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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Dezember 2018
... ein Jahr zum Abgewöhnen


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

alle Hoffnungen auf eine Jahresendrallye, die das Jahresergebnis noch ein wenig hätte aufpolieren können, machten letztendlich die Anleger selbst zunichte. Sie waren es schließlich, die massiv verkauften und dafür Sorge trugen, dass z.B. der DAX - genauso wie der EuroSTOXX 50 - am vorletzten Handelstag des Jahres seinen Jahrestiefststand markierte. Einen Handelstag zuvor erlebten die amerikanischen Märkte (Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq) ihren Jahrestiefststand. Das ist vor allem deshalb schlimm, weil Anleger dem Ergebnis eines Kalenderjahres ganz besondere Bedeutung beimessen. So war der DAX-Drawdown von April 2015 bis Februar 2016 rund 20% höher als der des Jahres 2018. Er verteilte sich jedoch auf zwei Kalenderjahre, die beide für sich betrachtet ein positives Ergebnis auswiesen. So erscheint vielen das Jahr 2018 viel schlimmer. Merke: Anlegerpsyche und Logik stehen sich oft diametral gegenüber.

Aber lassen Sie uns die Ereignisse, die mir einen Tagebucheintrag wert waren, der Reihe nach Revue passieren.

Ihr/Euer Jürgen Dumschat


(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)



Montag, 03.12.2018

DAX plus 1,85% - so kann es weitergehen. So mancher Mischfondsmanager verringert seine Cashquote. Beim MBUI ist die Cashquote keine taktische Position. Sie lag jüngst etwas höher, um eventuelle Mittelabflüsse problemlos bedienen zu können. Doch im November hielten sich Mittelzu- und -abflüsse nahezu die Waage. Ich habe deshalb heute den "Ausgewogenen Mischfonds 3" geordert. Der Fonds, dessen Manager vor ein paar Jahren bereits mit mir auf Tour durch Deutschland waren, präsentiert sich nach wie vor makellos. Zudem ergänzt er sich prima mit verschiedenen anderen Fonds - hier besispielhaft anhand des "Volatilitätsfonds 2" gezeigt:



In nunmehr acht Jahren waren beide Fonds nur einen einzigen Monat gleichzeitig in einer Verlustphase. Zudem ist der diesjährige Maximum Drawdown nur etwa halb so hoch wie der 2011er-Drawdown. Das ist vollkommen untypisch für einen ausgewogenen Mischfonds und deshalb eines von vielen guten Argumenten für diesen Fonds. Mit knapp 4% Plus in diesem Jahr fällt der Fonds ebenfalls aus dem Rahmen:



Mit nur 5,69% Maximum Drawdown in diesem Jahr kann sich der Fonds ebenfalls sehen lassen. Immerhin hatte der maximale Rückgang von April 2015 bis Februar 2016 bei 10,03% gelegen, womit der Fonds keineswegs aus dem Rahmen gefallen war. In 2011 waren es 11,55%. Die Calmar Ratio seit Auflage liegt bei 0,60 und damit um etwa die Hälfte höher als der Durchschnitt aller MBUI-Zielfonds. Das ist eine gute Verstärkung in jeder Hinsicht.

Mittwoch, 05.12.2018

Deutsche Autobosse werden zu Gesprächen zur Vermeidung von Autozöllen im Weißen Haus empfangen, die USA führen Gespräche mit China, Italien überdenkt die Höhe seines geplanten Haushaltsdefizits und auch die Chancen für einen geordneten Brexit (oder gar eine Rücknahme des Brexit-Antrages) sind noch nicht vertan. Überall keimt die Hoffnung, doch der positive Auftakt der Börsen am Montag der Woche ist schon wieder verspielt. Die Aktienkurse geben mal wieder Anschauungsunterricht dafür, was mit "Sägezahnmärkten" gemeint sein könnte. Apple minus 4,4%, Amazon minus 5,8%, Goldman Sachs minus 7,3%, der Dow Jonmes verliert 800 Punkte. Gestern war einer der heftigsten Verlusttage des Jahres.

