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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für April 2020 
... Shutdown auf allen Kanälen


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

mit den Börsenentwicklungen im April konnte man wohl kaum rechnen. Doch die wie das Murmeltier täglich grüßenden Rettungs- und Unterstützungspakete waren das Schmieröl für gut laufende Märkte. Anleger trieben die Kurse erst mal nach oben, ohne daran zu denken, wie folgenschwer die aktuellen Entwicklungen letztendlich sein könnten. Viele Fondsmanager wurden mal wieder auf dem falschen Fuß erwischt, weil sie ihre Aktienbestände (physisch oder durch Derivate) abgesenkt hatten. Im MBUI war eine gute Mischung für den Balanceakt zwischen Bärenmarkt-Rallye und weiterem Kursverfall gefunden, die im Laufe des April weiter optimiert wurde. Lesen Sie hier die Einzelheiten.
 
(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)



Freitag, 03.04.2020

Vermehrt wird darauf hingewiesen, dass Nassim Taleb schon in seinem Buch über die als "Schwarzer Schwan" bezeichneten Ereignisse eine globale Pandemie nicht als ein solches Ausnahmeereignis bezeichnete, weil man jederzeit mit einer solchen Pandemie rechnen müsse. Und wer noch einen draufsetzen möchte, der weist auf eine Bemerkung von Bill Gates vor der Massachusetts Medical Society im Jahr 2018 hin, die damals übrigens nicht für Aufsehen sorgte (zumindest habe ich bis vor kurzem nichts davon gehört): "Es ist sehr wahrscheinlich, dass zu unseren Lebzeiten eine große und tödliche Pandemie auftreten wird." Und bereits in 2015 hatte er in einem Ted Talk davor gewarnt, dass wir auf eine globale Pandemie nicht vorbereitet seien.

Was will man uns - jetzt - damit sagen? Dass man schon vor Jahren sein Portfolio auf die Möglichkeit einer globalen Pandemie mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft hätte ausrichten sollen? Ein Portfoliomanager, der 2018 (oder noch schlimmer 2015) die Warnungen von Gates ernst genommen und in Erwartung eines pandemiebedingten Markteinbruchs seinen Fonds entsprechend defensiv ausgerichtet hätte, wäre über Jahre hinweg mit weit überdurchschnittlichen Ergebnissen präsent gewesen. Anleger hätten kaum in einen solchen Fonds investiert bzw. hätten ihre Anteile zurückgegeben. Was also wäre damit gewonnen gewesen?

Der Logik von Taleb oder Gates folgend wären apokalyptische Zustände natürlich keine Überraschung gewesen. Schließlich wurden sie ja bereits vor mehr als 2.000 Jahren im weltweit meistgelesenen Bestseller der Christenheit angekündigt. 


Montag, 06.04.2020

Erneut - und erstmals in diesem Monat - kratzt der DAX an der 10.000er-Marke. Warum der Index heute um 5,76% steigt, ist kaum nachvollziehbar. Allein deshalb auf einen Trend zum Rebound zu setzen, wäre wahrscheinlich ein fataler Fehler. Zudem handelt es sich einmal mehr auch heute um einen Tag, an dem eher die "Looser" stark zulegten, Werte also, die kaum einer unserer Fondsmanager aktuell im Portfolio hat. Aus gutem Grund, wenn man sich mal die Top Five des heutigen Tages betrachtet:



SAP, das Unternehmen mit dem höchsten Anteil am DAX, hat nur um 3,87% zugelegt; Linde lag mit 3,71% im Plus. Beide Unternehmen machen zusammen fast ein Fünftel des DAX aus. Man sieht, mit wieviel Vorsicht Indexergebnisse heutzutage zu genießen sind. Immerhin verschafft der heutige Tag wieder ein wenig Luft, negative Tagesergebnisse verkraften zu können, ohne gleich ein neues Krisen-Tief erleiden zu müssen. Der DAX liegt nämlich nunmehr gut 19% über seinem März-Tiefststand. 

