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Das MBUI-Fondsmanager-Tagebuch für Mai 2020 
... Shutdown-Lockerung führt zu völlig enthemmten Kursen


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

der DAX scheint nur noch eine Richtung zu kennen. Nachdem er in der ersten Monatshälfte um mehr als 500 Punkte gefallen war, hat er in der zweiten Monatshälfte kräftig zugelegt. Letzten Endes schloss der er den Monat mit einem Plus von 6,68% ab. Das sind Werte, die nicht damit in Einklang zu bringen sind, dass wir gerade auf den größten Konjunktureinbruch seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland zusteuern. Geblendet von den fast täglich neuen Hilfs-, Konjunktur und Steuerpaketen setzen die Börsianer auf schnelle und vollkommene Erholung vom Shutdown.

Das wird aber längst nicht so schnell gehen, wie es die derzeitigen Kursentwicklungen vermuten lassen. Unzählige Insolvenzen, dramatisch steigende Arbeitslosenzahlen (vielleicht in Deutschland weniger als in vielen anderen Ländern), ausfallende Firmen- und Privatkredite bei den Banken, Umsatzausfälle, die so schnell nicht kompensiert werden können und damit kräftige Gewinnrückgänge - die Liste der Baustellen mit Umleitungsempfehlung für die Entwicklung der Börsenkurse ließe sich beliebig fortsetzen. Geopolitische Themen und Risiken werden zudem mehr oder weniger völlig ausgeblendet, oder beschäftigt sich jemand mit den möglichen Auswirkungen eines erneut (oder nach wie vor) drohenden No-Deal-Brexits oder dem sich zuspitzenden Handelskrieg zwischen den USA und China?

Nimmt man die jüngst wieder angestiegenen gestiegenen Indikatoren - vom IFO-Geschäftsklima über den Einkaufsmanager-Index bis hin zum ZEW Index - dann liegt die BIP Prognose für 2021 schätzungsweise bei minus 4%. Nachdem das erste Quartal mit rund zwei Wochen Shutdown bereits mit einem Minus von 2,2% zu Buche steht, muss mit einem deutlich heftigeren Einbruch für das zweite Quartal gerechnet werden. Dann werden die Erwartungen wahrscheinlich korrigiert werden müssen. Zudem ist das Risiko einer zweiten Welle mit einem erneuten Shutdown nicht völlig vom Tisch. Es wird sich also irgendwann auch wieder Ernüchterung breitmachen, die sich dann wahrscheinlich nicht angemessen, sondern mit erneuter Übertreibung - nur diesmal in die Gegenrichtung - artikulieren wird.

Aber schauen wir erst mal, was uns den Monat über bewegte ...
 
(Alle bisherigen Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs bis hin zum Auflagezeitpunkt des MBUI finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - auf www.mbui.info/fuer-berater-institutionelle-investoren/fondsmanager-tagebuch.)



Dienstag, 05.05.2020

Der Monat startete mit einem verlängerten Wochenende. Am Donnerstag gab der DAX bereits um 2,22% nach. Das machte sich wesentlich erst gestern im MBUI-Anteilspreis bemerkbar, der damit einen schlechten Monatsauftakt erwischte. Gestern ging es dann mit 3,54% bergab für den DAX. Dabei hatten viele gehofft, dass die für diese Woche anstehenden Quartalsberichte der FAANG-Aktien und Tesla die Börsen noch mal bei Laune halten könnten. Nicht dass ich mir Hoffnungen auf kurzfristiges Erreichen der Höchststände vom Februar mache, aber ein möglichst dickes Polster ist vielleicht hilfreich, um bei einer zweiten Verlustwelle an den Börsen keine neuen Tiefststände erleiden zu müssen. 

