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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Juni 2019
... ein durchaus zufrieden stellendes erstes Halbjahr

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

nach dem Verlustmonat Mai, dem einzigen in diesem ersten Halbjahr, ging es im Juni wieder bergauf und mit 3% erreichte der MBUI ein überdurchschnittliches Ergebnis, was natürlich nach dem Drawdown von Q4/2018 auch notwendig war, um zu zeigen, dass - und wie - die Mehrwertphasen-Strategie funktioniert. Diesem Thema habe ich mich in der Juni-Ausgabe des Fondsmanager-Tagebuchs schwerpunktmäßig gewidmet, weshalb ich die EInträge während des Monats kurz gehalten habe, um mich auf die Analyse des Halbjahres-Ergebnisses zu konzentrieren. Lassen Sie sich überraschen ...

Ihr/Euer Jürgen Dumschat


(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)


Dienstag, 04.06.2019


Heute Morgen sprang mir als erstes die Headline "DAX dreht auf letzter Rille" ins Auge. Nach einem Plus von 0,56% am gestrigen Montag soll es also weiter bergab gehen? Immerhin hatte der DAX allein in der zweiten Maihälfte 4,74% verloren. Kurz nach diesem deprimierenden Tagesauftakt dreht der DAX tatsächlich ... allerdings nicht auf der letzten Rille, sondern ins Plus. Den Tag beendet der Index mit einem Plus von 1,51%. Man kann sich auf nichts mehr verlassen!

Dienstag, 18.06.2019

Es ist mehr als fünf Jahre her, dass es quasi als sicher galt, dass die Zinswende vor der Tür steht. Jahr für Jahr wiederholte sich diese Einschätzung und man fühlte sich an das täglich grüßende Murmeltier erinnert. Nach einer Reihe von Zinserhöhungen in den USA sollte es nun aber soweit sein, doch weit gefehlt. Die Fed denkt momentan laut darüber nach, die Zinsen eher wieder zu senken, um die Konjunktur zu stützen und die EZB merkt an, dass man durchaus noch über "trockenes Pulver" verfüge. Weiterhin also "lebenserhaltende Maßnahmen" für die Aktienmärkte? Die Märkte scheinen es begeistert aufzugreifen. Der Bund-Future steigt - erstmals überhaupt - über 172! Damit rentieren 10-jährige Bunds nunmehr deutlich im Minus.

Mittwoch, 19.06.2019

Der Geldmarkt reagiert ebenfalls. Der EONIA markierte mit minus 0,379% ein neues Rekordtief. Kein großer Abstand mehr zum (Minus-)Einlagenzins der EZB.

Wir haben heute den "Long Vola-Fonds 1" geordert. Der Fonds wird Anfang Juli aufgelegt. Das klingt auf den ersten Blick so, als müsse man am Verstand des Fondsmanagers zweifeln, denn es ist doch inzwischen allgemein bekannt, dass man mit der Investition in Long Vola auf Dauer nur verliert, weil die Volatilität ja nicht uferlos steigen kann, sondern immer wieder zum Durchschnitt (und darunter) zurückkehrt. So hat der VIX, der Volatilitäts-Index auf den S&P 500, zwar stets dann ein Plus zu melden, wenn die Volatilität stark ansteigt. Beruhigt sich die Lage wieder, so gibt es entsprechende Verluste. Dies könnte insoweit ja noch nützlich sein, um Verluste in Krisenzeiten zu dämpfen und dafür in guten Zeiten eben ein bisschen weniger zu verdienen. Leider sind da noch die Rollverluste im Spiel, denn jede Option läuft irgendwann aus und muss erneuert werden. Die dabei entstehenden Rollverluste machen die skizzierte Geschäftsidee definitiv zunichte. 

Also sollte man eine Long-Investition in den VIX nur dann vornehmen, wenn die Volatilität steigt. Dazu braucht es gute Signale und in der Tat kennen wir einen Fondsmanager, der bereits seit Jahren einen Fonds nach solchen Signalen managt. Es handelt sich allerdings um einen Fonds, der sein Aktienexposure (quantitativ und ohne diskretionären Eingriff) in der Bandbreite von minus 33% bis plus 133% nach diesen Signalen steuert. Doch genau diese Signale können im Umkehrschluss auch Verwendung finden, um die günstigen Investitionsphasen für VIX-Optionen zu bestimmen. Das Ergebnis des folgenden Backtests basiert auf den monatlich vorgelegten Signalen, kann also nicht rückwirkend manipuliert worden sein. Zudem ist der konzeptionelle Ansatz auch für die Zukunft - weiterhin gute Signale vorausgesetzt - absolut schlüssig. Wie gut die Signale funktionieren, beobachte ich nun bereits seit fünf Jahren. Das Ergebnis der Umsetzung für den "Long Vola Fonds 1" ist faszinierend:



