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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Dezember 2019
... Umbau geglückt: Super-Ergebnis der neuen Allokation in Q4

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

das Jahr 2019 verlief genau umgekehrt wie das Jahr 2018: Statt vom Höchststand zum Tiefststand am Jahresende arbeiteten sich die Börsen 2019 konsequent hin zum Höchststand am Jahresende. Doch schon die ersten Tage im Dezember zeigten, dass es immer wieder Störfälle gab, von denen man nicht wusste, ob sie sich zu einer Korrektur entwickeln könnten. Eine Korrektur (von einer solchen spricht man bei einem mehr als 10%-igen Rückgang des Index) blieb den Anlegern jedoch in 2019 erspart.

Wenn ich im Sub-Titel von einem Super-Ergebnis der neuen - seit Ende Oktober abgeschlossenen - Allokation spreche, so bezieht sich dies insbesondere auf den markanten Unterschied zur Entwicklung der Allokation, wie sie am 31.12.2018 bestand. Hier habe ich auch noch mal einen längeren Backtest erstellt (siehe Tagebucheintrag vom 31.12.2019), der auf Anhieb zeigt, was gemeint ist. Aber der Reihe nach ...

(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)


Montag, 02.12.2019


Immer wieder mal gibt es natürlich auch eine Diskussion über die Kosten. Große Überraschung gibt es dann meistens, wenn alleine schon gefragt wird, wie man es sich wohl erklärt, dass die thesaurierende und die ausschüttende Anteilsklasse ein und des gleichen Fonds (so auch beim MBUI) eine unterschiedlich hohe TER ausweisen. Wir reden da beim MBUI nicht von Rundungsdifferenzen sondern von sage und schreibe 40 Basispunkten (also 0,40%) Differenz zwischen den beiden identisch gepreisten Anteilsklassen. Fragezeichen ... erklären kann sich das kaum jemand.

Es ist die von der Regulierung vorgeschriebene Berechnungsmethodik, die zu solchen nicht nachvollziehbaren Ergebnissen führt. Politiker sind nun mal keine Mathematiker, schreiben uns aber vor, wie wir zu rechnen haben. Man meinte nämlich, es würde zu einem korrekten Ergebnis führen, wenn man die im Geschäftsjahr aufgelaufenen Kosten durch das durchschnittliche Fondsvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr dividiert. Damit ist die Bezugsgröße für einen Fonds mit stark gestiegenem Volumen deutlich höher als für einen Fonds, dessen Volumen im Geschäftsjahr zurückging. Natürlich investiert der MBUI tendenziell eher in Fonds mit steigendem Volumen. Insbesondere bei "Hidden Champions" mit noch geringem Volumen sind die Steigerungsraten - und damit die TER - aufgrund guter Ergebnisentwicklung prozentual oft ziemlich hoch. Zudem wird die so natürlich auch für die Zielfonds ermittelte TER per Stichtag in die Kosten eingerechnet, wobei es keine Rolle spielt, ob ein Zielfonds das ganze Geschäftsjahr über oder erst seit einem Tag allokiert war.

Wenn das alles soweit geklärt ist, kommt noch das werthaltigste Argument: Teilweise sind Zielfonds investiert, in die der einzelne Anleger gar nicht investieren könnte und für die Mehrzahl der Zielfonds gibt es Kostenvorteile der gewählten Anteilsklassen. Dies macht bei der derzeitigen MBUI-Allokation im Vergleich zu den Kosten der Retailanteilsklassen (unter Berücksichtigung der Vertriebsfolgeprovisionen) ca. 0,60% pro Jahr aus, um welche die (wie auch immer ermittelte) TER gedanklich reduziert werden müsste.

Verkürzen kann man die gesamte Argumentation ganz einfach: Sehen Sie sich die Wertentwicklung an. Alle Kosten, egal ob verschleiert oder falsch berechnet, sind in den täglichen Anteilspreisen unweigerlich richtig berücksichtigt. Warum also ein separater Kostenvergleich? Alles klar?

Mittwoch, 04.12.2019

0,83% Minus für den MBUI nach den ersten drei Dezember-Handelstagen - das ist wahrlich kein guter Auftakt für eine (erwartete) Jahresendrallye. Anleger gingen wohl in den vergangenen Wochen davon aus, dass sich die USA und China schon einigen werden. Doch was, wenn es anders kommt? Dass der schwelende Konflikt die Börsen nach wie vor verunsichert, zeigte sich zum Beginn der Woche mehr als deutlich. Da war die überraschende Ankündigung neuer Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Brasilien und Argentinien vielleicht der Auslöser, jedoch nicht der eigentliche Grund. Noch schlimmer könnte es zur Monatsmitte kommen, wenn neue Zölle auf chinesische Exportgüter im Gegenwert von knapp 180 Millionen US Dollar in Kraft treten sollen. Die Zuversicht, dass es nicht dazu kommen wird, schwindet so langsam. Allerdings kann Trump es sich nicht leisten, die Chinesen länger hinzuhalten. Er - bzw. das von ihm regierte Volk - hat mehr zu verlieren als China.