Der "2x Short-DAX-ETF" ist in Abwärtsphasen automatisch ein Lichtblick. Mit seiner Allokation von nur 2,5% des Fondsvermögens bewegt er sich natürlich und zuverlässig komplett negativ korreliert. Allerdings geht der ETF mit dem XETRA-Schlusskurs eines jeden Tages in den MBUI-Anteilspreis des gleichen Tages ein. Damit verstärkte er das MBUI-Plus vom Donnerstag, denn der Double-Short-ETF gewann 4,11%. Sinkt der DAX mehrere Handelstage hintereinander, dann mindert der ETF jedoch das Minus des MBUI-Anteilspreises ab dem zweiten Verlusttag des DAX. Gestern legte der ETF um 7,14% (!) zu.

Im Laufe des Tages wechseln die Börsen aber dann doch die Richtung. Am Ende steht der DAX mit 2,51% im Plus - der ETF liegt mit 4,86% im Minus. Damit verstärkt der ETF das Minus des MBUI, da die Mehrzahl der Zielfonds den heutigen Kursgewinn an den Börsen erst im morgigen Anteilspreis berücksichtigen. 

Nochmals im Klartext: Entwickelt sich der DAX mehrere Tage in Folge in die gleiche Richtung, so dämpft der "2x Short-DAX-ETF" ab dem zweiten Tag die Volatilität, weil er bei steigendem DAX den Wertzuwachs bzw. bei fallendem DAX den Drawdown des MBUI mindert. Bei täglichen Richtungswechseln des DAX erhöht er hingegen die Volatilität, weil er bei fallendem DAX gewinnt, während die Mehrzahl der Zielfonds aufgrund der Kursentwicklung des Vortages ebenfalls gewinnt (und umgekehrt). 


Donnerstag, 07.05.2020

Trotz regelmäßig langer Arbeitszeiten gibt es einige Zielfonds, deren Ergebnis erst spät in der Nacht (und dafür für mich am nächsten Morgen) publiziert wird, so dass ich den voraussichtlichen MBUI-Anteilspreis des Vortages erst am frühen Morgen errechnen kann (ehe ihn die KVG ca. um 11:30 Uhr veröffentlicht). Eine Unicherheit gibt es dann trotzdem noch, weil der "Long/Short-Technologiefonds 1" seinen US-Dollar-Anteilspreis zwar in Euro umrechnet, Universal Investment jedoch einen späteren Umrechnungskurs für die Umrechnung heranzieht, so dass es bis mittags, wenn Universal den MBUI-Anteilspreis bekannt gibt, noch zu geringen Abweichungen beim von mir vorab ermittelten voraussichtlichen Anteilspreis kommen kann (meist beträgt die Abweichung nur ein oder zwei Cent). Heute war aber schon am frühen Morgen klar, dass gestern ausnahmslos alle 24 Zielfonds mit einem Plus zum MBUI-Tagesergebnis beigetragen haben - ein extrem seltenes Phänomen. Der MBUI-Anteilspreis stieg dementsprechend gestern um 0,81%. 

Freitag, 08.05.2020

3,2 Millionen neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe wurden in der vergangenen Woche in den USA gestellt. Damit hat nun jeder zehnte US-Bürger seit der Zuspitzung der Krise Mitte März seinen Job verloren. Bezogen auf den Bevölkerungsanteil der 15- bis 64-Jährigen sind dies 15,5% neue Arbeitslose. Damit ist die Arbeitslosenquote vor Ausbruch der Krise (4,4%) auf nunmehr rund 20% angewachsen. Die höchste Arbeitslosenquote in den USA seit 1980 belief sich bislang auf knapp 10%.

In Deutschland sickerte durch, dass der Arbeitskreis der Steuerschätzer am kommenden Donnerstag neue Zahlen verkünden wird, denen zufolge das Steueraufkommen in diesem Jahr um 100 Milliarden Euro sinken soll. Wenn das mal nicht zu kurz gegriffen ist. 

Wie reagieren die Börsen? Vorbörslich steigt der S&P 500 und schickt sich an, die Marke von 3.000 Punkten zurückzuerobern. Damit ist der Index seit dem Tiefststand vor weniger als zwei Monaten um mehr als 25% gestiegen. Man nennt das eigentlich Hausse - auch wenn es sich wahrscheinlich eher um eine extrem ausgeprägte Bärenmarktrallye handelt. Es gilt aber wohl nach wie vor: "Don´t fight the Fed!".

