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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Februar 2020 
... das hätte das zweitbeste Monatsergebnis seit Auflage sein können

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

hinter der sichtbaren Realität verbirgt sich oft eine andere Wirklichkeit, die für uns meist abstrakt ist. Wir sehen, dass etwas fällt, doch können wir die Erdanziehungskraft nur theoretisch greifen. Wir sehen die Glühbirne leuchten, sehen aber nicht die Elektrizität selbst. Anders als bei solchen Phänomenen, die wissenschaftlich erforscht sind, tappen wir auch manchmal ziemlich im Dunkeln, wollen uns dies aber nicht eingestehen. Wir sehen, dass die Börsenkurse fallen und starten Erklärungsversuche. Doch wenn diese richtig wären, hätte man ja voraussehen können, was passiert, so wie wir wissen, dass es hell wird, bevor wir den Lichtschalter betätigen. Aber wir wissen nicht, ob es wirklich die Angst vor dem Corona-Virus war, die just nach Erreichen eines neuen Allzeithochs den DAX schon am Morgen des fünften Tages danach in der Spitze um mehr als 10% einknicken ließ. Doch dazu - und natürlich auch zu anderen Themen - mehr in meinem Tagebuch.
 
(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)


Samstag, 01.02.2020


Der Bund-Future hat gestern zum Börsenschluss die Marke von 175 zurückerobert. Es ist unglaublich, aber auch im gegenwärtig steigenden Aktienumfeld kaufen Anleger programmierte Verluste, wobei das gestrige Aktienmarktminus natürlich mal wieder negativ zu Bundesanleihen korreliert ist. 

Montag, 03.02.2020

Ein rabenschwarzer Monatsauftakt. Zwar sind heute die Börsen weltweit wieder gestiegen. Die Mehrzahl der MBUI-Zielfonds berechnet jedoch den Anteilspreis mit einem Tag Zeitversatz und so startet der MBUI mit einem Minus von 0,53% - mehr als das Plus im gesamten Januar - in den neuen Monat (DAX vom Freitag: minus 1,33%). 

Donnerstag, 06.02.2020

Zunehmend gibt die Situation in China Anlass zur Sorge. Inzwischen fühlen sich viele an das Jahr 2002 erinnert, als - ebenfalls in China - der SARS-Virus die Runde machte. Damals kam es jedoch weltweit nur zu 8.000 Infektionen. In etwa jeder zehnte Infizierte verstarb.

Die Weltbank und die WHO schätzten den Schaden für die Weltwirtschaft seinerzeit auf 30 Milliarden US Dollar. Der Corona-Virus scheint ansteckender zu sein. Über die Sterberate kann man bis jetzt noch nichts Genaues sagen, ebenso wenig über die Ansteckungswege und vor allem darüber, mit welchen Mitteln der Virus bekämpft werden könnte. 

Problematisch: Heute ist der Anteil des chinesischen BIP an der Weltwirtschaft mehr als dreimal so hoch wie zu SARS-Zeiten. Die chinesische Notenbank (People´s Bank of China) hat bereits reagiert und den Markt mit 175 Milliarden US Dollar Liquidität versorgt, indem sie Banken in dieser Höhe Anleihen abkaufte. Das dürfte wohl nicht die einzige Maßnahme bleiben.

Verwundert registrieren wir, dass die Aktienmärkte von der Entwicklung keine Notiz zu nehmen scheinen. Auch Bundesanleihen trudeln nach dem letzten Anstieg (siehe oben) eher seitwärts.  

Dienstag, 11.02.2020

Rekordzahlen bei Corona-Infizierten und -Toten. Gleichzeitig steigen die Börsen weiter, als sei ihnen gar nichts mehr anzuhaben. Erstmals notiert der DAX über 13.600 Punkten. TINA lässt grüßen? 