Über lange Phasen gibt es keine Investition. Der Fonds verliert sukzessive Geld (Minuszinsen für das gesamte Fondsvermögen, da ja nichts investiert ist plus Verwaltungskosten des Fonds). Aber dann, wenn am Aktienmarkt (vorzugsweise aus heiterem Himmel) verloren wird, springt die Versicherung an. Versicherungsprämie wird also (abgesehen von durchaus möglichen Fehlsignalen) nur im Schadensfall gezahlt. Berücksichtigen muss man bei der Live-Entwicklung des bestehenden "L/S-Aktienfonds", dass hier aufgrund der Signale das Aktienexposure (abgesehen von einer Ausnahme) in den signifikanten Verlustphasen bereits frühzeitig reduziert wurde. Der Versicherungscharakter dieses Investments ist unübersehbar. Aber man muss eben im Zweifelsfall auch mal zweieinhalb Jahre an der Seitenauslinie sitzen und zusehen, wie der Anteilspreis sich jeden Tag um wenige Basispunkte vermindert. Im August 2015 wäre der Anteilspreis des Fonds dann aber in wenigen Tagen um sage und schreibe 23% gestiegen. Bei einem anfänglichen Exposure im MBUI von nur 1,5% hätte dies - bezogen auf den MBUI insgesamt - immerhin ein Plus von 0,35% ausgemacht.


Donnerstag, 20.06.2019

Ganz aus den Augen verloren habe ich die Ergebnisentwicklung der anfänglich so hochgelobten Robo-Adviser. Gut, dass die Plattform brokervergleich.de ab und zu erinnert und die Ergebnisse komprimiert zur Verfügung stellt. Über ein Jahr sieht das wie folgt aus:



8 von 14 Robos im also im Minus. Das beste Ergebnis liegt bei plus 2,2%. Dabei muss man bedenken, dass die meisten Robos bei den der Auswertung zugrunde liegenden ausgewogenen Depots einen beträchtlichen Anteil an Aleihen-ETF´s einsetzen. Mich wundert es deshalb gewaltig, dass die Ergebnisse nicht besser ausgefallen sind. Offensichtlich war der Rückschlag im Q4/2018 dermaßen groß, dass die Aufholung in den meisten Fällen noch nicht geglückt ist. Schade, dass keine Informationen zur Höhe der Drawdowns zur Verfügung stehen.

Sonntag, 30.06.2019 

Kommen wir zu den Halbjahresergebnissen und -erkenntnissen:

Am Freitag (und damit per 30.Juni) waren im MBUI 28 Zielfonds (12 Multi Asset- und 16 Liquid Alternative-Fonds) allokiert. 45,04% des Fondsvermögens entfielen auf die Multi Asset-Fonds und 54,96% auf die Liquid Alternative-Fonds (die Cash-Position in Höhe von 4,85% ist dabei unberücksichtigt).

Schauen wir uns zunächst die Entwicklung der Multi Asset-Zielfonds an. Grundlage der folgenden Betrachtung ist die aktuelle Allokation (früher allokierte und zwischenzeitlich verkaufte Zielfonds sind hier unberücksichtigt - im Gegenzug ist die Drei-Jahres-Entwicklung von erst später investierten Zielfonds in diesen Backtest eingegangen. Der Backtest wurde mit dem Softwareprogramm "munio" erstellt).



Deutlich sieht man, dass die Multi Asset-Zielfonds das Minus aus 2018 (und insbesondere den Einbruch im vierten Quartal des letzten Jahres) kompensiert haben. Im Vergleich zu einem dem Multi Asset-Anteil am MBUI entsprechenden Dachfonds zeigt sich die hoch korrelierte Entwicklung. Im Q4/2018 verloren die MBUI-Zielfonds 6,24%, während der "Sauren Global Balanced" 7,15% nachgab. Fairerweise muss man dem Sauren-Fonds noch die Kosten auf Dachfondsebene (ca. 1,1% p.a.) "gutschreiben", da bei den MBUI-Zielfonds die Kosten auf Dachfondsebene nicht berücksichtigt sind). Zudem hinkt der Vergleich, weil im Sauren-Fonds ein gewisser Anteil an Alternative-Zielfonds enthalten ist. Trotzdem kann als Ergebnis wohl festgehalten werden, dass an der Entwicklung der Multi Asset-Zielfonds (abgesehen von einem Zielfonds - hierauf komme ich in der nächsten Monatsausgabe zu sprechen) insgesamt nichts auszusetzen ist.