Auch der DAX steigt weiter und peilt die Marke von 10.900 Punkten an, als wäre nichts geschehen. Der im Jahr 1946 verstorbene John Maynard Keynes sagte einst: "Es gibt nichts, was so verheerend ist, wie rationales Handeln in einer irrationalen Welt." - Er hatte wohl Recht.

Dienstag, 12.05.2020

In letzter Zeit haben wir uns ausgiebig mit Chancen und Risiken von Gold respektive Goldminenaktien beschäftigt. Angesichts der Erwartung, dass es an den Börsen - soweit diese nicht dauerhaft an pathologischem Realitätsverlust leiden - mindestens zu einer zweiten Abwärtswelle kommen sollte, schätzen wir das Chance/Risikoprofil des bereits im April allokierten "Dynamischen Edelmetall-Mischfonds 1" als deutlich attraktiver als bei vielen anderen Portfoliopositionen ein. Zwar sollte man Vorsicht walten lassen, wenn die überwältigende Mehrzahl der Marktteilnehmer sich einig ist, doch in diesem Fall spricht nun wirklich vieles für einen weiteren Goldpreisanstieg. Gerade bei Goldminenaktien dürfte dieser sich überproportional bemerkbar machen, wenn diese bereits in der Gewinnzone sind. Einerseits sind die immensen Energiekosten der Goldminen erheblich gesunken. Zum anderen kann jeder Dollar eines höheren Goldpreises mehr oder weniger auf der Gewinnseite verbucht werden.

Schaut man sich die Entwicklungen vor, während und nach der Finanzkrise an, so könnte die folgende Standortbestimmung durchaus realistisch sein:



Wir erhöhen deshalb den Anteil des "Dynamischen Edelmetall-Mischfonds 1" auf rund 5%, wohl wissend, dass wir weitere Fonds haben, in denen physisches Gold oder Minenaktien ebenfalls eine Rolle spielen. 

Donnerstag, 14.05.2020

Die Volatilität der Aktienmärkte hat sich in den letzten Wochen zunehmend beruhigt. Der VDAX sank von seinem Spitzenwert am 16. März (86,0134 Punkte) auf zuletzt 30,6301 Punkte am Dienstag der Woche. Die Aufwärtsbewegung lahmte in den letzten drei Wochen zunehmend (bei sinkender Volatilität). Seit gestern gab es jedoch einen deutlichen Stimmungswandel. Die Angst kehrt zurück und die Volatilität, der Gradmesser für die Angst der Börsianer, sprang prompt an.  

    

Wir haben deshalb unser Exposure im "2x Short-DAX-ETF", also die einem Dachfonds mögliche Absicherung von Aktienrisiken, bereits am Morgen von 2,5% auf 4% des Fondsvolumens erhöht, weil wir uns klare Ziele gesetzt hatten, wann die Absicherung erhöht werden sollte. Zum Schluss des XETRA-Handels lag der ETF gegenüber dem Vortag mit 3,63% im Plus. Der zusätzlich erworbene Anteil, den wir natürlich erst zum Preis bei Handelsstart (also nach dem Overnight-Gap von ca. 2,5 Volatilitätspunkten) abgerechnet bekamen, brachte immerhin schon ein Plus von 2,35% ein.

Montag, 18.05.2020
 
Nachdem sich Fed-Chef Jerome Powell am Wochenende zu Wort meldete und ankündigte, dass die US-Konjunktur sich erholen werde, was allerdings durchaus bis Ende 2021 (!) dauern könnte, nachdem Japan in eine ausgewachsene Rezession eingetreten ist, die sich im zweiten Quartal noch erheblich verschärfen dürfte und zudem die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht zwar von einer in Gang kommenden Erholung spricht, dies jedoch mit der Warnung verbindet, dass noch erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Wirtschaftsentwicklung bestehen, hätte ja eigentlich klar sein müssen, dass die Börsen zum Beginn der Woche erneut kräftig steigen. Schließlich haben wir uns ja daran gewöhnen können, dass die Börsen bei schlechten Aussichten steigen, weil diese ja offensichtlich stets innerhalb kürzester Zeit durch Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken bekämpft werden.

