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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für November 2018
... Beruhigung nach dem Horror-Oktober


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

keimte Ende November noch die Hoffnung, dass eine Jahresend-Rallye das Jahresergebnis noch ein wenig kosmetisch aufpolieren könnte, so hat sich diese inzwischen längst ins Gegenteil verkehrt. Aktuell 7% Minus im DAX und noch deutlich schlimmere Zwischenergebnisse in den USA sprechen eher für einen weiteren Desastermonat und so mancher mutmaßt schon, dass es sich vielleicht um den schlimmsten Dezember seit den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts handeln könnte.

Aber lassen Sie mich der Reihe nach berichten, denn der November präsentierte sich ruhig und fast ausgeglichen, wenngleich es unter der Oberfläche weiter brodelte.

Die "tektonischen Verschiebungen" sind teilweise so schlimm, dass die mehrfach gestellte Frage, was wir bei einer Ausweitung des Drawdowns unternehmen wollen, eigentlich nur offensiv beantwortet werden kann: Wer erst die Verluste macht und dann verkauft, war noch niemals gut bedient. Bereits laden die "stillen Reserven" in den Bewertungen vieler MBUI-Zielfonds dazu ein, zu investieren. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass Verkaufen, um das Risiko rauszunehmen oder zumindest zu mindern, kein sinnvolle Option sein kann. Bleibt zu hoffen, dass die Märkte zumindest technisch reagieren, bevor die intern angestrebte 10%-Verlustgrenze gerissen wird. Wie es zu dieser katastrophalen Marktentwicklung kommen konnte? Dazu sicher mehr in der Dezemberausgabe. Jetzt aber erst mal zu den Entwicklungen im November.

Ihr/Euer Jürgen Dumschat


(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)



Donnerstag, 01.11.2018

Der "Volatilitätsfonds 1" hatte im Oktober erst ein neues Allzeithoch und anschließend einen neuen Maximum Drawdown markiert. Wie im letzten Update des Tagebuchs bereits skizzert ging es natürlich erst noch mal kräftig nach unten. Immerhin liegt der aktuelle Anteilspreis inzwischen wieder über dem Einstandspreis der Nachinvestition (grünes Sternchen):




Montag, 05.11.2018

Natürlich wird die Allokation des MBUI ständig überprüft. Alternativen werden durchgerechnet und - je nach Ergebnis - verworfen oder für eine detailliertere Prüfung empfohlen. Wie fügt sich der "Neue" in die Gesamtallokation ein? Stärkt der Fonds mit seiner rollierenden Calmar Ratio die MBUI-Struktur? Wie verändert sich der DRI (Drawdown-Risiko-Indikator)? Wie verändern sich die Korrelationen der täglichen Anteilspreisveränderungen? Findet man die DNA des Konzeptes in der täglichen Realität wieder und wie nachhaltig wird die Strategie eingeschätzt? Von einem Dutzend geprüfter Fonds schaffen es dann ein oder bestenfalls zwei in die engere Auswahl.

Zeigt man den so selektierten Fonds im grafischen Vergleich zu einem Austauschkandidaten, so ist die übliche Reaktion, dass man es doch auf Anhieb sähe, wer hier der bessere ist. Aber das ist zu kurz gegriffen, denn oft ist es nur zeitraumabhängig, ob ein Fonds im Vergleich gut oder schlecht aussieht. Unterschiede können auch auf unterschiedliche Konzepte zurückzuführen sein, so dass auch ein Abgleich mit den jeweiligen Marktphasen, in denen Konzepte ihre Stärken ausspielen oder ihre Schwächen offenbaren, vonnöten ist. 

