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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Mai 2019
... Ernüchterung im Mai

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

das tolle Ergebnis des Vormonats machte der Mai zunichte. Unterm Strich bleibt ein ytd-Plus von 2,47%. War der Mai der Beginn eines neuerlichen Einbruchs an den Börsen? Wohl kaum, meinen viele, vielleicht viel zu viele Marktteilnehmer. Brexit, Handelskrieg und Zentralbankmaßnahmen beherrschen weiter das Geschehen. Dass politische Börsen kurze Beine haben, daran kann sich kaum noch jemand erinnern. Die Uhren gehen inzwischen anders. Wer mit 30-jährigen Erfahrungen und Backtests agiert, erleidet Schiffbruch. Aber womöglich war der Mai tatsächlich nur eine willkommene Korrektur nach dem unerwartet positiven Jahresauftakt?

Ihr/Euer Jürgen Dumschat


(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)


Donnerstag, 02.05.2019


Die Abrechnung des in der letzten Ausgabe vorgestellten "Volatilitätsfonds 4" erfolgte heute. Zudem wurden der "Ausgewogene Mischfonds 3" und der "Alternative Multi Asset-Fonds 2" aufgestockt. Auch der "FvS Multiple Opportunities" ist wieder an Bord, nunmehr allerdings in der IIer-Version, denn bekanntlich ist der Ursprungsfonds als AIF klassifiziert, da er seinen Goldanteil physisch (und zeitweise auch in Höhe von mehr als 10%) hält, während der "FvS Multiple Opportunities II" den für Bert Flossbach unverzichtbaren Goldanteil über Zertifikate mit physischem Auslieferungsanspruch abbildet. Wer lässt sich nur einen solchen Unsinn einfallen, das Investieren in physisches Gold mit dem AIF-Status zu "bestrafen"?

Montag, 06.05.2019

Der DAX ist nun 14 Handelstage in Folge (also fast drei Wochen) gestiegen. Zeit, dass Donald Trump eingreift. Letzte Woche noch lobte er China und sendete Signale, dass es zu einer Einigung in Handels- und Zollstreit kommen könnte. Jetzt kündigt er aus heiterem Himmel erneut höhere Zölle für Einfuhren aus China an. Um 10:36 Uhr wird auf der Onvista-Website die Top-News mit der Headline "Investorenstimmung in Euro-Zone steigt - "Rezessionsgefahrt gebannt"neben der Spalte mit der Übersicht der Börsen gezeigt. Hier steht der DAX, der am Morgen schon mit einem Gap von 230 Punkten eröffnete, bei minus 2,04%. Da wird es wieder eine Reihe von Misch- und Long/Short-Fonds eiskalt erwischen, denn nur wer Overnight-Risiken über die letzten Wochen konsequent abgesichert hat oder hätte, könnte dem sich heute abzeichnenden Minus entgehen. Damit wäre aber auch viel von der guten Performance der letzten Wochen verloren gegangen. Wie sagt der Brite so schön: "You can´t have a cake and eat ist".

Dienstag, 07.05.2019

Seit heute ist auch der in der letzten Tagebuch-Ausgabe schon angekündigte "Volatilitätsfonds 3" im MBUI-Portfolio. Den Manager kenne ich seit vielen Jahren und habe eine sehr hohe Meinung von ihm. Mit seinem Fonds (nur einer von mehreren Vola-Fonds mit unterschiedlicher Chance/Risiko-Skalierung) beschäftige ich mich seit einiger Zeit. Insgesamt wurde der Anteil an Volatilitätskonzepten jedoch nicht erhöht, denn den "Volatilitätsfonds 1" hatten wir bekanntlich aufgrund der offensichtlichen Schwierigkeiten mit der Umsetzung der Erweiterung des Konzepts auf Credit-Vola komplett verkauft und den "Volatilitätsfonds 2" haben wir - obwohl er zuverlässig so agiert, wie wir uns das vorstellen - leicht reduziert. Warum? In diesem Fall trifft es noch nicht einmal der gute alte Spruch "Der Besere ist der Feind des Guten", denn ein "besser" oder "schlechter" gibt es in diesem Fall nicht, weil wir das Vola-Segment des MBUI mit einem weiteren Konzept diversifiziert haben. Es wäre nicht angemessen, das komplette Konzept an dieser Stelle zu erläutern. Beschäftigen wir uns einfach mit den Auswirkungen:

Den "Volatilitäts-Fonds 3" gibt es seit gut 14 Monaten. Trotz des unvermeidbaren Einbruchs in Q4/2018, der phantastisch schnell wieder aufgeholt wurde, hat der Fonds seit Auflage im Schnitt 6,66% p.a. erwirtschaftet. Schon seit Januar bewegt sich der Fonds wieder - früher als alle anderen - im Mehrwertmodus. Gestern wurde ein erneutes Allzeithoch markiert. Die Outperformance gegenüber dem "Volatilitätsfonds 1" beträgt mehr als 5%:



Warum, so wird so mancher Leser fragen, haben wir dann den "Volatilitätsfonds 1" nicht komplett ersetzt? Im einzeln betreuten Anlegerdepot würden wohl viele Berater so verfahren. Der Kunde wäre glücklich über die offensichtliche Verbesserung, denn er kauft nun mal gerne Vergangenheitsperformance, obwohl ihn diese ja gar nicht betrifft. Im MBUI hingegen setzten wir auf möglichst stabile Diversifikation. Die Mehrwertphasen-Strategie zielt darauf, für alle Entwicklungen gerüstet zu sein. 

Tatsächlich vermittelt der obige Grafik-Vergleich jedoch den Eindruck, dass der "Volatilitätsfonds 3" in jeder Hinsicht besser ist als der verglichene Vola-Fonds. Schließlich hat er sowohl im April als auch im vierten Quartal letzten Jahres einen geringeren Drawdown gehabt als der "Volatilitätsfonds 1", er hat sich schneller erholt (also einen höheren Mehrwertphasen-Anteil) und er hat die deutlich bessere Performance (und damit die deutlich, deutlich bessere Calmar Ratio). Was will man mehr?

Beschäftigt man sich intensiv mit den Konzepten beider Fonds, wird der Unterschied jedoch schnell erkannt. Der "Volatilitätsfonds 1" investiert stets und ohne menschliches Eingreifen ein Viertel seiner Prämieneinnahmen aus dem Optionsverkauf in eine Long-Position im VIX (dem Vola-Index auf den S&P 500). Fallen die Märkte plötzlich und heftig, so steigt die Marktvolatilität und die implizite (also die von den Marktteilnehmern erwartete) Volatilität steigt noch heftiger. Damit steigt der Wert der VIX-Optionen und mindert so den Verlust aus der Differenz der Wertentwicklung der verkauften und kongruent, jedoch weiter aus dem Geld liegenden, gekauften Optionen.

Im vierten Quartal 2018 hat genau dies (und vieles andere) aber nicht funktioniert. Schließlich lief in diesem Quartal fast alles schief, so dass kaum eine Strategie erfolgreich war. Die Aktienkurse fielen, ohne dass die Volatilität sich nennenswert erhöhte. So brachte die Investition in die VIX-Optionen keinen Erfolg (der Drawdown wurde nicht reduziert und die Aufholphase wurde dementsprechend deutlich verlängert. Wenn es aber mal wieder zu einem Volatilitäts-Spike kommt, dürfte der "Volatilitätsfonds 1" deutlich im Vorteil sein. Sein rein quantitativ bestimmtes Modell hätte im Monat nach der Lehman-Pleite mehr als 40% Plus eingefahren.

Seit Jahresbeginn liegt der "Volatilitätsfonds 3" mit 11,35% im Plus. "Stille Reserven" (= noch nicht vereinnahmte Prämien) hat er ih Höhe von ca. 3% - ein überaus attraktiver Wert nach einem so steilen Anstieg. Ich denke, diese beiden Fonds sind zusammen besser, als jeder einzeln, denn die rollierende Calmar Ratio beider Fonds in Kombination dürfte deutlich besser sein als die isolierte Calmar Ratio beider Fonds.

Freitag, 17.05.2019

Nach nunmehr vier Verlusttagen liegt der DAX heute mal wieder im Plus. Das sieht auf den ersten Blick gut aus, hilft allerdings wenig, denn der größte Teil des DAX-Plus geht auf das Konto der abgesagten Fusion von ThyssenKrupp und Tata. Die Aktie reagiert mit gut 28% Plus, was allerdings nur dem nutzt, der sie auch hat. Aber welcher gute Fondsmanager hatte aktuell ThyssenKrupp im Portfolio?

Heute ist der MBUI übrigens drei Jahre als geworden. Eva Reiffenstein und Anna Müller von Universal-Investment haben us dazu einen "Pokal" gebastelt. Der Bezug: Vor zwei Jahren haben wir - ich weiß gar nicht mehr, in welchem Zusammenhang - gesagt: "Lass den MBUI erst mal aus den Windeln kommen. Wenn er drei Jahre alt ist ...".



Nachdem das letzte Quartal 2018 ja viel mit dem Windelinhalt zu tun hatte, wären wir wirklich froh, wenn der MBUI nun aus den Windeln wäre. Dieses Jahr, auch wenn der laufende Monat konsolidiert, sieht ja bislang ganz danach aus. Vielen Dank Anne + Eva! Mit dieser handgearbeiteten (!) außergwöhnlichen "Statue" habt ihr uns eine große Freude bereitet. Wir betrachten es als gutes Omen. 