Donnerstag, 13.02.2020

Seit Jahresbeginn haben nur sechs der 27 Zielfonds mehr positive Tage erlebt als der MBUI. Der Mix funktioniert offensichtlich gut. 

Mitwoch, 19.02.2020


13.789,00 Punkte - der DAX markiert ein neues Allzeithoch. Das gilt allerdings nur für den Performance-DAX, denn der Kurs-DAX liegt noch knapp 5% unter seinem Allzeithoch vom 23.01.2018. Der mit dem Kurs-DAX vergleichbare  S&P 500 liegt hingegen seit diesem Zeitpunkt knapp 20% höher. Über die letzten 20 Jahre hat der S&P 500 den Kurs-DAX um 100% outperformt. 

Der MBUI liegt in diesem Jahr bereits mit 2,02% im Plus - ein Super-Jahresauftakt. Hoffen wir nur, dass es nicht doch noch zu Virus-bedingten Störungen kommt.

Freitag, 21.02.2020

Der DAX hat in diesem Jahr an 17 Handelstagen mit einem Minus geschlossen. Der MBUI hatte bislang nur 10-mal niedrigere Anteilspreise im Vergleich zum Vortag.  

Montag, 24.02.2020

Hong Kong wirft die stadteigene Notenpresse an und versucht sich als Pionier in Sachen Helikoptergeld. Umgerechnet etwa 1.200 Euro erhält jeder Bürger in der Hoffnung, dass diese in zusätzlichen Konsum fließen, um die Wirtschaft zu stimulieren. Anders als teilweise in den Medien dargestellt handelt es sich hier nicht um eine Maßnahme infolge der Corona-Infektionen. Es geht vielmehr um den Einbruch der Wirtschaft infolge der monatelangen Demonstrationen. 

Montag, 24.02.2020

Es gab Zeiten, da war ein neuer Indexhöchststand ein Aufbruchsignal. Doch inzwischen haben Anleger wohl eher Angst vor neuen Höchstständen, denn kaum ist - nach immerhin gut zwei Jahren - endlich ein neues DAX-Allzeithoch erreicht, da drehen die Börsen erst mal ins Minus. Allerdings kam jüngst so einiges zusammen: Corona rückt mit einem europäischen Epi-Zentrum in Norditalien näher, die Russen können die Opec und vorneweg Saudi Arabien nicht von einer Verringerung der Förderquote zur Stabilisierung des Ölpreises überzeugen und unter der Oberfläche gibt es zunehmend mit der Liquiditätsversorgung amerikanischer Banken. Insgesamt ist zwar genügend Liquidität vorhanden, ab die, die sie haben, wollen sie denen, die sie brauchen nicht - auch nicht über Nacht - leihen. Das hatten wir schon mal, nämlich im September, als der Overnight-Zins, der sich normalerweise in der Bandbreite des Fed-Leitzinses bewegt, auf einmal auf über 9% hochschnellte. Die Fed musste eingreifen und offensichtlich ist das Problem seinerzeit nicht dauerhaft gelöst worden. Die Fed musste sogar einräumen, dass sie nicht versteht, was da passierte. Offensichtlich wird gerade eine neue Lehrstunde vorbereitet.

Mittwoch, 26.02.2020

Im gesamten Jahr 2019 erlebten die maßgeblichen globalen Indices keine Korrektur. Als solche gilt bekanntlich ein Rückschlag von mindestens 10%. Erst ab einem Drawdown von 25% spricht man von einer Baisse. Dass die Kurse schneller fallen als sie im Anschluss wieder steigen, ist quasi ein Grundgesetz der Börsen (wobei auch diese Regel hin und wieder mal eine Ausnahme zulässt).

Die Entwicklung seit dem neuen Allzeithoch des DAX (Schlussstand am 19.02.2020 = 13.789,00 Punkte) bis eben (10:12 Uhr) bescherte dem DAX (wie auch dem EuroSTOXX 50) eine Korrektur. Bis zum aktuellen Tiefststand von 12.370,30 Punkten verlor der DAX 10,29%.