Kommen wir zu den Liquid Alternative-Zielfonds: Deren Entwicklung bis Mitte 2018 war extrem konsistent. Der Maximum Drawdown des Alternative-Portfolios lag bei 1,13%, ehe die Märkte im Spätsommer den Schalter umlegten. Auf einmal war die Entwicklung der Alternative-Fonds nicht mehr wiederzuerkennen. Statt den Drawdown der Multi Asset-Fonds abzufedern oder gar zu kompensieren, verloren die Liquid Alternative-Zielfonds im Q4/2018 mit 6,46% sogar etwas mehr als die Multi Asset-Zielfonds. Eine solche Entwicklung konnten wir nicht einmal in der Finanzkrise registrieren.

Der Vergleich erfolgt in diesem Fall mit einem reinen Alternative-Dachfonds, wobei auch hier  die Kosten auf Dachfonds-Ebene (ebenfalls ca. 1,1% p.a.) dem Sauren-Fonds gutzubringen sind, was jedoch die Outperformance des MBUI in Höhe von 8,5% nur zu einem kleineren Teil relativiert.




Mit 2% Wertzuwachs im ersten Halbjahr liegen die Alternative-Zielfonds des MBUI grundsätzlich im üblichen Rahmen, wobei noch längst nicht alle Verwerfungen des letzten Jahres wieder bereinigt sind. Damit hat das Alternative-Portfolio unserer Einschätzung nach noch ein ordentliches Aufholpotential, welches wir gedanklich derzeit noch in der Rubrik "Stille Reserven" verbuchen.

Dass es im ersten Halbjahr wieder deutlich besser im Sinne der Mehrwertphasen-Strategie funktionierte, zeigt die Betrachtung der durchschnittlichen Tagesergebnisse in Relation zum DAX (Achtung: Alle weiteren Ergebnisse sind gleich- und nicht allokationsgewichtet, weshalb keine Rückschlüsse aus den Teilergebnissen der Alternative- und MUlti Asset-Fonds auf das Ergebnis des MBUI möglich sind):



Allerdings muss ich zugeben, dass mich die aus dem Rahmen fallenden Ergebnisse in der vorletzten Zeile etwas überraschten. Schnell förderte jedoch die Betrachtung der einzlenen Tagesergebnisse zur Erkenntnis, dass hier zwei Ausreißer enthalten sind, nämlich einmal ein Feiertag in Luxemburg, an dem die dort aufgelegten Fonds keine Ergebnisse lieferten, so dass die Entwicklung mit einem Tag Verzögerung in die Statistik einging und ein anderes Mal bedingt dadurch, dass in Deutschland, jedoch nicht im europäischen Ausland ein Feiertag war. Bereinigt um diese beiden Ausreißer ergibt sich folgendes Bild, welches die funktionierende Absicherung durch Liquid Alternative in Krisenzeiten an den Aktienmärkten untermauert:



Interessant wird es, wenn man sich die MBUI-Entwicklung an den 10 schlechtesten und den 10 besten Tagen des DAX im ersten Halbjahr anschaut. Hier erkennt man, wie weitgehend unabhängig sich der MBUI insgesamt aufgrund der Asymmetrie der Liquid Alternative-Entwicklungen verhält:





Das hat leider im vierten Quartal des vergangenen Jahres so nicht funktioniert, denn hier war die Partizipation an den schlechten Tagen deutlich höher. Dies sollte allerdings - so hoffen wir - auch zukünftig die Ausnahme bleiben. 


Geht es nun auch im zweiten Halbjahr weiter aufwärts? Grundsätzlich müsste man wohl skeptisch sein, denn der Konjunkturhimmel verdüstert sich, auch wenn von Rezession nach wie vor keine Rede ist. Allerdings signalisieren EZB, Fed und BoJ, dass sie bereit sind, einzugreifen, wenn die Konjunktur zu lahmen beginnt - eine Aufgabe, die früher eher nicht zu den typischen Zentralbankaufgaben gehörte. Schon ist die Rede von wieder oder weiter sinkenden Zinsen und der denkbaren Wiederaufnahme der Anleihenaufkaufprogramme.

Wiegen diese Aussichten bei den Börsianern auch weiterhin schwerer als fundamentale Daten? Schwer zu sagen. Soll der MBUI offensiver oder weiterhin so defensiv wie bisher aufgestellt sein? Eins ist auf jeden Fall klar: Enttäuschende Fonds müssen gegen andere, mehr Erfolg versprechende Fonds ausgetauscht werden. Und da haben wir zumindest zwei Kandidaten im Blick und es ist absehbar, dass durch den ins Auge gefassten Switch die Performanceaussichten bei sinkender Drawdowngefahr gesteigert werden können, so dass die Calmar Ratio des MBUI steigt, während der DRI sinkt. Die Umsetzung erfolgt in den ersten Julitagen, so dass hier und heute noch nichts verraten werden soll.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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