Dienstag, 07.04.2020

Positive Renditen dann, wenn die Märkte ins Minus versinken - eigentlich ein "Privileg" von Alternative-Fonds, von denen man stark reduzierte Verluste oder gar ein völlig marktunabhängiges neutrales oder gar positives Ergebnis erwartet. Dies hat im Q4/2018 ebenso wenig wie jüngst geklappt, sieht man mal von Ausnahmekandidaten wie dem "OptoFlex" oder dem "Long Vola-Fonds 1" ab. Dass es aber ein Multi Asset-Fonds, der sich im Aktienbereich zusätzlich durch Put-Optionen absichern kann, schafft, den Corona-Drawdown der Märkte in den beiden vorangegangenen Monaten auf 9,62% zu begrenzen und ytd bereits per Ende März wieder mit 0,49% im Plus zu liegen (aktuell sind es bereits 2,49%) ist außergewöhnlich. 

Nun liegt die Vermutung nahe, dass der Fonds sich stets dermaßen absichert, dass er in der Corona-Krise zwar wenig verlor, aber in den Jahren zuvor auch wenig verdiente. Fehlanzeige! Seit Auflage dieser Anteilsklasse vor mehr als neun Jahren hat der Fonds ziemlich genau 10% p.a. erwirtschaftet und dabei niemals einen zweistelligen Drawdown erlitten. Über die letzten 36 Monate (Stand per gestern) weist der Fonds eine Calmar Ratio von 0,91 aus. Eine Stecknadel im Heuhaften findet sich leichter als derzeit ein Fonds mit einem solchen Wert. Seit Auflage der jeweiligen Fonds betrachtet ist der "Dynamische Mischfonds 4" aktuell der einzige MBUI-Zielfonds, der eine Camar Ratio >1 vorweisen kann.

Bei diesem Fonds ist nichts dem Zufall überlassen. Das breit aufgestellte Team arbeitet teilweise schon seit 2008 unter gleicher Leitung. Auffällig ist, dass in allen nennenswerten Marktrückgängen (bspw. im Spätsommer 2011, im Mai/Juni 2013, Anfang 2016, in Q4/2018 oder eben auch jüngst) eine deutliche Outperformance gegenüber der Vergleichsgruppe erzielt werden konnte, die dann in Aufwärtsphasen der Märkte stets nur teilweise wieder abgegeben wurde:



Der Fonds ist zur Wahrung der Anlegerinteressen seit geraumer Zeit im Softclosing und damit für neue Anleger generell geschlossen. Mit guter Vernetzung schafft man es aber, Anteile zu ergattern, wenn diese von einem anderen Anleger zurückgegeben werden. Selbstverständlich sind wir hier in der kostengünstigeren institutionellen Anteilsklasse investiert. 

  
Donnerstag, 09.04.2020

In nur drei Wochen sind in den USA nunmehr rund 15 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosengeld gestellt worden. Man sollte denken, dass die Börse auf die gerade veröffentlichte Meldung, dass in dieser - verkürzten - Woche erneut rund 6 Millionen Anträge gestellt wurden, spürbar reagiert. Stattdessen geht es weiter bergauf. Der Grund ist wohl, dass die Fed fast gleichzeitig weitere Notfall-Hilfen für lokale Regierungen sowie kleinere und mittelgroße Unternehmen in Höhe von 2,3 Billionen (!) US Dollar verkündete. Als gäbe es kein morgen ...

Der DAX liegt nun seit seinem Tiefststand am 18. März gut 25% im Plus. Der S&P 500, der seinen Tiefststand am 23. März markierte, ist seitdem sogar fast 26% gestiegen. Gut vorstellbar, dass nachbörslich Gewinne gesichert werden, denn in den vier Tagen über Ostern kann viel geschehen. Das Risiko ein Upside-Gap zu verpassen oder ein Downside-Gap zu erleiden, muss natürlich jeder selbst abwägen. Frohe Ostern also mit nur virtuellen Umarmungen von Verwandten (soweit sie nicht im eigenen Haushalt leben) und Freunden. Gute Stimmung ist damit nicht gerade vorprogrammiert. 

