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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Januar 2019
... Januar-Rallye: Erste Korrekturen der 2018er-Verwerfungen


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

nachdem das Jahr 2018 sich mit den Jahrestiefstständen an den maßgeblichen Börsen verabschiedete, wurde mehr und mehr klar, wie stark der natürliche Lebensraum vermögensverwaltender Fonds unter den Umwelteinflüssen gleichgerichtet und ohne fundamentalen Background agierender Anleger eingeschränkt worden war. Die einzige Höffnung war, dass sich die tektonischen Verschiebungen nicht in einem Erdbeben entladen, sondern sich - wie es an Märkten, deren Preise im Spannungsfeld von Angebot und Nachfrage gebildet werden, üblich ist - wieder in die üblicher Bandbreite fundamentaler Rechtfertigung zurück entwickeln. Der Januar verlieh dieser Hoffnung Nachdruck. Isoliert betrachtet waren die Januar-Ergebnisse eine maßlose Übertreibung. Im Kontext der Entwicklung des letzten Quartals betrachtet waren sie hingegen nur Teil einer anstehenden Korrektur.

Aber lassen Sie uns die Ereignisse, die mir einen Tagebucheintrag wert waren, der Reihe nach Revue passieren.

Ihr/Euer Jürgen Dumschat


(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)


Dienstag, 01.01.2019

Heute vor 95 Jahren wurde Charlie Munger, der Geschäftspartner von Warren Buffet geboren. Er versprüht immer noch Energie und arbeitet bestimmt nicht weiter, weil er nicht genügend für den Ruhestand gespart hat. Das lateinische Sprichwort "Mens sana in corpore sano" (Ein gesunder Geist durch einen gesunden Körper) funktioniert offensichtlich auch umgekehrt. Komisch, dass ich immer wieder ungläubig angeschaut werde, wenn ich als vorläufiges Ziel verkünde, dass ich mindestens bis zu Alter von 75 Jahren arbeiten möchte. Mein Geheimnis: Auch ich habe Spaß an meiner Arbeit. Happy Birthday, Charlie!

Mittwoch, 02.01.2019

Die Unsicherheiten bleiben. Der Start ins neue Jahr versprühte keine Aufbruchstimmung. Der DAX stieg zwar um 0,20%, doch das kann man angesichts der Entwicklungen zum Jahresende wohl noch nicht mal als technische Korrektur bezeichnen. 

Heute (zumindest per heute) erfolgt erstmals die Besteuerung der fiktiven Vorabpauschale. Fonds, die in 2018 mit Minus abgeschnitten haben, müssen keine Steuer abführen. Damit ist die Befürchtung, dass es zum Jahresanfang zu einer Verkaufswelle kommt, um Liquidität für die Abführung der Steuer zu beschaffen, für dieses Jahr vom Tisch, denn die überwältigende Mehrzahl aller Fonds hat 2018 mit einem Minus abgeschnitten.

Bemerkenswert heute: Der REX P steht aktuell nur noch 0,62% unter seinem Alltime-High vom Juli 2016. Wer hätte das gedacht?

Donnerstag, 03.01.2019

Es fehlt nicht mehr viel, damit der DAX über vier Jahre im Minus steht. DAX-Schlusskurs heute: 10.416,66 - das ist der tiefste Stand seit dem 22.01.2015. Ein "Pantoffelportfolio", wie von Finanztest vor vier Jahren tatsächlich empfohlen, bestand zu jeweils 50% aus einem DAX-ETF und einem ETF für Euro-Anleihen. Nachvollzogen am "iNAV iSHARES DAX DE UCITS" (WKN 570477) und am "iShares Euro Aggregate Bond UCITS ETF" (WKN A0RGEN) macht das per heute eine Performance von exakt Null seit dem 22.01.2015. Mit einem "DJE Zins & Dividende" oder einem "ACATIS GANÉ Value Event" (und vielen anderen Multi Asset-Fonds) hätte man im gleichen Zeitraum jeweils 15% Plus oder gar mehr erzielt - und das sogar häufig bei geringerer Schwankung.  

Freitag, 04.01.2019

Offensichtlich will der DAX ein Vier-Jahres-Minus vermeiden, denn heute gab es 3,36% Plus (!) für den deutschen Aktienindex. Haben heute die institutionellen Anleger gekauft, deren Risikobudgets im vergangenen Jahr verbraucht waren? Neues Spiel - neues Glück! Mich beschleichen leider Erinnerungen an den letztjährigen Januar, als der DAX gleich im ersten Monat des neuen Jahres seinen Jahreshöchststand erreichte.