Gerade nach einem so schrecklichen Monat wie dem Oktober gibt es natürlich genügend Zahlenmaterial für eine Erkenntnis-Revision. Viele Fonds schraubten ihren Maximum Drawdown nach oben. Vielfach steht diese Entwicklung im Einklang mit den einschlägigen Wettbewerbern, so dass kein Hinweis auf ein grundsätzliches Versagen des Fondskonzepts und/oder des Managers erkennbar ist. Aber manchmal ist auch nur der Bessere der Feind des Guten und genau deshalb wurden heute zwei Fonds eingewechselt. Im Gegenzug wurde der "Acatis ELM Konzept" verkauft sowie die Position des "Ausgewogenen Mischfonds 2" halbiert. In beiden Fällen habe ich an der Qualität des Managements nichts auszusetzen, glaube jedoch, einen Fonds gefunden zu haben, der das Risiko runterschraubt, ohne die Chancen zu beschneiden.

Der eingewechselte Fonds ist zwar erst im April des Jahres aufgelegt worden. Es handelt sich jedoch um in probates Konzept, welches vor einem halben Jahr in einer risikoärmeren Variante aufgelegt wurde, die absolut plausibel erscheint. Nicht umsonst liegt der Fonds seit Auflage Ende April mit gut 4% im Plus. Bemerkenswert ist seine Aufwärtsbewegung über den Sommer - ein Phase, in der viele Fonds schon erste Schwächeanfälle erlitten. Seine Schwankungen sind dabei marginal:



Dem "Ausgewogenen Mischfonds 2" traue ich aufgrund seines Strategieansatzes eine bessere Aufwärtsdynamik bei einer einsetzenden Erholung der Märkte zu, weshalb diese Position trotz der zuletzt im Vergleich zum ELM-Fonds schlechteren Entwicklung (die nicht nur aus der Performncedifferenz hergeleitet ist) nur halbiert wird. Sollte es hier eine Enttäuschung geben, steht auch die andere Hälfte zur Disposition.

Zudem haben wir auch noch den "Defensiven Mischfonds 5" allokiert. Dessen bisherige Entwicklung konnte jedoch für eine Entscheidungsfindung nicht herangezogen werden, denn das Fondsvolumen tendierte aufgrund einer kompletten Umstellung des Fonds gegen null. Hier hatte ein Fondsmanager mit einem neu aufgelegten Fonds nahezu das komplette Volumen des Fonds abgezogen. Übernommen hat den Fonds ein uns bestens bekannter Manager, der in den letzten Monaten zeigte, dass er unserer Erwartungshaltung an einen defensiven MIschfonds deutlich besser entspricht als viele bekannte defensiven Mischfonds.

Mittwoch, 07.11.2018


In normalen Zeiten wäre es kaum eine Erwähnung wert. Derzeit ist es jedoch etwas ganz Besonderes, wenn ein Fonds ein neues Allzeithoch markiert. Die Mehrzahl aller Fonds - und dies trifft nicht nur für die MBUI-Zielfonds zu - liegt nämlich seit Jahresbeginn im Minus. Nicht so der "Flexible Long/Short-Aktienfonds Europa 1". Dessen Maximum Drawdown in diesem Jahr (4,06%) datiert vom März und sein höchster Rückgang in der zweiten Jahreshälfte beträgt gerade mal 1,68%. Seit Jahresbeginn liegt der Fonds mit 3,26% im Plus. Leider habe ich mich erst im September (grünes Sternchen in der Grafik) für den Kauf entschieden. Trotzdem hat diese Position bereits Geld für den MBUI verdient:




Donnerstag, 15.11.2018

Die Naturkatastrophen in den USA bringen uns mit Blick auf den "Versicherungs-Mischfonds" mal wieder in Wallung. Die "California Wildfires" sind inzwischen die mit Abstand schlimmsten Waldbrände, die Kalifornien jemals erlebt hat. Besondere Anteilnahme aus Deutschland ist sicher, seit bekannt wurde, dass auch das Haus von Familie Gottschalk bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist. Das Management des "Versicherungs-Mischfonds" war aus grundsätzlichen Erwägungen nur sehr gering in Cat Bonds dieses Segments investiert. Wie immer werden wir - teilweise mehrmals - wöchentlich vom Fondsmanagement detailliert über die Entwicklungen informiert. Vorläufige Berechnungen gehen von einem Impact für den Fonds in der Spanne zwischen 0,5% und 1,8% (letzteres ist der absolute Worst Case) aus. Eine ganze Reihe von Cat Bonds (in die der Fonds nicht investiert ist) dürfte jedoch einen Totalausfall erleiden.