Dienstag, 14.04.2020

Zu Gewinnmitnahmen kam es am Donnerstag nachbörslich doch nicht. Der DAX stieg um weitere 70 Punkte auf 10.671 Punkte. Die Nachrichtenlage über Ostern brachte erfreulicherweise keine neuen Schrecksmeldungen - zumindest keine, mit denen man (wie bspw. mit den steigenden Infektionszahlen in den USA) nicht gerechnet hätte. So eröffnete der DAX heute nochmals höher. Schon nach einer knapen halben Stunde kam es jedoch zu einer technischen Störung des XETRA-Handels. Erst gegen 14:00 Uhr konnte die Störung behoben werden. Auch danach ging es tendenziell eher nach oben. Grottenschlechte Zahlen von JPMorgan und Wells Fargo werden schlichtweg ignoriert. Weitere Bankenergebnisse werden wohl auch nicht besser aussehen. So steigt heute auch der S&P 100, der am gestrigen Ostermontag stabil blieb, um gut 3%.

Seit geraumer Zeit verfolgen wir die Entwicklung des Goldpreises sowie der Aktien und Anleihen der Minengesellschaften sowie der Fonds, die sich in diesem Segment bewegen. Der nach verschiedenen uns wichtigen Chance/Risiko-Kriterien beste deutsche Edelmetall-Mischfonds hat geringe Drawdowns, lässt aber andererseits auf dem Weg nach oben auch nur wenig Dynamik erkennen. Besser gefällt uns der Fonds eines französischen Anbieters, der für seinen AIF jedoch das Konstrukt eines FCP (Fonds commun de placement) gewählt hat. Faktisch handelt es sich dabei um eine Aktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital. Die Fondsanteile sind Aktien und solche können aufgrund rechtlicher Beschränkungen im MBUI nicht allokiert werden. Also haben wir uns für einen in Luxemburg aufgelegten UCITS-Fonds einer australischen Gesellschaft entschieden, deren Team über einen ausgeprägten fachlichen Hintergrund in den Bereichen Geowissenschaften, Bergbau, Geologie und Maschinenbau verfügt. Mit dem Londoner Büro haben wir verhandelt, dass wir mit gut 25% Kostenvorteil deutlich unterhalb der Mindestanlagesumme in die institutionelle Anteilsklasse investieren können.

    

Der Fonds, dessen ursprüngliche Anteilsklasse bereits die Finanzkrise erlebte, zeichnet sich durch eine hohe Upside-Dynamik aus. Da wir einen b.a.W. weiter steigenden Goldpreis in Verbindung mit einem möglicherweise schwächeren Euro erwarten, nehmen wir die hohen Schwankungsrisiken des Fonds (siehe Grafik) in Kauf, denn der jüngste durch einen fallenden Goldpreis bedingte Drawdown war ursächlich durch den Liquiditätsbedarf institutioneller Investoren ausgelöst. Die physische Nachfrage nach Gold erklomm nämlich zuletzt neue Höchststände. Über ein Gold-Exposure verfügen unter den MBUI-Zielfonds zudem der "Dynamische Mischfonds 3", der "Pensionskassen-Mischfonds 1" sowie natürlich der "FvS Multiple Opportunities II".  

Mittwoch, 15.04.2020
 
Mit dem gestrigen Anteilspreis liegt der MBUI in diesem Monat mit 2,52% im Plus - das ist mehr als das bislang beste Monatsergebnis vom Januar 2019 (+2,48%). Aber das will ja bekanntlich noch längst nichts heißen, denn Mitte Februar sah auch alles nach einem Spitzen-Monatsergebnis aus. Schaut man sich die aktuelle Gemengelage an, so würde es nicht überraschen, wenn die aktuelle Bärenmarkt-Rallye in Kürze ihren Schlusspunkt markieren würde. 

Freitag, 17.04.2020

Nachdem wir es in den letzten Wochen mehrfach erleben durften bzw. mussten, dass die Börsen am Morgen deutlich unterhalb des Schlusskurses vom Vortag eröffneten, müsste man eigentlich annehmen, dass Anleger vor dem Wochenende vorsichtig werden, um nicht erneut in ein Overnight-Gap bzw. ein Weekend-Gap zu stolpern. Doch der DAX schließt nahezu auf Ein-Monats-Hoch und übertrifft dieses sogar im nachbörslichen Handel noch. Seit dem Tief am 18. März steht nun ein Plus von 26,75% zu Buche. Doch damit sind erst rund 42% des Drawdowns in Höhe von 39,78% wettgemacht. Der S&P 500 liegt gegenüber seinem Tiefststand am 23. März mit 28,48% im Plus, womit gut 45% des Drawdowns von 34,26% kompensiert sind.

