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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für September 2019
... Umbau weitgehend abgeschlossen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

zunächst muss ich - nachträglich - den späten Versand der August-Ausgabe entschuldigen. Kleines (fehlendes) Häkchen - große Wirkung. Und als das Häkchen gesetzt war, ging die Mail ohne Vorwarnung gleich raus, so dass eine sofortige Entschuldigung nicht mehr beigefügt werden konnte.

(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)


Dienstag, 03.09.2019


Der Wahnsinn geht weiter: Heute notierte der Bund-Future mit 179,32 Punkten auf einem neuerlichen Allzeithoch. Die immer niedrigeren Zinsen treiben die Inflation, jedoch nicht im von der EZB gewünschten Sinn, denn betroffen von der Inflation sind lediglich die Vermögenspreise (Aktien, Anleihen und natürlich auch Immobilien) und nicht die beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden erfassten Lebenshaltungskosten.

Freitag, 06.09.2019

Die 12. Hidden Champions Tour läuft gerade. Zusammen mit acht UI-ChampionsTouren und den im Rahmen des IVIF (Interessenverbund vermögensverwaltender Investment-Fonds) vorgestellten Fonds habe ich damit inzwischen gut 130 vermögensverwaltende Multi Asset- und Liquid Alternative-Fonds präsentiert. Betrachtet man dieses Universum von Fonds mit den Augen verschiedener Rating-Plattformen, so könnte man eine Statistik erstellen, nach der auch diese 130 Fonds nicht in der Lage waren, ihre jeweilige (meist fremdbestimmte) Benchmark zu schlagen. Dies liegt wesentlich daran, dass von der ersten Hidden Champions Tour kein einziger überlebt hat. Bei der zweiten Tour stieg die Quote immerhin auf 50% und in der Folge gab es dann nur noch vereinzelte Ausfälle. Betrachtet man das heutige Volumen der vorgestellten Fonds insgesamt und nimmt dieses als Grundlage für die Berechnung der durchschnittliche Wertentwicklung, so ergibt sich sicher ein überragendes Ergebnis.

Die Morningstar-Sichtweise, Fondsergebnisse über zehn und 20 Jahre zu tracken, um herauszufinden, wie viele Fondsmanager ihre Benchmark schlagen, ist die eine Seite. Die Realität sieht anders aus, denn Fonds, die schwächeln, werden heutzutage schnell - manchmal zu schnell - ausgetauscht. Fonds die sich gut - manchmal besser als erwartet - entwickeln, bleiben im Depot. Die Ergebnisse der Anleger sehen deshalb im Schnitt deutlich besser aus als die von Morningstar & Co. ermittelten Durchschnittsergebnisse. 

Montag, 09.09.2019

Lange Zeit waren wir mit dem von Mike Buhl-Nielsen gemanagten "Long/Short-Aktienfonds Europa 4", hinter dem sich der "Jupiter Europa" verbirgt, sehr zufrieden. Doch auch für ihn kam der Absturz in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere im vierten Quartal 2018. Der Drawdown wuchs zum höchsten in seiner Historie an - weit höher, als unsere Worst Case-Annahme für einen überdurchschnittlich guten flexiblen Long/Short-Aktienfonds.



Nach dem erfolgreichen Jahr 2017, in dem der vorangegangene Drawdown mehr als nur kompensiert werden konnte, war dies ein herber Rückschlag. Der Beginn des Jahres machte Hoffnung, dass auch dieses Mal der Drawdown schnell ausgeglichen werden könnte, weil sich sich die tektonischen Verschiebungen unter der Indexoberfläche schließlich auch wieder auflösen müssen. Doch die Hoffnung trog. Die politischen Börsen, denen im Normalfall "kurze Beine" nachgesagt werden, wurden dauerhaft zum Bestimmungsfaktor für das Sentiment der Anleger. Dabei war es neben der großen Politik, deren "Schlachtfeld" bei Donald Trump "Twitter" heißt, natürlich auch die Zentralbankpolitik, die in den USA die Zinswende nach der Zinswende vollzog, während in Europa Draghi zum Abschied offensichtlich noch einen krönenden Abschluss vollziehen musste. Doch der Einfluss der geldpolitischen Maßnahmen wurde immer schwächer und wir haben vollstes Verständnis dafür, dass in diesem Umfeld die Selektion von Long- und Short-Investments besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt sind, die wohl auch noch länger anhalten könnten.

Inzwischen ist der Anteilspreis des Jupiter-Fonds auf das Niveau vom Frühjahr 2015 abgesunken und es steht zu befürchten, dass der aktuelle Drawdown noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Also verabschieden wir uns ... vielleicht gibt es irgendwann ein Wiedersehen.

