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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für August 2019
... Wiedergutmachung der Märkte in der zweiten Monathälfte reicht nicht

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

in der ersten Monatshälfte ging es bergab und pünktlich zur Monatsmitte drehte der Trend und es ging wieder bergauf. Doch als ob die Schwerkraft ihre Wirkung entfalten würde, ging es einmal mehr schneller bergab als bergauf. Per Saldo blieb im DAX wie im S&P 500, im EuroSTOXX wie im Nikkei ein Minus. Lediglich die Anleihenmärkte konnten erneut ein wenig zulegen, was im Ergebnis vielfach zu noch höheren Verlusten bis zur Endfälligkeit länger laufender Anleihen sorgte. Kurzlaufende Anleihen rentieren - soweit man nicht kräftige Abstriche an der Bonität in Kauf nehmen möchte - ohnehin unterhalb der Nulllinie. Mit den Gründen starte ich gleich in die neue Monatsaufgabe des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs. 


(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)


Donnerstag, 01.08.2019


Vor vier Wochen hielt ich an dieser Stelle fest, dass der Bund-Future inzwischen auf nahezu 174 Euro angestiegen war. Heute nun stieg der Future auf die zehnjährigen Bundesanleihen erstmals auf ein Stand von mehr als 175 Punkten. Eine Anfang 2000 aufgelegte Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren hat einem Anleger bei einem Zinskupon von 6,25% bislang - natürlich unter Schwankungen - eine durchschnittliche Rendite von etwas mehr als 9% p.a. (!) eingebracht. Diese Anleihe notiert aktuell bei einem Kurs von 172%. Wer diese Anleihe heute kauft, für den ist der Zinskupon (bezogen auf den aktuellen Kurs der Anleihe) nur noch 3,6% pro Jahr (bezogen auf seinen Einstandspreis) wert. Entgegen steht ein vorprogrammierter - quasi staatlich garantierter - Kursverlust von 72%. Unterm Strich kommt es zu einem Minus in Höhe des negativen Einlagenzinses der EZB und man muss die Frage stellen, warum jemand dieses Geschäft macht. Es gibt nur eine Antwort: Er muss hoffen, jemanden zu finden, der ihm diese Anleihe zu einem noch höheren Kurs und damit mit einer noch höheren Verlustperspektive abkauft. Wer dieses Spiel mitspielt, sollte sich gut anschnallen, denn irgendwann kommt der Absturz, den ganz bestimmt niemand ungesichert ohne Schaden überlebt.

Ausgelöst wurde dieser weitere Renditeverfall übrigens durch die - natürlich erwartete - erste Zinssenkung der Fed seit Dezember 2008. Gleichzeitig machte die Fed aber klar, dass sie derzeit keine akuten Gefahrenmomente für die US-Konjunktur sieht.

Montag, 05.08.2019

Sinkende US-Zinsen bei gleichzeitig (noch) gut laufender US-Konjunktur - eigentlich müssten die Aktienmärkte dies mit steigende Kursen quittieren. Tatsächlich geht es kräftig abwärts. 5,53% Minus im DAX in nur vier Tagen. Zuverlässig (nämlich mit Vorankündigung) reagierte der "Alternative Aktien-Strategiefonds 1". Er legte in den letzten Tagen um 4,89% zu.

Dienstag, 06.08.2019

7,57% Minus für den Nasdaq 100 in nur zwei Tagen. Bricht hier Panik aus? Überdurchschnittlich sind die über lange Zeit am stärksten gestiegen Titel getroffen. Amazon hat seit dem 25. Juli mehr als 13% verloren. Alphabet und Facebook liegen seit Monatsbeginn mit 8,26% bzw. 9,25% im Minus. Ein böses Erwachen für so manchen Mischfonds, der mit Schwerpunkt auf FAANG-Titel gesetzt hat. Der VIX, der noch am 24. Juli mit 12,01 Punkten einen Jahrestiefststand markierte, verdoppelte sich auf fast 25 Zähler, blieb jedoch (vorerst) noch deutlich unter dem Peak vom Dezember letzten Jahres:



Das ist in etwa der Stand, mit dem das schlimme letzte Quartal des Jahres 2018 eingeläutet wurde. Ähnlich sieht es natürlich beim VDAX aus.

Freitag, 09.08.2019

Es scheint, als würden die Dummen tatsächlich noch Dümmere finden. Warum sonst könnte der Bund-Future weiter - gestern auf einen Stand von 177,68 - gestiegen sein? Natürlich gibt es auch Investoren, die gezielt auf weitere Kursanstiege gesetzt haben. Wir sehen hier allerdings wenig Chance im Vergleich zu den Risiken. Dass es von Fall zu Fall gut geht, heißt für die Zukunft gar nichts.