Mittwoch, 11.12.2019

Von den 40 wichtigsten Notenbanken haben in diesem Jahr nur drei den Leitzins erhöht, während es in 23 Ländern Zinssenkungen gab. In 2018 war es noch genau umgedreht und wir hatten noch Verwendung für das Wort "Zinswende". Alle, die behaupten, mit Anleihen sei nichts zu verdienen (ich inklusive) scheinen damit dementiert. Extrem: Die 100-jährige Österreich-Anleihe, deren Zinskupon nur schlappe 2,1% p.a. beträgt, hat in den ersten acht Monaten des Jahres um sage und schreibe 80% zugelegt. Seitdem wurde allerdings die Hälfte dieses Kursgewinns (in weniger als der Hälfte von acht Monaten) wieder abgegeben. 

Freitag, 13.12.2019

Im Zuge meiner Recherchen für die nächstjährige Ausgabe des €uro-spezials "Vermögensverwaltende Fonds", für welches ich inzwischen im 11. Jahr die qualitative Fondsselektion im Auftrag des Finanzen Verlags durchführe, stieß ich auf einen Fonds, der mir bislang noch nicht untergekommen war. Gefunden habe ich ihn, weil er mir bei einem Peergroupvergleich über ein Tool, mit dem ich üblicherweise nicht arbeite, auffiel. Schnell war mir klar, warum ich den Fonds bislang nicht gefunden hatte. Er ist mal als "Aktienfonds Europa", mal als "Mischfonds ausgewogen" (in einem Tool, mit dem ich üblicherweise nicht arbeite) oder auch als "Small & Mid Cap Fund Global" klassifiziert. Alles ist falsch!

Das erste Gespräch mit dem Fondsinitiator und -manager war "strange" und gleichermaßen faszinierend. Er konzentriert sich auf das Management des Fonds, der ursprünglich für die Verwaltung des Vermögens von "family & friends" aufgelegt wurde. Um Vertrieb kann und will er sich nicht kümmern. Der Fonds ist in etwas mehr als 20 Aktienwerte, die eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von von rund 100 Milliarden US Dollar haben, investiert. Das sind beileibe keine Small & Mid Caps und sie stammen auch mehrheitlich nicht aus Europa. Zudem ist er regelmäßig zu durchschnittlich 30% in Cash investiert. In den gut neun Jahren seit Auflage hat er eine doppelt so hohe Performance wie der Durchschnitt flexibler Mischfonds. Dabei belief sich der innerhalb von weniger als sechs Monaten (!) wieder aufgeholte Maximum Drawdown auf 9,00%. Über die letzten fünf Jahre war die Outperformance im Vergleich zur Peergroup noch krasser:



Für alle, die mit Peergroupvergleichen nichts anfangen können, weil man ja nicht so genau weiß, wie viele vom Exitus bedrohte Fonds mit mickriger Performance hier den Schnitt nach unten ziehen: Der frisch entdeckte "Hidden Champion" hat über die letzten fünf Jahre den "Acatis GANÉ Value Event" bzw. den "FvS Multiple Opportunities II" um durchschnittlich 1,6% bzw. 1,8% pro Jahr outperformt. Deren Maximum Drawdown betrug übrigens 11,38% bzw. 12,35%. Wohlverstanden: GANÉ und FvS sind nicht irgendwer. Sie marschieren mit ihrer risikoadjustierten Performance an der Spitze der Bataillone. Klar, dass ich mir diesen "Findling" genauer anschauen werde.

Als wir übrigens auf das Thema "Hidden Champions Tour" zu sprechen kamen, machte mein Gesprächspartner unmissverständlich klar, dass in einem solchen Fall ein externer Dritter (wer auch immer) referieren müsste. Er stünde für Vertrieb nicht zur Verfügung und beim Fondsvolumen von 41 Millionen Euro (Stand: 31.10.2019) könnte eine Vertriebsstelle nicht gegenfinanziert werden.

Ich bekomme ausführliche Unterlagen, wobei mir von vorneherein klargemacht wurde, dass die Präsentation weder glänzt noch ausgefuchst ist. Es wäre eben ganz normale Handarbeit, die eben auch ganz normal präsentiert sei. Basta! Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich der Fonds bald im MBUI-Portfolio wiederfindet.
 

Freitag, 20.12.2019


Nachdem der DAX nach dem missglückten Monatsstart inzwischen rund 225 Punkte zugelegt hat, ist nun heute "Hexensabbat". Nur viermal im Jahr fällt der letzte Handelstag von Optionen und Futures von Indices und Einzelaktionen auf einen Tag. Hier zeigt sich, wer sich spekuliert hat und sich ggfs. eindecken muss. Nicht selten werden die Kurse an solchen Tagen wild durcheinander gewürfelt. Heute lief es mehr als glimpflich ab. Der DAX ging mit weiteren gut 100 Punkten Plus aus dem Rennen.