Aber niemand glaubt wirklich daran, dass der Durchmarsch zu neuen Allzeithochs im ersten Anlauf gelingen könnte. Doch das Polster wächst und vielleicht (auch wenn ich es selbst nicht glaube) kommen wir ja ohne eine weitere Ausweitung des bisherigen Drawdowns durch die Krise. Schließlich zeigen Politiker und Notenbanken demonstrativ ihre Bereitschaft, jedwedem Problem mit dem Anwerfen der Gelddruckmaschinen zu begegnen.

Im Restaurant wird zwar auch erst gespeist und dann kommt die Rechnung. Aber man hat die Ausgaben im Blick und wird in der Regel nicht mehr bestellen als das Portemonnaie oder die Kreditkarte es hergeben. Im Rausch der Krisenbewältigung gilt jedoch, dass Politik und Notenbanken erst mal Geld ausgeben, ohne zu wissen, wo dieses eigentlich herkommen soll. Die Rechnung wird "irgendwann" präsentiert werden. Ohne viel Phantasie können wir wohl davon ausgehen, dass es sich bei dem, was da auf uns zukommt, nicht um Glücksmomente handeln wird.

Montag, 20.04.2020

                
Gabor Steingart veröffentlichte sein erstes Buch "Widerspruch unerwünscht" bereits im Alter von 28 Jahren. Er startete als Redakteur im Wirtschaftsressort des "Spiegel" und wurde offensichtlich von Rudolf Augstein, den - wie er sagt - die politische Korrektheit langweilte, infiziert. Von 2010 bis 2013 war Steingart Chefredakteur und danach Herausgeber der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt". Im Oktober 2012 wurde er zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group berufen. Nach seinem Ausscheiden, dem unbequeme Kontroversen mit dem Haupteigentümer vorausgingen, gibt er das "Morning Briefing" heraus. 

Heute Morgen bezieht er zu Thema "Cornona-Bonds" (ein neuer Versuch, Eurobonds mit gesamtschuldnerischer Haftung zu installieren) Stellung:

"Wer in diesen Tagen die Kommentare der lieben Kollegen liest, der könnte meinen, es habe in Deutschland einen geistigen Lockdown gegeben. Der Journalismus hat sich offenbar selbst ein Kontaktverbot mit dem Gegenargument verordnet. Der Zweifel steht unter Quarantäne. Es gibt zu den Eurobonds, also zu der auf ewig verbrieften Mithaftung der deutsche Steuerzahler für die südeuropäischen Schuldensandburgen, keine zwei Meinungen mehr."

Er legt sich im Folgenden mit bekannten Journalisten - von Spiegel-Chefredaktion bis ARD-Hauptstadtstudio - an, ehe er die Argumente, die gegen die Vergemeinschaftung von Euro-Schulden sprechen, nochmals zusammenfasst:

"Fazit: Wieder einmal geht der Herdentrieb mit den deutschen Journalisten durch. Die fachlich gut begründeten Argumente gegen eine europäische Haftungsunion,  

► vom Budgetrecht, das der Bundestag ohne Verfassungsänderung gar nicht auf eine supranationale Ebene delegieren darf, 

► über die bittere Erfahrung, dass sich Kreditsucht nicht mit immer neuen Krediten bekämpfen lässt, 

► und das ausdrückliche Verbot in Artikel 125 des EU-Vertrages, dass weder die EU noch die Mitgliedstaaten für die Verbindlichkeiten einzelner Länder haften dürfen,

► bis zu dem Risiko, das Deutschland sich mit dieser gesamtschuldnerischen Haftung übernimmt und damit das Euro-Projekt insgesamt auf die schiefe Bahn gerät, 

finden derzeit keine Beachtung und falls doch, dann nur in der Form kollektiver Diffamierung."  

Für mich ist das "Morning Briefing" jeden Morgen das Lesenswerteste in meinem Email-Postfach. Den Newsletter (inkl. Podcast) können Sie kostenlos über www.gaborsteingart.com abonnieren. 