Für vier Handelstage plus gut eine Stunde war das eine rasante Talfahrt. Kommt es zu einem weiteren Abverkauf oder ist damit am Aschermittwoch alles vorbei? Öffnen die Notenbanken die Geldschleusen und geben Anlegern damit das Gefühl, unverwundbar zu sein? Schon wird über Negativzinsen für US-Anleihen spekuliert. 

Donnerstag, 27.02.202

Es geht weiter nach unten an den Börsen. Der DAX hat nun auch auf Basis der Schlusskurse den Korrektur-Modus (mindestens 10% Drawdown auf Basis der Schlusskurse) erreicht. Dies gilt auch für den EuroSTOXX oder den S&P 500. Der Goldpreis hat übrigens - anders als in den Medien vielfach dargestellt - seit Start der Aktienkorrektur nicht zugelegt, sondern verloren. Der mediale Rummel um den Corona-Virus stellt alle anderen Probleme in den Schatten und führt letztendlich dazu, dass die wirtschaftlichen Probleme sich wechselseitig verstärken. Berichtet wird von immer mehr Infektionsfällen, obwohl die Kurve der neu nachgewiesenen Infektionen sich spürbar abgeflacht hat. Besonders wird dies in der rechten - logarithmischen - Grafik sichtbar, die auch zeigt, dass die Zahl der Gesundeten rapide ansteigt. Von den 16 Fällen in Deutschland, die bis Anfang der Woche bekannt waren, sind 15 als geheilt (Total Recovered) entlassen. 

Panik signalisiert jedoch die Meldung zum Abschluss des Tages: Der S&P 500 verlor heute (Stand: 23:20 Uhr MEZ) 4,41%. Wie sangen Inga & Wolf einst? Gute Nacht Freunde, es wird Zeit zu Bett zu gehen ... genau das mache ich jetzt.

Freitag, 28.02.2020

Bis zum 20. Februar sah es so aus, als würde das zweitbeste Monatsergebnis seit Auflage des MBUI erreicht werden. 1,81% Plus hatte der MBUI bis dahin erwirtschaftet. Dann kam der Einbruch und tatsächlich beendet der MBUI den Monat wohl mit einem Minus von 3,20%. Statt dem zweitbesten also das zweitschlechteste Monatsergebnis seit Auflage. Das tut weh. 

Samstag, 29.02.2020


Am Mittwoch/Donnerstag letzter Woche erreichten 22 MBUI-Zielfonds ein neues Allzeithoch. Eine Woche später liegen sie gegenüber Monats- und meist auch im Vergleich zum Jahresbeginn deutlich im Minus. Es war die schnelleste Korrektur der amerikanischen wie auch der europäischen Börsen seit dem Zweiten Weltkrieg. Eine durchschnittliche Korrektur am amerikanischen Aktienmarkt ließ die Aktienkurse im Schnitt um 13% einknicken. Die durchschnittliche Korrektur dauerte acht Wochen, davon knapp die Hälfte für die Verluste und etwas mehr als die Hälfte für die Aufholung derselben.

Ob die Geschwindigkeit der aktuellen Korrektur auch ein Indiz für einen schnellen Wiederanstieg der Kurse ist? Viele Fondsmanager sprechen schon von einer V-förmigen Erholung, die stets zu Lasten derer geht, die nervös geworden sind und während oder gar am Tiefpunkt der Korrektur verkauft haben. Hoffen wir, dass unsere Entscheidung, eine ruhige Hand zu bewahren, die richtige ist. Das fällt uns natürlich leichter, weil wir ja wissen, dass in den Zielfonds die Allokation entsprechend den Entwicklungen von versierten Fondsmanagern gesteuert wird.

Ich wünsche allen Lesern und Investoren in jeder Beziehung ein kühlen Kopf!


In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
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