Also stieg der DAX heute um sagenhafte 5,67% und der S&P 500 legte um 3,15% zu. Die Absicherung über den "2x Short-DAX-ETF" verlor damit heute 11,38%. Im Gegenzug waren jedoch 22 Zielfonds - und damit auch der MBUI insgesamt - im Plus, obwohl viele Zielfonds-Anteilspreise den heutigen Anstieg erst mit den morgigen Kursen in den MBUI-Anteilspreis einfließen lassen werden.

Der VDAX ist wieder auf das Niveau von rund 33 Punkten gefallen. An diese RoRo-Dynamik ("Risk-on/Risk-off") müssen wir uns wohl gewöhnen.
 
Mittwoch, 20.05.2020
 
33 Millionen Arbeitslose in den USA - kein Wunder, dass der Konsum drastisch sinkt. Was allerdings verwundert: Im März und im April wuchsen die Bankeinlagen privater Kunden um fast zwei Billionen US-Dollar (!) an. Erwartet wird, dass dieser Trend auch im Mai anhält. Ein derartiges Anspringen der Spartätigkeit war in den USA bislang in keiner Krise zu beobachten. Damit liegt womöglich in absehbarer Zeit mehr zusätzliches Geld auf der hohen Kante als die Summe aller Konjunkturprogamme der US-Regierung und der Fed. Dies könnte der Treibsatz für ein Wiederanspringen der Wirtschaft nach überwundener Krise sein. Auch in Europa ist ein deutliches - wenngleich längst nicht so starkes - Ansteigen der Casheinlagen zu beobachten.  

Zudem erreicht Gold - in Euro berechnet - ein neues Allzeithoch. Dazu passt keinesfalls ein S&P 500, der über ein Jahr mit 2% im Plus rangiert. Vergleicht man die aktuellen und die erwarteten Entwicklungen mit denen vor einem Jahr, so gibt es ein paar nicht unwesentliche Unterschiede. Abgestürzte Konjunktur-Indikatoren, explodierende Arbeitslosigkeit, steigende Insolvenzzahlen, hohe Volatilität, dramatische Beschleunigung der Staatsverschuldungen und Ausweitung der Zentralbankbilanzen - der Krisen-Cocktail wird mit den üblichen Zutaten gemischt, schmeckt aber überhaupt nicht nach Krise. Warten wir mal auf den Nachgeschmack. 

Wir halten unsere Absicherung aufrecht und verdienen im Gegenzug prächtig an den Fonds mit nennenswertem Gold-Exposure (Performance seit dem Tiefststand im März):

-> FvS Multiple Opportunities II - plus 12,09%
-> Dynamischer Mischfonds 3 - plus 17,83% (davon 15,43% seit Kauf am 20. März)
-> Pensionskassen-Mischfonds 1 - plus 19,76%
-> Dynamischer Edelmetall-Mischfonds 1 - plus 77,05% (davon 16,66% seit Kauf am 16. April)

Aktuelle Meldung zum Gold-Exposure: Flossbach von Storch hat den Goldanteil im "Multiple Opportunities" inzwischen auf rund 20% ausgebaut (ca. 14% Gold-ETF´s und 6% Goldminenaktien).

Freitag, 22.05.2020

Natürlich ist die Lufthansa für unsere Verkehrs-Infrastruktur von beträchtlicher Bedeutung und natürlich wollen wir nicht, dass sie von ausländischen Investoren übernommen wird. Aber es ist schon bemerkenswert, dass der Staat mit 9 Milliarden Euro einspringt, um ein Unternehmen zu retten, welches an der Börse aktuell gerade mal 3,8 Milliarden Euro wert ist. Immerhin hatte sich der Aktienkurs bereits innerhalb der letzten beiden Jahre vor dem Corona-Crash halbiert. Nun muss damit gerechnet werden, dass die Lufthansa bald wieder fliegt ... allerdings diesmal aus dem DAX. Das wird weiteren Druck auf den Aktienkurs geben, da alle DAX-ETF´s dann von einem Tag auf den anderen die Lufthansa-Aktie verkaufen müssen. Bis es soweit ist, bleiben die DAX-ETF-Anleger natürlich auch in Lufthansa investiert. 