Aufgrund der sich zuspitzenden Lage an den Rohölmärkten gehen wir von einem baldigen Ende der Bärenmarkt-Rallye aus. Die Lager sind gefüllt, Saudi Arabien produziert mehr als je zuvor und die Nachfrage sinkt gleichzeitig weiter. Zudem profitiert die Industrie, die aufgrund des Shutdowns kein Öl verbraucht, nicht von dem auf das niedrigste Niveau seit 1995 gesunkenen Ölpreis. Es wird aber eine zunehmende Zahl von Unternehmen geben, die aufgrund des niedrigen Ölpreises insolvent werden, was sich wiederum auf die Banken auswirken würde. Wir denken, dass diese Gemengelage die aktuellen Corona-Ängste überschatten könnte.

Da wir als Dachfonds keine Möglichkeit haben, unsere (indirekten) Aktienbestände (die aufgrund des Mischfonds-Status des MBUI physisch über 25,1% liegen müssen) über Futures oder Optionen abszusichern, ordern wir für 2,5% des Fondsvermögens einen Double-Short-ETF auf den DAX. Von der Aufgabe der Order über die Weiterleitung von Universal Investment an Berenberg (unsere Verwahrstelle) bis hin zur Orderausführung an der Börse vergingen genau 2 Minuten und 51 Sekunden. In diesem Fall waren wir allerdings gar nicht erpicht auf Hochgeschwindigkeit, denn der DAX drehte im weiteren Tagesverlauf dann doch noch mal ins Plus und bescherte unserem neuen Zielfonds erst mal ein Minus.

Dienstag, 21.04.2020

Der Mai-Terminkontrakt für Rohöl war gestern (bei uns war es inzwischen längst Nacht)  bis auf minus (!) 40,32 US Dollar gefallen. Erstmals seit Aufnahme des Future-Handels im Jahr 1983 hatten am Montag Käufer also bei der Abnahme von Öl Geld erhalten. Zudem war der Preisunterschied zwischen zwei aufeinanderfolgenden Terminkontrakten noch niemals derart hoch.

Heute drehte der Preis zumindest wieder ins Plus. Zur Eröffnung heute Morgen hatte sich der Preis für ein Barrel Brent um rund 20% auf 21,68 US Dollar verbilligt. Es ist klar, was hier gespielt wird. Saudi Arabien hat Ölvorräte für mehr als 50 Jahre und will diese so schnell wie möglich vermarkten. Einerseits, weil regenarative Energien auf dem Vormarsch sind und andererseits, weil die Saudis so ziemlich am günstigsten fördern können, womit sie die Konkurrenz in Not bringen. Die proklamierte Unabhängigkeit der USA aufgrund von Fracking und Schieferöl ist auf jeden Fall beim aktuellen Ölpreis erst mal Makulatur. "America first" heißt in diesem Fall "Wir geben zuerst auf".

Der "2 x Short-DAX-ETF" sorgte mit seinem Tagesplus von 8,45% (!) dafür, dass der MBUI-Anteilspreis um 12 Cent stieg statt um 13 Cent zu fallen, wenn das Geld für den Fondskauf in der Kasse geblieben wäre. 

Donnerstag, 23.04.2020

Ein weiterer Fonds wurde heute allokiert. Er widerlegt die These, dass Liquid Alternative-Fonds im derzeitigen Umfeld grundsätzlich nicht funktionieren. Der "Dynamische Makro-Strategiefonds 1" bewegt sich seit Auflage im Jahr 2011 regelmäßig in einem Performance-Korridor von 5% bis 8% pro Jahr. Was ihn aber unter dem Aspekt der Mehrwertphasen-Korrelation zu einem besonders interessanten Investment macht, ist seine Performance seit Jahresbeginn. Der Fonds liegt nämlich per gestern mit 7,72% im Plus. Ähnliche Stärke zeigte er im Abwärtstrend der Börsen von April 2015 bis Februar 2016. Während die meisten MUlti Asset-Fonds zunehmend ins Minus rutschten, marschierte er von seinem Allzeithoch im April 2015 zu neuen Höchstständen im August und im Oktober des gleichen Jahres. Letztendlich überstand er die 10-monatige Dürreperiode der Börsen praktisch ohne Verlust und startete dann im Februar 2016 im Gleichschritt mit der Börsenerholung voll durch. 