Donnerstag, 06.12.2018

Es gibt offensichtlich eine Reihe von Private ILS-Fonds (ILS steht für Insurance Linked Securities), welche um die notwendige Liquidität für die Erneuerung ihrer zum Jahresende fälligen ILS-Verträge kämpfen. Infolgedessen verkaufen diese Fonds nun liquide Cat Bonds, um Cash zu beschaffen. Das drückt auf die Preise, deren dadurch ausgelöster Rückgang aber fundamental natürlich nicht gerechtfertigt ist. Es handelt sich vor allem um Fonds mit Hoch-Risiko-Strategien, deren Situation sich durch die jüngst relevanten Ereignisse wie die Hurricans "Florence" und "Michael" sowie die Waldbrände in Kalifornien deutlich verschlechtert hat. Der Manager des "Versicherungs-Mischfonds" schätzt, dass die Kurse von Cat-Bonds im Durchschnitt um 2 - 3 Prozentpunkte unter ihrem erwarteten Wert zu diesem Zeitpunkt im Kalenderjahr liegen. Einzelne Anleihen wurden an Sekundärmärkten zu noch attraktiveren Abschlägen gehandelt. Mit diesen Informationen in der Hinterhand kann das bisherige Ergebnis des "Versicherungs-Mischfonds" (minus 4,5% in diesem Jahr) durchaus als attraktiv bewertet werden.


Dienstag, 11.12.2018

War das gestern die finale Kapitulation? 7,36% hat der DAX in den letzten fünf Handelstagen verloren. Heute geht es aufwärts.

Mittwoch, 12.12.2018

Die Aktienkurse steigen weiter. Macht sich da Hoffnung breit? Ich bleibe vorsichtshalber erst mal skeptisch. Nutznießer der Schaukelbörsen scheint der "Flexible Long/Short-Aktienfonds Europa 1" zu sein. Der kann bekanntlich sein Netto-Aktienexposure in der Bandbreite von minus 20% bis plus 50% flexible steuern und macht offensichtlich auch ordentlich Gebrauch von den ihm gegebenen Möglichkeiten. Heute erreichte der Fonds ein neues Allzeithoch. Es gibt also doch noch Alternative-Konzepte, die auch in solchen irrationalen Märkten funktionieren. Doch es sind derzeit allenfalls wenige Außenseiter, die glänzen können. Ein Plus von 3,5% in diesem Jahr und durchschnittlich knapp 10% p.a. über die letzten knapp drei Jahre - das kann derzeit kaum ein Long-only-Aktienfonds vorweisen.




Donnerstag, 20.12.2018

Die 4. Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr. Obwohl dies zu erwarten war (die Fed musste geradezu ihre Unabhängigkeit von den Forderungen des Präsidenten unter Beweis stellen), brechen die Aktienmärkte in den USA erneut ein. Auch der DAX tendiert zu einem neuerlichen Jahrestief. Damit ist dieser Dezember (vorbehaltlich der letzten drei Handelstage) der schwärzeste Dezember seit 1931. Unterm Strich sieht der US-Aktienmärkt für den Euro-Anleger aufgrund der Kursgewinne des US Dollar immer noch ganz gut aus. Da werden wieder eine ganze Reihe von Fonds mit ihren Euro-Anteilsklassen, die tatsächlich nur den US Dollar-Kurs in Euro umrechnen, die Rankings dominieren. Gehedgte Anteilsklassen, in die Euroanleger eigentlich investieren sollten, wenn sie auf Fondsmanagement statt auf Währungsspekualtion setzen wollen, werden jedoch bestenfalls im Mittelfeld ihrer jeweiligen Vergleichsgruppen zu finden sein. Die Mehrzahl der Anleger kennt (oder beachtet) den Unterschied nicht und kauft dann im nächsten Jahr sicherlich wieder mehr Fonds ohne Währungsabsicherung. Diese hatten zuletzt in 2017 stark enttäuscht. Aber wer erinnerst sich schon daran?

Freitag, 21.12.2018

Von wegen ZInswende: Der EONIA-Zins markierte mit minus 0,374% einen neuen Tiefststand.  