Mittwoch, 11.09.2019

In der Regel ist mit dem Abschied von einem Fonds auch dessen Nachfolge geklärt. Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit einem Fonds, der aber letztendlich erst vor knapp einem Jahr aufgelegt wurde. Klingt komisch, ist aber so, wobei es tatsächlich drei Fonds mit unterschiedlichen Alternative-Strategien waren, die ich verfolgte. Immer wieder gab es bei den verschiedenen Strategien erfolgreiche Phasen, die sich wechselseitig überlappten. Eine Mischung dieser drei Fonds hätte deren ohnehin geringe Volatilität (und natürlich auch den Maximum Drawdown des Dreier-Mixes im Vergleich zu den einzelnen Fonds) weiter gesenkt, doch das Performanceergebnis war letztendlich nicht höher als das der einzelnen Fonds. 3% bis 4% p.a. sind zwar heutzutage attraktiv, jedoch über einen langen Zeitraum - hier beispielhaft an einem der drei Fonds gezeigt - kein "Brüller".



Ideal wäre es gewesen, in den Seitwärtsphasen auf die Dienste des Fonds zu verzichten, um stattdessen temporär auf ein anderes der drei Konzepte zu setzen. Das Timing wäre mir jedoch unmöglich gewesen, denn meist bekam ich erst im Nachhinein die schlüssige Erklärung dafür, warum ein oder zwei der Fondskonzepte eine Auszeit nahmen, während ein oder zwei Konzepte erfolgreiche Phasen absolvierten.

Vor knapp einem Jahr nun wurde ein Fonds aufgelegt, der das Timing des Einsatzes der Einzelstrategien der bisherigen separaten Fonds an die Künstliche Intelligenz outgesourct hat. Trotz anfänglicher Skepsis befasste ich mich intensiv mit diesem Konzept. Mehr oder weniger auf Tagesbasis verfolgte ich die Entwicklung der bisherigen Fonds und des nun aufgelegten "KI-Fonds 2". Von Woche zu Woche wuchs im Kontext der Erkenntnisse das Vertrauen in dieses Konzept, bei dem die KI den Einfluss gewisser Marktfaktoren misst, um die Allokation der einzelnen Konzepte zu bestimmen. Das Ganze funktioniert auf Basis von Derivaten und sieht in der Zusammenfassung wie folgt aus ...



... und brachte bislang in der Realität seit Auflage des Fonds folgende Entwicklung:




Der Wertzuwachs von nahezu 20% in nur zehn Monaten liegt - da bremse ich die Euphorie gerne - deutlich oberhalb der Erwartung. Bemerkenswert ist neben der Höhe des Wertzuwachses vor allem aber auch die Stetigkeit der Wertentwicklungskurve in einem (geld)politisch geprägten Umfeld, welches anderen Fondsmanagern das Leben schwer macht.

Freitag, 27.09.2019

Die Suche nach interessanten - und aussichtsreichen - Konzepten mag in vielen Fällen erfolgreich sein. Ein Ausrutscher kann den Erfolg intensiver Arbeit schnell für längere Zeit zunichte machen. Oft erfolgt die Enttäuschung auf Raten, so dass man noch relativ frühzeitig die Reißleine ziehen kann, ehe es zur Katastrophe kommt. Doch manchmal geht es auch ganz schnell.

Beispiel gefällig? Den folgenden Fonds bekam ich mit einer eindrucksvollen Präsentation unmittelbar bei Auflage angeboten. Doch die Präsentation ließ Fragen offen, welche erst die Praxis (und nicht der Bachtest) klären konnten. Eine Investition oder Empfehlung des Fonds via Musterdepots kam nicht in Frage. Die Praxistauglichkeit des Konzepts klärte sich dann relativ schnell. Wer nicht rechtzeitig die Flucht ergriff, gehörte zu denen, die bekanntlich die Hunde beißen.




Fakt ist, dass allein von den 1.960 vermögensverwaltenden Multi Asset- und Liquid Alternative-Fonds, die in der XING-Gruppe "Vermögensverwaltende Fonds" vertreten sind, knapp jeder vierte (!) bereits wieder liquidiert oder zumindest fusioniert (was einer Liquidation des jeweiligen Fonds gleichkommt) wurde. Von der Mehrzahl dieser Fonds lag mir eine mehr oder weniger ausführliche Präsentation frühzeitig vor. In vielen Fällen habe ich auch mit dem Fondsinitiator/-manager gesprochen.

Natürlich musste auch ich Fonds aussortieren, weil sie die Erwartungen nicht erfüllten. In der Mehrzahl der Fälle waren es jedoch Fonds, die für einen mehr oder weniger langen Zeitraum erwartungsgemäß liefen und die dann aus anderen Gründen (Managerwechsel, zu hohes Volumen, Verkauf der Boutique an eine größere Gesellschaft oder zuletzt auch widrige Marktverhältnisse) eliminiert wurden.