    

Allerdings zeigt die Grafik auch, dass der Fonds in Q4/2018 mit den Aktienmärkten abstürzte. Betrachtet man die verschiedenen Substrategien des Fonds, die auf geringe bis negative Korrelation zueinander ausgelegt sind, so wird schnell klar, warum auch dieser Fonds in 2018 kein Quell der Freude war: Es funktionierte damals - Sie erinnern sich - nämlich gar nichts (sieht man von AAA-Staatsanleihen und US-Dollar-Festgeld ab). Allerdings konnte der Drawdown im vierten Quartal 2018 auf 9,92% begrenzt werden und danach ging es sehr schnell wieder aufwärts und so erreichte der Fonds bereits in der ersten Februarhälfte 2019 ein neuerliches Allzeithoch.



Der Fonds scheint mit Blick auf die auf uns zukommenden Herausforderungen der nächsten Monate (und vielleicht sogar Jahre) eine gute Ergänzung, denn die Kombination aus Performancestärke und weitgehender Marktunabhängigkeit seiner Entwicklung macht ihn zu einem starken Stützpfeiler im MBUI-Portfolio.

Montag, 27.04.2020

Der April-Ergebnis des MBUI liegt inzwischen bei plus 4,19%. Das sind fast 70% mehr als das bislang beste Monatsergebnis im Januar 2019. Es zeigt, dass der Fonds für weitere Erholungen bestens aufgestellt ist. Doch wie ist es um die Risiken bestellt? All unser Bestreben richtet sich natürlich darauf, durch die Ausrichtung auf Ausnutzung des Recovery-Potentials nicht die Flanke für übermäßige Rückfälle zu öffnen. Die derzeitige Rallye dürfte ihr Potential nämlich weitgehend ausgeschöpft haben. Auch wenn alle Marktteilnehmer eigentlich darauf vorbereitet sind, dass wir vor dem steilsten wirtschaftlichen Abschwung seit Menschengedenken stehen, so kann ich mir doch nicht vorstellen, dass dies mit den in den letzten Wochen deutlich gestiegenen Kursen eingespreist ist. 

Diese Woche könnten die Märkte vielleicht noch durch die wahrscheinlich erfreulichen Ergebnisse der großen Tech-Unternehmen bei Laune gehalten werden. Apple. Alphabet, Amazon, Microsoft und Tesla melden diese Woche ihre Quartalsergebnisse. Alleine diese fünf Unternehmen machen mehr als ein Fünftel des S&P 500 aus. Je nachdem, wie die Aktienmärkte reagieren, werden wir ggfs. die Positionen im "Dynamischen Edelmetall-Mischfonds 1" sowie im "2 x Short-DAX-ETF" weiter ausbauen und im Gegenzug einige der dynamischen Mischfonds temporär zurückfahren.

Auch wenn ein genaues Timing sicherlich nicht ausgerechnet uns gelingen wird, so dürfte sich eine solche Positionierung über die nächsten Wochen und vielleicht sogar Monate auszahlen. Heute schließt der DAX erst mal wieder mit 3,13% Plus. Die Tagesgewinner sind - mal wieder - die Dauer-Verlierer: Deutsche Bank (+12,67%), Lufthansa (+10,44%) und Daimler (+6,38% sowie Continental (+6,02%). Hintergrund des Anstiegs: Die Aussicht auf Staatshilfen, Konjunkturprogramme und Staatsbeteiligung. Die fundamentalen Kräfte der Märkte sind Schachmatt. Die sich mir aufdrängende Fiktion: Die EU-Komission gibt jeden Morgen die Kurse für den täglichen Handel bekannt. Hochfrequenzhändler beantragen daraufhin Kurzarbeitergeld und bekommen ein Konjunkturprogramm bewilligt. Gute Nacht Deutschland ...

Donnerstag, 30.04.2020 

Alle Befürchtungen, dass die Märkte vor dem Monatsende erneut zusammenklappen, haben sich nicht bestätigt. Der MBUI beendet einen starken Monat mit einem starken Ergebnis. Letztendlich steht ein Plus von 4,95% zu Buche. Das kann sich sehen lassen. Schließlich wären wir in "normalen Zeiten" angesichts des derzeitigen Nullzins-Umfeldes mit einem solchen Ergebnis auch als Jahresergebnis mehr als zufrieden. Tatsächlich gilt es aber, einen ungewöhnlich hohen Drawdown aufzuholen und dazu gehört meiner Meinung nach vor allem die Disziplin, unnötige Risiken - und damit weitere schmerzhafte Verluste zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten. Daran arbeiten wir mit aller Kraft.   


In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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