Donnerstag, 15.08.2019

Gestern kam es zum größten Tages-Einbruch der US-Börsen in diesem Jahr. Dow Jones, S&P 500 sowie Nasdaq verloren jeweils um die 3%. Beim DAX (minus 2,19%) und beim EuroSTOXX 50 (minus 2,04%) ging es ein klein wenig moderater zu. Ist es die inverse Zinskurve (der 2-Jahres-Zins ist höher als der 10-Jahres-Zins) in den USA, die den Anlegern Angst bereitet. "Dieses Mal ist alles anders" ist zwar eine der unterm Strich teuersten Fehleinschätzungen auf dem Börsenparkett, könnte beim historisch niedrigen Zinsniveau jedoch durchaus seine Berechtigung haben. 

Freitag, 16.08.2019

Nachbörslich stieg der Bund-Future gestern noch auf ein neues Allzeithoch bei 179,66 Punkten. Eine Begleiterscheinung der niedrigen respektive negativen Zinsen: Unternehmen können sich deutlich günstiger - und teilweise mehr oder weniger zum Nulltarif - refinanzieren. Nestlé machte es gerade vor. Die 10-jährige Nestlé-Anleihe ist die erste Unternehmensanleihe mit einer negativen Rendite über die Gesamtlaufzeit. Unternehmen wie Total, Sanofi, Aibus oder Walmart stehen aber schon in den Startlöchern. Deren 10-jährige Renditen sind nicht mehr weit von der Nulllinie entfernt.

Wir trennten uns heute vom "L/S-Aktienfonds Global (Long Bias) 1". Der auf Value ausgerichtete Fonds hat - gemessen an den mit seinem Konzept geweckten Erwartungen - deutlich underperformt. Wenn wir uns die nackten Zahlen ansehen, so haben wir hierfür großes Verständnis. Über die letzten Jahre hat Value im Schnitt 5% Underperformance gegenüber Growth realisiert.



Das Fatale an dieser Verkaufsentscheidung: Eigentlich hat der Fondsmanager unsere absolute Hochachtung, denn er bleibt seinem Investmentstil uneingeschränkt treu. Dies wird sich früher oder später auszahlen, davon bin ich überzeugt. Die Frage für den MBUI ist natürlich, wie Chance und Risiko in Relation zueinander stehen, jetzt einen Fonds zu allokieren, der sich entgegen allen Annahmen schlechter als dieser L/S-Fonds entwickelt. Schließlich wird jedem Zielfonds ein Risikobudget zugeteilt. Für diesen Fonds, der bislang mit einem Maximum Drawdown von 6,63% auskam, war das Risikobudget auf 10% limitiert. Inzwischen sind wir bei einem Minus in Höhe von 11,67% angekommen, so dass der Fonds die ihm zugedachte defensive Rolle - zumindest vorerst - nicht mehr mit Leben füllt. Im Vergleich dazu gefällt uns der "Defensive Aktien-Strategiefonds 1" immer besser. Seine 4,68% Plus in diesem Jahr stehen in angenehmer Relation zum Maximum Drawdown von 4,59% (der übrigens in 2018 geringer ausgefallen war).



Bei weiteren Mittelzuflüssen werden wir also eher die Position des "Defensiven Aktien-Strategiefonds 1" aufstocken oder ggfs. in eine etwas risiko- und damit chancenreicher skalierte Version dieses Fonds investieren.

Aktuell allokieren wir in einen Fonds, den ich seit geraumer Zeit beobachte. Eigentlich könnte man sagen, dass ich ihn schon seit Jahren auf dem Radar habe, obwohl er erst im November letzten Jahres aufgelegt wurde. Der Fondsmanager hat nämlich verschiedene systematische Multi Asset-Strategiefonds am Start, deren Historie teilweise mehr als ein Jahrzehnt zurückreicht. Alle diese Strategien funktionierten konzeptionsgemäß, was leider auch beinhaltet, dass sie in bestimmten Marktphasen konzeptionskonform Geld verlieren. Mit der Idee, diese Fonds zu mischen, hatte ich mich vor längerer Zeit schon beschäftigt. Unterm Strich hätte dies jedoch eine unbefriedigende Gesamtrendite erbracht.

Nun hat die Gesellschaft mit dem "KI-Fonds 2" eine faszinierende Idee umgesetzt. Die Künstliche Intelligenz beobachtet die Marktentwicklungen und erkennt, welche der Teilstrategien, die bislang in einzelnen Fonds umgesetzt wurden, im jeweiligen Umfeld am aussichtsreichsten ist.



Das Ergebnis kann sich bislang sehen lassen. 3,89% Drawdown gab es im April/Mai bei bislang 19,18% Plus in diesem Jahr. Nun sind wir nicht so naiv, anzunehmen, dass die Systematik der Markterkennungs-Algorithmen mit absoluter Zuverlässigkeit über Jahre funktioniert. Es wird immer wieder neue Muster geben, die erst ins "KI-Lehrbuch" aufgenommen werden müssen. So ist das bei jeder selbstlernenden "Artificial Intelligence" und dementsprechend muss früher oder später auch mal ein höherer Drawdown akzeptiert werden. Wie es scheint, wird aber auch ein solcher durch eine höhere Renditechance gut kompensiert. Hoffen wir mal auf gute Lernergebnisse.