Mittwoch, 21.11.2018

Der Worst Case für den Versicherungs-Mischfonds ist vorerst eingetreten, denn die anhaltenden Waldbrände und die zunehmende Zahl von Todesopfern schickten den Cat Bond-Markt nun definitiv auf Talfahrt. Es geht hier nicht um tatsächliche Verluste, denn die werden sich wohl eher in der unteren Hälfte der am vergangenen Donnerstag genannten Spanne bewegen. Aber wie stets in solchen Situationen kommt erst mal der gesamte Cat Bond-Markt unter die Räder, weil viele Anleger panisch verkaufen, weil sie gar keinen Überblick haben, in welche Risiken sie tatsächlich investiert sind.

Für den Versicherungs-Mischfonds, der ja nur einmal wöchentlich einen Anteilspreis ermittelt, ging es am vergangenen Freitag erst mal 2,78% abwärts. Allerdings liegt der Fonds trotz dieses Drawdowns seit Jahresbeginn nur mit 1,43% im Minus. Vielleicht reicht es ja noch für ein kleines Plus bis zum Jahresende?

Freitag, 23.11.2018

Heute ist "Black Friday" und alle Welt stürzt sich auf die vermeintlichen Schnäppchen, deren Rabatte vor allem deshalb so hoch erscheinen, weil die Preise im Vorfeld nach oben gezogen wurden. Das ist an den Aktienbörsen aktuell so ähnlich. Der Unterschied: An den Börsen üben die Kunden (sprich: Anleger) jedoch Abstinenz. Natürlich könnten die Kurse noch weiter fallen, doch dürften die nach wie vor nicht gelösten Probleme (Brexit, Zölle und drohender Handelskrieg, globale Verschuldung, nachlassendes Wirtschaftswachstum) inzwischen weitgehend eingepreist sein, so dass positive Nachrichten (bspw. eine Rücknahme des Brexit nach erneutem Referendum) sehr schnell eine massive Gegenbewegung auslösen könnten. Wer jetzt - nach gemachtem Verlust - verkauft, der ist dann nicht dabei. Besonders schlau kann es nicht sein, Verluste zu realisieren und auf die sich daraus ergebenden Chancen zu verzichten. Wie sagte schon André Kostolany: "Wer Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen."

Aber es geht ja gar nicht nur - auch wenn es oft so scheint - um die Aktienkurse, sondern auch um die relativen Verwerfungen, die dazu gewführt haben, dass unterschiedlichste Alternative-Strategien in Mitleidenschaft gezogen wurden. Diese relativen Fehlbewertungen können sich auch bei weiter fallenden Aktienkursen wieder normalisieren, was dazu führen könnte, dass Alternative-Zielfonds des MBUI ihre außergewöhnlichen Verluste - zumindest teilweise - kompensieren. Dies könnte auch bei stagnierenden oder gar weiter fallenden Aktienkursen für eine unterm Strich positive Entwicklung des MBUI sorgen. Schließlich hat so manche Long/Short- oder Relative Value-Strategie in den letzten Wochen und Monaten so viel verloren, wie sie bei normalen Marktverhältnissen in zwei oder drei Jahren gewinnt. Hier stecken die stillen Reserven, die man bei den aktuellen Anteilspreisen günstig erwerben kann. Da wäre es natürlich ideal, den Verlust nicht gemacht zu haben, um nun in die Chancen zu investieren.

Freitag, 30.11.2018

Am letzten Handelstag des Monats wechselte der MBUI-Anteilspreis von einem leichten Plus zu einem Minus von 0,03% für den November. Nach dem fürchterlichen Oktober ist dies schon fast ein Befreiungsschlag. Schön wäre es, wenn der Dezember nun für eine Gegenbewegung oder gar die vielfach beschworene Jahresendrallye gut wäre.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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