Mittwoch, 27.05.2020

Die guten Nachrichten häufen sich (Vorsicht Sarkasmus!). So heißt es im Handelsblatt heute "Corona-Krise hilft bei der Nato-Quote". Tolle Sache: Man muss die Verteidigungsausgaben gar nicht steigern, sondern einfach nur das BIP runterfahren. Schon kommt man dem Ziel von 2% deutlich schneller näher.

Eine ähnliche Logik hält auch die Märkte in Schwung und der schon zitierte Grundsatz "Never fight the Fed" war wohl niemals so zutreffend wie aktuell. Zu den vielen Billionen, die Regierungen und Notenbanken bereits in die Wagschale geworfen haben, gesellt sich nun noch ein 750-Milliarden-Paket der EZB, die selbst bekanntlich über keine Steuereinnahmen verfügt. Immerhin soll ein Drittel nur als Kredit gewährt werden. Die Rückzahlung soll allerdings bis 2058 gestreckt werden. Ursula von der Leyen wäre dann 99 Jahre alt.

All dieses Geld soll die Nachfrage bald wiedererstarken lassen und die Lieferketten zügig reaktivieren. Die Lockerungen der Shutdowns und die Hoffnung auf einen Impfstoff halten die Party in Schwung. Aber wir wissen, dass nach länger andauernden Partys der Kater umso größer wird. Die Illusion, dass die Märkte schon zur Normalität zurückgefunden haben, ist trotz aller Stimulierungsmaßnahmen wohl nicht dauerhaft aufrecht zu halten. Es wäre nicht die erste Hausse, die in eine Baisse eingebettet ist.   

Donnerstag, 28.05.2020

Ich wiederhole mich, finde es aber wichtig, zu begreifen, wie gefährlich insbesondere kurzfristige Vergleiche einer Depotwertentwicklung mit einem Index sein können.

Gestern legte der DAX um 1,33% zu. Das obere Drittel der im DAX gelisteten 30 Aktien legte dabei eine Wertentwicklung zwischen 2,70% (Wirecard) und 8,84% (Daimler) vor. Über eine Woche liegen acht dieser zehn Aktien mit ihrem Plus zwischen 7,74% (Allianz) und 17,04% (Lufthansa) ebenfalls im oberen Drittel der Top-Performer.

Schaut man jedoch über 12 Monate zurück, so sind neun der zehn gestrigen Tagesgewinner unter den 10 schlechtesten Werten zu finden, die über ein Jahr zwischen 14,69% (BMW) und 46,93% (Lufthansa) im Minus liegen. Einzige Ausnahme ist die Deutsche Bank, deren Aktie über ein Jahr mit 20,78% im Plus liegt. Sie war allerdings von Mitte Februar bis Mitte März um 52,77% gefallen. Ihr Jahres-Plus geht auf das Konto der Entwicklungen letzten acht Handelstage, in denen die Deutsche Bank-Aktie mit 33,39% im Plus lag. 

Fondsmanager sind keine Daytrader (und auch die sind langfristig nicht immer auf der Gewinnerseite). Sie müssen sich ganz gewiss nicht schämen, weil sie gerade nicht im Automobil-, Bau- oder Transportsektor oder eben in Deutsche Bank-Aktien investiert sind. Anleger sollten deshalb begreifen, dass es vielleicht sogar eher ein Qualitätsmerkmal ist, wenn Fondsmanager in der Rallye der letzten Tage underperformt haben.