Der DAX lag übrigens gestern für diesen Monat schon mal 6,37% im Minus. An diesem Monat wird wohl nicht mehr viel zu retten sein. Allerdings dürfte die Gefahr einer weiteren "Finanzkrise" (wie auch immer ihr Name diesmal sein wird) relativ gering sein. Schließlich rechnen die Marktteilnehmer mehrheitlich mit ungeregeltem Brexit und weiteren Handels- und Zollstreitigkeiten, die damit weitgehend eingepreist sein dürften. Zudem sollte man nicht unterschätzen, was China zusammen mit inzwischen wohl um die 80 weiteren Ländern in punkto "Neue Seidenstraße" plant und auf den Weg bringt. Früher oder später dürfte sich herauskristallisieren, dass der Handelsstreit mit China vor allem den USA schadet, auch wenn dort die Konjunktur (noch) gut läuft. 

Dienstag, 27.08.2019

Seit geraumer Zeit beobachten wir einen Fonds, den marketingtechnisch gut ausgerüstete KVG´en wohl "Multi Asset Income-Fonds" nennen würden, um allein aufgrund der voll im Trend liegenden Namensgebung kräftig abzuräumen. Das kleine österreichische Team, welches diesen Fonds aufgelegt hat und seit nunmehr fast 12 Jahren managt, konnte seinerzeit bei Namensgebung des Fonds nicht wisen, welche magische Kraft von der Fondsbezeichnung "Multi Asset Income" heutzutage ausgehen würde.

Die Gesamthistorie des Fonds - solche Fälle gibt es ja bekanntlich häufiger - steht als Referenz für das heutige Fondskonzept nicht zur Verfügung, wobei das Konzept hinsichtlich der Asset-Allokation und der Konzentration auf Zins- und Dividendenerträge grundsätzlich nicht geändert wurde. Allerdings wurde zum Beginn des Jahres 2016 ein neues Risikomanagement implementiert, welches bei Erreichen bestimmter Drawdown-Höhen automatisch greift. Dies ist auch der Grund, warum ich nicht früher auf diesen Fonds aufmerksam geworden bin, wobei ich nun allerdings seit knapp zwei Jahren im Austausch mit dem Fondsmanager bin.



Das Abwarten richtete sich vor allem auf die Beantwortung der Frage nach der Geschwindigkeit der Aufholung des Maximum Drawdowns von 10,20%, der schon fast in Richtung "Schmerzgrenze" tendierte. Diese Aufgabe wurde jedoch gut gemeistert. Mit der Fokussierung auf Unternehmen aus dem Global Innovation Index, der Konzentration auf ESG-konforme Anlagen und der fallweisen Beimischung von Goldminenaktien, Inflationsschutzanleihen oder Fremdwährungen gelang dem Fonds seit Einführung des vierstufigen Risiko-Overlays seit Anfang 2016 eine Wertentwicklung deutlich oberhalb der 5%-Linie. Dabei beliefen sich die Ausschüttungen aus Zins- und Dividendenerträgen im Schnitt der letzten fünf Jahre auf 7,5% pro Jahr - ein Wert, von dem viele Multi Asset Income-Fonds nur träumen. Der Fonds stärkt die defensive Basis, zumal er sich in anhaltenden Krisenzeiten auch gegen Aktienmarktverluste positionieren kann.


Samstag, 31.08.2019 

Die Aktienmarktverluste in der ersten Monatshälfte waren deutlich höher als der Wiederanstieg in den letzten beiden Wochen. Das politische Hin und Her (UK/EU oder USA/China) sowie verschiedene weitere Krisenherde standen gegen die Aktionen der Notenbanken. Klare Trends fehlten und damit die Perspektive für Mischfondsmanager, an den Entwicklungen zumindest 1:1 oder gar besser zu partizipieren. Im Monatsbericht sieht man, dass es vor allem die Liquid Alternative-Zielfonds waren, die den MBUI im August stabilisierten. Unterm Strich erleben wir mit minus 0,80% den zweiten Verlustmonat in diesem Jahr.

Der Umbau des MBUI ist weitestgehend abgeschlossen. Die letzte Baustelle (Long/Short-Aktienfonds) ist in Angriff genommen. Möglicherweise müssen wir hier die Konsequenzen aus der Erkenntnis ziehen, dass es sich offensichtlich um eine Dauerbaustelle handelt. Aktuell beschäftige ich mich mit Rückrechnungen, wie die Entwicklungen bei Verzicht auf marktneutrale Long/Short-Aktienfonds sowie auf solche mit Long Bias ausgefallen wäre. Fortsetzung folgt ...

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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