Montag, 20.05.2019 

Italiens Innenminister Salvini äußert sich, er wolle nicht nur, sondern er müsse die Defizitgrenze der EU überschreiten. Dies sorgte für ein erneutes Abrutschen italienischer Staatsanleihen. Angesichts der Risiken, die von dieser italienischen Regierung ausgehen, scheint die Rendite 10-jähriger Italien-Anleihen in Höhe von nun 2,64% jedoch geradezu ein Witz. Doch im Vergleich zu den anderen "PIGS-Staaten" (wer kennt den Begriff noch?) ... Nur griechische Staatsanleihen liegen mit 3,3% höher. Portugals Zehnjährige rentieren mit 1,03% und für Spaniens Anleihen gibt es gar nur noch 0,85%. Auch wenn wir uns hinsichtlich der Zinsen auf ein "Lower for longer" einstellen müssen, so hat hier die Relation von Ertrag zu Risiko die Dimension einer tief klaffenden Gletscherspalte. Dabei schmilzt allerdings der Gletscher offenbar genauso schnell wie die Zinsen.

Donnerstag, 23.05.2019

Kommen wir noch mal auf die Vola-Konzepte zu sprechen: Nun hat auch der "Volatilitätsfonds 4" ein neues Allzeithoch erreicht.

Gar nicht gut läuft es in diesem Jahr hingegen für die verschiedenen Long/Short-Aktienfonds, die mit dem stetigen Wechsel von "himmelhoch jauchzend" zu "tiefst betrübt" nicht gut klarkommen. Allerdings sind Indexentwicklungen der globalen Aktienmärkte auch zunehmend von wenigen Unternehmen abhängig. Die Entwicklungen in den USA hängen ganz wesentlich an den großen Internetunternehmen. Schaut man sich die Entwicklung der US-Märkte in Relation zu den entwickelten Märkten ex US an, so registriert man ein schier unglaubliche Diskrepanz, die nicht allein mit der America First-Politik des US-Präsidenten zu tun hat.



Man muss kein Prophet sein, um davon auszugehen, dass es hier früher oder später zu einer Gegenbewegung kommen wird, die für viele Anleger (und Fonds) fatale Folgen haben könnte. Genau die Depots bzw. Fonds, die aktuell glänzend dastehen, weil sie einen hohen US-Anteil (und den vor allem in "FAANG + Microsoft") haben, könnten dann kräftig im Nachteil sein. Kommt es dann noch zur von Donald Trump gewünschten Dollarschwäche, dann werden Anleger, die aufgrund guter Vergangenheitsperformance investiert haben, mal wieder eine böse Überraschung erleben. Merke: Latente Risiken sind (zumindest auf den ersten Blick) unsichtbare Risiken. Werden sie sichtbar, ist es zu spät.

Freitag, 31.05.2019

Das Ergebnis des endenden Monats (minus 1,87%) war ein heftiger Rückschlag, jedoch angesichts der guten Ergebnisse der ersten vier Monate durchaus verkraftbar (wenn nicht gar angemessen). Immerhin verloren die wesentlichen Aktienindices rund um den Globus zwischen 5% und 8%. Alles sieht danach aus, dass auch weiterhin eher die Wechselbäder der Gefühle als ein klarer (Aufwärts- oder Abwärts-)Trend verherrschend sein werden. Dafür sollte die gute Streuung der Konzepte, Mehrwertphasen und Chance/Risiko-Relationen eine gute Grundlage bieten. Schaut man sich die aktuelle Allokation mit den jeweiligen Tagesergebnissen der Zielfonds seit Jahresbeginn an, so wird klar, was gemeint ist (Tabelle zum Vergrößern anklicken - sorry, in dieser Tabelle sind bereits die Juni-Ergebnisse enthalten, weil ich es versäumt habe, mir per 31. Mai einen Screenshot anzufertigen). 



Tatsächlich schaffte es nur ein einziger Zielfonds, jeden Monat seit Jahresbeginn besser abzuschneiden als der MBUI, der ja zunächst auch erst mal seine Kosten verdienen muss. Immerhin acht Fonds lagen in vier Monaten besser als der MBUI. Auch am Mix und der Abwechslung der monatlichen Performance der Zielfonds sieht man ganz klar: Dieser Fonds ist mehr als die Summe seiner Einzelteile - das zeichnet übrigens jedes gute Kochrezept aus.


Hoffen wir also, dass der Mai nur eine gesunde Verschnaufpause darstellte. Vorsicht bleibt auf jeden Fall angebracht. Allerdings glaube ich, dass größerer Schaden nicht auftreten wird, weil die Notenbanken inzwischen wohl global nach dem Motto "Whatever it takes ..." agieren. Lassen wir uns also überraschen, ob es gut war, im Mai nicht verkauft zu haben ...

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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