Freitag, 29.05.2020

Kräftige Bestätigung für unsere Allokation von Fonds mit Gold- bzw. Goldminenaktien-Exposure gibt es aktuell mit dem alljährlich von Incrementum publizierten "In Gold We Trust"-Report. Inflationäres Geldmengenwachstum und die Erkenntnis, dass mit Staatsanleihen nichts mehr zu verdienen ist, könnten dafür sorgen, dass zunehmend Gold an die Stelle von Staatsanleihen treten könnte. Im gegenwärtigen Umfeld sei damit zu rechnen, dass der aktuelle Bullenmarkt erst noch richtig Fahrt aufnehmen wird (siehe auch Grafik vom 12.05.2020). Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte der Goldpreis bis auf 4.800 US-Dollar steigen - so die Studienautoren in ihrem 300-seitigen "Gold-Standards aller Goldstudien".  

 
Wir lassen das gerne auf uns zukommen.

Bleiben wir noch beim "Bestätigen": Gerade wurde mal wieder eine der vielen Hitlisten veröffentlicht. Diesmal ging es um die Mischfonds, die in der Krise am wenigsten verloren haben. Ausgewiesen wurde der Maximum Drawdown der vergangenen drei Jahre sowie die kumulierte Performance über die letzten drei Jahre: 


Bester Fonds nach dieser Lesart war für den Redakteur der "BL Global 75". Hätte man aus den beiden Tabellenwerten die Calmar Ratio ermittelt, wäre man zu dem Schluss gekommen, dass der "FvS Multiple Opportunities" (für den MBUI aufgrund seines AIF-Status nicht investierbar) genauso gut abgeschnitten hat. Beide Fonds kommen nämlich bei dieser Momentaufnahme auf eine Calmar Ratio von 0,27.

Hätte man jedoch überprüft, ob es Fonds gibt, die einer falschen Peergroup zugeordnet sind, hätte man den im MBUI allokierten "Globalen Aktienstrategiefonds 1" entdecken können, der mit seinem Aktienexposure um die 70% in die Vergleichsgruppe der aktienlastigen Mischfonds gehören würde. Er ist aber - was völlig falsch ist - in der Vergleichsgruppe "Aktienfonds Small & Mid Cap Welt" (FWW) bzw. in der Vergleichsgruppe "Mischfonds EUR ausgewogen" (Morningstar - ebenso falsch) einsortiert und taucht deshalb in obiger Aufstellung nicht auf.

Er hat bei einem Drawdown von 19,6% eine Drei-Jahres-Performance von 26,91% vorzuweisen, was einer Calmar Ratio in Höhe von 0,42 entspricht. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied, der übrigens bei der von uns vorgenommenen Betrachtung der rollierenden Calmar Ratio nicht geschmälert wird. 


Wir halten unsere Absicherungen (Fonds mit Gold-Exposure und Double-Short-DAX-ETF) aufrecht, auch wenn dies die Investments sind, die derzeit wenig Freude bereiten. Im Gegenzug haben wir eine Reihe starker Fonds im Portfolio. Fünf von ihnen haben den Corona-Crash innerhalb von maximal 90 Kalendertagen wieder ausgebügelt und befinden sich somit durchgängig im Mehrwert-Modus. Zehn der 23 Zielfonds liegen seit Jahresbeginn im Plus. Der MBUI beendet den Monat mit einem Plus von 0,38% - bei Verzicht auf Absicherung wäre fast doppelt so viel möglich gewesen. Sinkt der DAX jedoch nur wieder auf das Niveau von Ende April zurück, so bekommen wir genau das wieder zurück, worauf wir in diesem Monat verzichtet haben. Wir bekommen es aber in einem Zeitraum wieder, in dem andere, die mit ungesicherter Vollgas-Investition dann viel deutlicher nach unten rauschen. Die Frage ist, ob wir ausschließen können, dass der DAX zu gegebener Zeit (und das kann schon nächste Woche oder nächsten Monat sein) weiter korrigiert und vielleicht auch die Marke von 10.000 noch mal unterschreitet.     



In diesem Sinne bis zum nächsten Mal
Ihr/Euer Jürgen Dumschat
 

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