Dienstag, 15.01.2019

Es geht weiter aufwärts. Zur Abwechslung geht es mit dem DAX nun seit fast zwei Wochen drei Schritte nach oben und nur einen Schritt nach unten. Bilanz nach zwei Wochen: 3,14% Plus für den DAX und stolze 1,55% Plus für den MBUI. Interessantes Detail dabei: Die gute Performance des MBUI wird mehr von den Alternative- als von den Multi Asset-Zielfonds des MBUI getragen. Letztere haben sich im Schnitt der ersten zwei Wochen pro Tag um 0,16% verbessert, während die Multi Asset-Fonds täglich im Schnitt nur 0,13% zum Ergebnis beitrugen. Offensichtlich beginnen die Märkte bereits, die fundamental nicht gerechtfertigten Verwerfungen des letzten Quartals wieder abzubauen.

Bei manchen Fonds kann man dies gut beobachten. So litt bspw. der "Volatilitätsfonds 1" Ende letzten Jahres darunter, dass der VIX (der Volatilitätsindex auf den S&P 500) trotz des negativen Marktumfelds keinen signifikanten Anstieg verzeichnete. Lediglich an einem Tag (ausgerechnet am 24.12.2018) überschritt der VIX die Marke von 30 Punkten. Ansonsten bewegte er sich im mittleren 20er-Bereich. Damit kam es zu keinem stärkeren Anstieg der Long-VIX-Optionen, die im Normalfall den Drawdown in einem negativen Marktumfeld reduzieren. So hat der "Volatilitätsfonds 1" im Dezember die schlechteste Monatsperformance seit seiner Auflage im Jahr 2012 in Kauf nehmen müssen. Bei der Normalisierung in diesem Jahr kam es dann aber umgekehrt auch nicht zu einem stärkeren Verlust der Long-Position im VIX, was den überproportional starken Anstieg des Fondspreises (siehe Grafik im Monatsbericht) erklärt.

Mittwoch, 16.01.2019

Die Volatiltät des MBUI - berechnet auf Basis täglicher Anteilspreise - belief sich per Ende 2018 auf 2,70%. Mit dem starken Anstieg des Anteilspreises in diesem Jahr ergibt sich für die erste Monatshälfte eine Volatilität von 4,09%. Seit Auflage stieg die Volatilität dadurch auf 2,74% - kein Drama, aber es zeigt mal wieder, dass eine höhe Volatilität kein Gradmesser für höheres Risiko sein muss. Upside-Volatilität ist immer herzlich willkommen!

Freitag, 17.01.2019

Die sich ständig verändernde Watchlist potentieller Kandidaten für den MBUI hat sich in den letzten Tagen stark verkürzt. Manches interessant erscheinende Konzept wurde durch die Entwicklungen im letzten Jahr in die Disqualifikation getrieben. Beispiel gefällig? Der "NIXDORF Quant 1" wurde Ende Februar 2017 aufgelegt. Anlageberater ist die Frankfurt School Financial Services GmbH. "Die Aktienquote des Fonds variiert je nach Marktumfeld zwischen Null und 100%. Für die Investitionsentscheidungen werden verschiedene empirisch beobachtete Effekte, moderne Portfoliooptimierungs-Ansätze und wissenschaftlich fundierte Risikomessverfahren genutzt. Anlageentscheidungen werden auf Grundlage eines computergestützten Handelssystems getroffen, jedoch sind diskretionäre Eingriffe jederzeit möglich." - so die Zusammenfassung des Konzepts. Die ausführliche Präsentation des Fondskonzeptes weckte Interesse, wenngleich "empirisch beobachtete Effekte" immer den Verdacht nahelegen, dass die Zukunft aus Vergangenheitsentwicklungen herleitbar sein soll. Also hieß es: Erst mal abwarten und beobachten.


24,05% Drawdown waren dann nicht das, was meine Erwartungshaltung an diesen Fonds gewesen war. Um eine Calmar Ratio von 0,5 zu erreichen, müsste der Fonds über einen längeren Zeitraum eine annualisierte Rendite von ca. 12% erzielen - nicht so einfach, wenn erst mal 20% Minus aufzuholen sind, denn wenn der Drawdown kompensiert ist, startet der Fonds ja zunächst mal mit Null-Rendite für einen beträchtlichen Zeitraum. Angesichts des extrem geringen Fondsvolumens geht unsere Prognose eher in Richtung Fondsliquidation. Aber warten wir´s ab.

Donnerstag, 24.01.2019

Der Fondskongress in Mannheim steht vor der Tür und bei mir häufen sich die Termine für Einzelgespräche mit Managern von MBUI-Zielfonds, aber auch mit Initiatoren junger Fonds oder solchen Fonds, die erst noch aufgelegt werden sollen. Gleichzeitig läuft ja bereits seit etlichen Wochen die Selektion überdurchschnittlich guter vermögensverwaltender Fonds für den Finanzen Verlag, mit dem zusammen ich nun bereits im 10. Jahr das €uro-spezial "Vermögensverwaltende Fonds" vorbereite (Erscheinungstermin im April).