Fonds, die dafür sorgen, dass der Durchschnitt der Fondsmanager seine Benchmark nicht schlägt, sehen dann zum Beispiel so aus:


Der Fonds, der unglücklicherweise in die Finanzkrise hinein als dynamischer Mischfonds startete, änderte quasi auf dem Tiefpunkt der Börsenverluste radikal seine Strategie. Damit wurde jedwede Chance auf Aufholung der Verluste konterkariert. Mit dem neuen Konzept wurden hohe Verluste zwar vermieden, hohe Gewinne aber allemal auch. Selbst wenn man den Drawdown der Finanzkrise ausklammert, so bleibt ein durchschnittliches 10-Jahres-Ergebnis von minus 0,97% pro Jahr, welches in der Durchschnittsberechnung der aktuell rund 300 dynamischen Mischfonds-Anteilsklassen genauso stark berücksichtigt wird wie das des Gruppenbesten, der im Schnitt 12,02% p.a. erwirtschaftete. Der Unterschied: Der abgebildete Fonds verwaltet gerade mal noch etwas mehr als 4 Millionen, der Gruppenbeste hingegen (aufgrund zwischenzeitlichen Softclosings) mehr als 260 Millionen Euro.

Fazit: Die Strategie nach gemachtem Verlust zu wechseln, kann zwar neue Verluste vermeiden, ändert aber am gemachten  Verlust nichts, wenn die neue Strategie ein Investment in Anlageinstrumente verbietet, die in der Lage wären, den gemachten Verlust zu kompensieren. Dies ist einer der Kardinalfehler bei der aktiven Betreuung von Anlegerdepots. Der verlustreiche Fonds wird verkauft und es wird (nach realisiertem Verlust) in Fonds investiert, die aufgrund ihres defensiveren Ansatzes nicht in der Lage, den gemachten Verlust zu kompensieren. 

Völlig anders beim MBUI, dessen Umbau keine Strategieänderung mit sich brachte. Aktuell steht im MBUI noch die Umsetzung einer gerade definitiv getroffenen Entscheidung aus. Aber schon in der nächsten Ausgabe des Tagebuchs werde ich mich ganz konkret mit den Perspektiven der runderneuerten MBUI-Zielfondsallokation zu Wort melden können. Seien Sie gespannt! 


Montag, 30.09.2019

Unsere Überlegungen, was warum aktuell ("widriges Marktumfeld") nicht funktioniert, gehört derzeit die Mehrzahl der Long/Short-Aktienfonds-Konzepte. Schließlich muss man Entscheidungen treffen, nach welchen Kriterien man long oder short investiert. Die meist fundamentalen Kriterien wurden aber von den Marktteilnehmern seit geraumer Zeit mehr oder weniger ignoriert. Zudem wurden typische Short-Kandidaten häufig zu Übernahmekandidaten. Statt mit der Short-Position Geld zu verdienen schoss der Kurs mit Verkündung der Übernahmeabsicht pfeilschnell in die Höhe und die Short-Position musste mit erheblichen Verlusten geschlossen werden.

Da das Regime der Notenbanken und der politischen Beeinflussung der Märkte wohl noch längere Zeit anhalten wird, haben wir uns entschlossen, neben dem "Jupiter Europa" auch auf die Dienste der weiteren allokierten Long/Short-Aktienfonds vorerst weitestgehend zu verzichten. Die finale Umsetzung dieser Entscheidung erfolgt im nächsten Monat.

Praktisch unverändert (plus 0,05%) beendet der MBUI den Monat, der für viele Statistikgläubige noch in die Sell-in-May-Phase gehört. Zum Monatsende lag der DAX ziemlich genau auf dem Niveau von Anfang Mai. Der Oktober wird nun entscheiden, inwieweit das oft beschworene saisonale Muster in diesem Jahr die Statistik stärkt. Ich bin da eher skeptisch, denn ein nennenswerter Einbruch scheint derzeit nicht auf dem Radar. Aber: Schwarze Schwäne fliegen in der Regel unter dem Radar. Ein gesunde Position Vorsicht kann also nicht schaden.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

Wichtiger Hinweis:

Diese Mail ist eine ausschließlich für Finanzanlageberater bestimmte Werbeunterlage und dient einzig und allein Informationszwecken. Die Angaben beruhen auf Quellen, die als zuverlässig eingestuft werden, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass dies keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen darstellt. Anlageentscheidungen sollten nur auf der Grundlage der aktuellen Verkaufsunterlagen (Wesentliche Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt und soweit veröffentlicht, der letzte Jahres- und Halbjahresbericht)  getroffen werden, die auch die allein maßgeblichen Anlagebedingungen enthalten. Die Verkaufsunterlagen sind über www.mbui.info abrufbar. Die zur Verfügung gestellten Informationen bedeuten keine Empfehlung oder Beratung. Weder LORIAC noch die Kapitalverwaltungsgesellschaft oder deren Kooperationspartner übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieses Dokuments oder dessen Inhalts..

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