Mittwoch, 26.12.2018

An den Weihnachtsfeiertagen werden in vielen Teilen der Welt die Börsen nicht gechlossen, so z.B. in China oder Japan, weil dort gar nicht Weihnachten ist oder in den USA, weil es schon immer so ist, dass Wallstreet am 2. Weihnachtsfeiertag handelt und in UK, wo heute sogar die komplette Premier League Fußball spielt. So können wir also bei geschlossenen Börsen zumindest beobachten, wie der Rest der Welt auf dem Weg nach unten noch mal einen Zahn zulegt.

Freitag, 28.12.2018

Letzter Handelstag ... und schon setzt die Jahresendrallye ein. Aber Zynismus hilft nicht wirklich dabei, dieses Jahr zu verkraften. Erst in ein paar Jahren wird dies im Rückblick besser gelingen, denn dann wird erneut klar sein, dass es auch dieses Mal aus dem Tal der Tränen auf zu neuen Gipfeln geht. Ob diese neuen Gipfel schon in 2019 erreicht werden können, oder ob sie nur in Sichtweite kommen, bleibt abzuwarten.

Montag, 31.12.2018

Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich ein solches Quartalsergebnis für einen ausgewogenen Mix unterschiedlichster Multi Asset- und Liquid Alternative-Strategien nicht für möglich gehalten hätte. Selbst in der Finanzkrise, als die Auswahl an funktionierenden Alternative-Strategien noch viel geringer war, habe ich so etwas nicht erlebt. Wie macht man Anlegern klar, was hier passiert ist und welche Chancen sich damit für die Zukunft abzeichnen. Natürlich kann man nicht halbwegs seriös prognostizieren, wann diese Chancen ergebnisrelevant werden. Dazu müsste man ja u.a. wissen, ob und wann Donald Trump oder die britische Regierung die beherrschenden Konflikte zu einem guten Ende bringen. Die kurzen Beine der politischen Börsen sind in diesem Jahr ganz schön gewachsen.

6,76% Minus fuhr der MBUI im vierten Quartal ein, das ist - ich kann es gar nicht oft genug betonen - absolut ungewöhnlich. Immerhin hatten 27 der 30 aktuell allokierten MBUI-Zielfonds in diesem Jahr ein Allzeithoch erreichen können, mehr als die Hälfte davon sogar im zweiten Halbjahr.

Dass der MBUI, der bei der Plattform "Asset Standard" in der Gruppe der flexiblen Mischfonds geführt wird, in diesem Jahr erneut eine deutlich bessere Ertrags/Risiko-Relation gezeigt hat als die breite Masse der Fonds, ist nur ein geringer Trost. Aber zumindest muss ich mich unter diesen Umständen nicht fragen lassen, ob ich das Fondsmanagement nicht lieber an einen Robo Advisor abgeben sollte. Hier werden die Ergebnisse nämlich allemal ebenfalls - um es mal vorsichtig zu sagen - ernüchternd aussehen.



Nur die wenigen Fonds (siehe gelb unterlegte Fläche "oben links" vom MBUI) haben eine bessere Ertrags/Risiko-Relation vorzuweisen, wobei sich die Betrachtung natürlich nur auf das Kalenderjahr 2018 bezieht. Schaut man sich die Fonds im linken oberen Quadranten näher an, so findet man zum Beispiel diesen hier, der über die letzten acht Jahre im Schnitt lediglich 0,47% p.a. erwirtschaftet hat. Klar, dass solche Fonds in einem Jahr wie 2018 weniger als der MBUI bei geringerer Volatilität verlieren. Aber was heißt das schon?



Aber ich will mir das Jahr nicht schönrechnen und ich will schon gar nicht zufrieden sein, denn dazu gibt es absolut keinen Anlass. Es war ein fürchterliches Jahr und der MBUI spiegelt dies leider in seinem Ergebnis, welches just zum Jahres-Ultimo seinen Tiefststand erreichte. Genau das macht es besonders schlimm, weil dem Ergebnis eines Kalenderjahres - natürlich völlig zu Unrecht - eine deutlich höhere Aussagekraft zugetraut wird als irgendeinem Ergbnis über beliebige 365 Kalendertage.

Wechseln wir also ins Jahr 2019, für welches ich Ihnen - und natürlich auch dem MBUI - alles erdenklich Gute wünsche.


In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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