dollar blieb unterm Strich in Relation zum Euro unverändert.

Fonds, die mit Schwerpunkt in den USA investierten, konnten also mal wieder die Nase vorne haben, allerdings nur dann, wenn sie auf die wenigen Momentum-getriebenen Titel gesetzt haben, die für das Index-Plus verantwortlich waren, denn die Mehrzahl der US-Aktien lag im September im Minus. Die September-Ergebnisse sollte man also wesentlich auch vor dem Hintergrund würdigen, wie sie erzielt wurden. Jetzt einfach nur auf die jüngst gut performenden Fonds zu setzen, könnte sich schon bald bitter rächen. 

Im MBUI blieben wir der breiten Streuung von Konzepten treu. Da mit dem "Long/Short Zins- und Devisenfonds" und insbesondere mit dem "Flexiblen Long/Short-Aktienfonds Europa 1" zwei performancestarke Alternative-Fonds gefunden wurden (diese Hoffnung besteht auch bzgl. des "KI-Fonds 1"), während im Gegenzug - wie oben beschrieben - zwei Multi Asset-Fonds mit eher schwächelnder Performance ausgetauscht wurden, ist die Relation von Multi Asset- zu Alternative-Fonds nun auf 40:60 (12 Multi Asset- und 18 Alternative-Fonds) gesunken.

Bezogen auf die nun aktuelle Allokation haben sich die Alternative-Fonds im September deutlich besser gehalten als die Multi Asset-Fonds. Im Monatsdurchschnitt blieben 10 von 18 Alternative-Fonds (also rund 56%) gegenüber dem Vortag verlustfrei, während dies nur 5 von 12 Multi Asset-Fonds (also rund 42%) schafften: 



Klar sieht man - übrigens nicht nur in diesem Monat - den Zusammenhang zwischen negativen Marktentwicklungen und dem unterschiedlichen Abschneiden von Alternative- und Multi Asset-Fonds. Interessant ist aber in diesem Zusammenhang auch, welche Ergebnisbeiträge die beiden Fondsgruppen zum Gesamtergebnis des MBUI leisten. Ich habe dies deshalb mal - und jetzt wird´s spannend - für die neun Monate dieses Jahres zusammengestellt. Achtung: Die folgenden Ergebnisbeiträge von Multi Asset- und Alternative-Fonds beziehen sich auf die heute aktuelle Allokation, so dass von den Einzelbeiträgen nicht auf das jeweilige MBUI-Ergebnis rückgeschlossen werden kann. Zudem wird bei den hier aufgeführten Durchschnittwerten nicht die Höhe des jeweils allokierten Betrages pro Fonds berücksichtigt. Die Zahlen legen trotzdem nahe, dass die MBUI-Monatsergebnisse besser ausgefallen wären, wenn die aktuelle Allokation schon seit Jahresbeginn gegolten hätte. Darauf komme ich noch zu sprechen.



Klar sieht man in der obigen monatlichen Übersicht, dass die Aufwärtsbewegungen von den Multi Asset-Zielfonds getragen wurden, während die Abwärtsbewegungen durch die Alternative-Fonds abgefedert wurden. Noch klarer würde der Zusammenhang ausfallen, wenn ich statt der Monatsergebnisse die Ergebnisse der Auf- und Abwärtsphasen darstellen würde, denn wir hatten ja Monate, in denen es zunächst Gewinne und dann Verluste (oder umgekehrt) gab. Allerdings müsste man bei kürzeren Zeiträumen u.a. auch die unterschiedlichen Cut-off-Zeiten und den Zeitpunkt der Kursveröffentlichung berücksichtigen, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.

Die aktuelle Allokation hätte sich - siehe auch letzte Grafik im Monatsbericht per 30.09.2018 - also besser entwickelt als die tatsächliche Allokation des MBUI. Nun kann man trefflich darüber streiten, wie sinnvoll eine solche "Was-wäre-wenn-Betrachtung" ist. Für das Management des Fonds ist diese Betrachtung natürlich von Bedeutung und deshalb sollte diese Rückrechnung für die Entscheidung, jetzt zu investieren, mindestens genauso bedeutsam sein wie die Betrachtung der tatsächlichen Performance ("Die Windschutzscheibe ist größer als der Rückspiegel"). Bleibt noch die Frage, warum der eine oder andere Fonds nicht früher ausgetauscht worden ist. Ganz einfach, weil eine Investition in einen neuen Fonds von einer umfangreichen Prüfung abhängig ist, die häufig auch den persönlichen Kontakt mit dem Fondsmanagement bedingt. Würde die Investition in neue Fonds einfach "hoppla-hopp" erfolgen, so wäre auch schon manche zusätzliche Enttäuschung allokiert worden, die dem MBUI bei sorgsamer Vorbereitung eines jeden Investments erspart geblieben ist.  

Aber schauen wir, wie sich die nun aktuelle Allokation im Oktober bewähren wird. Aufgrund dieses ohnehin schon viel zu lang geratenen Tagebuch-Updates verschieben wir die Besprechung der im Monatsbericht schon angekündigten Untersuchungsergebnisse in den nächsten Monat. Einverstanden?

Bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat


Wichtiger Hinweis:

Diese Mail ist eine ausschließlich für Finanzanlageberater bestimmte Werbeunterlage und dient einzig und allein Informationszwecken. Die Angaben beruhen auf Quellen, die als zuverlässig eingestuft werden, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass dies keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen darstellt. Anlageentscheidungen sollten nur auf der Grundlage der aktuellen Verkaufsunterlagen (Wesentliche Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt und soweit veröffentlicht, der letzte Jahres- und Halbjahresbericht)  getroffen werden, die auch die allein maßgeblichen Anlagebedingungen enthalten. Die Verkaufsunterlagen sind über www.mbui.info abrufbar. Die zur Verfügung gestellten Informationen bedeuten keine Empfehlung oder Beratung. Weder LORIAC noch die Kapitalverwaltungsgesellschaft oder deren Kooperationspartner übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieses Dokuments oder dessen Inhalts..

Impressum   Datenschutzerklärung

Wenn Sie diese E-Mail (an: alexander.querfurth@aqam.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Low Risk Asset Control GmbH (LORIAC)

Bruchweg 1
31020 Salzhemmendorf
Deutschland

05153/963070
mail@mbui.info
www.mbui.info
CEO: Friedhelm Walta
Register: HRB-Nr. 213579
Tax ID: Steuernummer: 22/200/58705