Dienstag, 31.12.2019

Mit dem MBUI-Ergebnis des 4. Quartals können wir sehr zufrieden sein. Immerhin wurde der Umbau der MBUI-Allokation erst im Oktober vollständig abgeschlossen. Insgesamt wurden im Zuge der Neuausrichtung (im Rahmen des unverändert beibehaltenen konzeptionellen Mehrwertphasen-Ansatzes) elf Fonds der Allokation per 31.12.2018 eliminiert. Sie erfüllten - im Gegensatz zu den dafür eingewechselten Zielfonds - die Erwartungen in der zweiten Jahreshälfte 2018 nicht.

Warum die eingewechselten Fonds sich 2018 (und nun auch 2019) deutlich besser entwickelten, ist in jedem Einzelfall anhand des Konzepts und der tatsächlichen Entwicklung nachvollziehbar. Die Frage, die mich lange beschäftigt hat: Hätte ich dies nicht auch schon im Vorfeld analysieren können? Ich habe mir dazu nochmals den munio-Vergleich der Allokation per 31.12.2018 und mit der vom 31.10.2019 (nach wie vor aktuell) vorgenommen.

Das Analyse-Tool "munio" erlaubt den Vergleich von Fonds, die erst wenige Jahre existieren, mit Fonds, die bereits einen deutlich längeren Track Record vorzuweisen haben. Anhand eines ausgeklügelten Algorithmus wird für die Zeit vor Auflage eines Fonds eine wahrscheinliche Vergangenheitsentwicklung für einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren ermittelt. Dabei nimmt die tatsächliche Entwicklung auch Einfluss auf die synthetische Vergangenheitsentwicklung, weshalb sich die Vergleiche mit Zeitablauf auch für die Vergangenheit immer wieder marginal verändern können. Natürlich handelt es sich für die Zeit vor jeweiliger Fondsauflage nicht um eine Entwicklung, die exakt so gewesen wäre, wenn der jeweilige Fonds schon früher aufgelegt worden wäre. Maßgeblich ist hier die relative Entwicklung von zwei Portfolios im Vergleich miteinander, denn die Abweichungen für die per Algorithmus ermittelten Vergangenheitsentwicklungen wirken ja auf beide Portfolios.

Also habe ich den Backtest einmal über die Finanzkrise hinaus verlängert. Das Ergebnis hat mich dann doch verblüfft, obwohl es eigentlich einer gewissen Logik nicht entbehrt. Hätte es nämlich heftige Abweichungen (bspw. über die Finanzkrise hinweg) gegeben, so hätte mir dies ja bereits früher auffallen müssen. Tatsächlich aber war die Allokation, die bis 31.12.2018 galt, ständig auf Augenhöhe und phasenweise sogar leicht überlegen. Und dann diese krasse Differenz ...



Hinzuweisen ist natürlich darauf, dass aus aus diesen Entwicklungen, die zudem die Dachfondskosten nicht berücksichtigen, keine Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen gezogen werden dürfen. So will es zumindest der Gesetzgeber, der allerdings nicht erklärt, auf welche Ergebnisse und Entwicklungen man zur Berurteilung der Leistungen eines Fonds bzw. seines Managers denn sonst zurückgreifen soll, um ein Depot (bzw. einen Dachfonds) zu strukturieren. Auf das in einer bunten Präsentation vorgestellte Konzept vielleicht? Vergleiche ich die tatsächlichen Entwicklungen mit den unzähligen mir bei Fondsauflage vorgelegten Präsentationen, so ergibt sich maximal ein Drittel-Chance auf zufrieden stellende im Vergleich zu den angestrebten Ergebnissen. Tatsächlich dürfte ich aber die Präsentation gar nicht mit den tatsächlichen Ergebnissen vergleichen, um eine Vorstellung davon zu gewinnen, wie die Zukunft aussehen könnte.

Allerdings muss man fairerweise einräumen, dass genau die Fonds, die sich in den letzten 15 Monaten so deutlich besser entwickelt haben wie die Ende 2018 allokierten Fonds, in den knapp elf Jahren zuvor nur so gut waren, wie die Fonds, die bis Ende 2018 (und teilweise bis Herbst 2019) allokiert waren. Mit dem Ergebnis von 2,04% für die letzten beiden Monate (bzw. 2,29% für das vierte Quartal) sind wir deshalb sehr zufrieden, denn dieses Ergebnis bestätigt, dass die zuvor getroffenen Entscheidungen gute Entscheidungen zu Gunsten des MBUI und seiner Anleger waren.


Einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr wünsche ich Ihnen und dem MBUI!

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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