Dabei bekomme ich hin und wieder ein Fonds auf den Radarschirm, bei dem es offensichtliche Veränderungen - zum Vorteil - gab. Aktuell "stolpere" ich über einen Fonds, der schon seit mehr als einem Jahrzehnt mit künstlicher Intelligenz (damals nannte man es noch ein "neuronales Netz") arbeitet. Das hat über die Finanzkrise gut geklappt, doch danach fanden die Algorithmen nicht die für diskretionäre Manager offensichtlichen Trigger für den Wiedereinstieg. Siebeneinhalb Jahre lag der Fonds "under water" - verständlich, dass ich ihn nicht auf der Watchlist hatte. Doch einmal im Jahr hinschauen, kann - wie sich an diesem Beispiel zeigt - sehr sinnvoll sein. Das neuronale Netz wurde nämlich gegen neue Algorithmen ausgetauscht. 20 Jahre alte statistische Erkenntnisse sind für die heutigen Herausforderungen eben einfach keine vernünftige Grundlage mehr (eine Erfahrung, die im letzten Jahr viele Robo Adviser machen mussten).


Die Entwicklung seit Neuausrichtung kann sich sehen lassen, wobei mir die schwarze Null des zweiten Halbjahres 2018 viel mehr imponiert als die 15,6% Plus in den ersten 12 Monaten nach Neubeginn des bereits 1998 aufgelegten Fonds. Das kann eine sehr gute Ergänzung der MBUI-Zielfonds werden.

Donnerstag, 31.01.2019

Die Börsen haben im Januar nicht schlapp gemacht, auch wenn der DAX in den letzten Januartagen noch mal gut 100 Punkte abgab. Am Ende wurden 5,82% Plus über die Ziellinie gerettet. Der MBUI lieferte phänomenale 2,48% ab - mehr als doppelt so viel wie das bislang beste Monatsergebnis. Dass dieses MBUI-Ergebnis nicht einer hohen Abhängigkeit von den Aktienmärkte zu verdanken ist, liegt bei der breiten Diversifikation konzeptioneller Ansätze auf der Hand. Für Zweifler dazu noch ein paar Erkenntnisse, auf die ich zur Monatsmitte schon hingewiesen hatte:

Der DAX hatte im Januar an insgesamt 22 Handelstagen 12 positive und 10 negative Tagesergebnisse vorzuweisen. Der MBUI hingegen konnte an 18 Tagen gegenüber dem Vortag zulegen. Die Liquid Alternative-Zielfonds des MBUI haben im Januar im Schnitt 0,11% pro Tag verdient. Die Multi Asset-Zielfonds konnten im Schnitt um 0,12% pro Tag zulegen. Im Normalfall haben die Multi Asset-Zielfonds bei starken Aktienbörsen ein in etwa doppelt so hohes Ertragswachstum wie die Alternative-Fonds, die ja im Gegenzug auch deutlich weniger schwanken.

Das Mean Reversion-Prinzip funktioniert also früher zu Gunsten des MBUI als von mir erwartet. Die Tatsache, dass keines der zum Jahresende bekannten Probleme (drohender Handelskrieg, Brexit, Verschuldung, nachlassendes Wirtschaftswachstum etc.) im Januar gelöst wurde, zeigt, dass die Börsen eben nicht rational sind. Allenfalls wurde fundamentalen Kriterien wieder mehr Beachtung geschenkt als im letzten Quartal, als das Sentiment der Anleger - abseits jedweder Vernunft - regierte. 

Ich erwarte nicht - und dafür haben Sie sicherlich Verständnis - dass es nun so weiter geht. Aber auch bei einer Seitwärtsbewegung der Aktienmärkte (die wir ja stets nur an den Indexständen - und damit am Durchschnitt - messen) könnten diverse Zielfonds von anhaltender Normalisierung profitieren und so ggfs. dem MBUi zu einem leicht positiven Ergebnis verhelfen. Ein erneuter Einbruch der Aktienkurse hingegen scheint derzeit schwer vorstellbar, denn nach wie vor sehen Anleger eher schwarz, wenn es um die Lösung der oben angesprochenen Probleme geht. Aber man weiß ja nie, welcher Schwan demnächst um die Ecke kommt, der noch viel schwärzer ist. Aktuell lassen wir die MBUI-Allokation auf jeden Fall unangetastet, um von weiterer Normalisierung zu profitieren.


In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

Wichtiger Hinweis:

Diese Mail ist eine ausschließlich für Finanzanlageberater bestimmte Werbeunterlage und dient einzig und allein Informationszwecken. Die Angaben beruhen auf Quellen, die als zuverlässig eingestuft werden, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass dies keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen darstellt. Anlageentscheidungen sollten nur auf der Grundlage der aktuellen Verkaufsunterlagen (Wesentliche Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt und soweit veröffentlicht, der letzte Jahres- und Halbjahresbericht)  getroffen werden, die auch die allein maßgeblichen Anlagebedingungen enthalten. Die Verkaufsunterlagen sind über www.mbui.info abrufbar. Die zur Verfügung gestellten Informationen bedeuten keine Empfehlung oder Beratung. Weder LORIAC noch die Kapitalverwaltungsgesellschaft oder deren Kooperationspartner übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieses Dokuments oder dessen Inhalts..

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