Das MBplus-Fondsmanager-Tagebuch für August 2025 ... alles eitel Sonnenschein?
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,
es gibt Quellen im Internet, die durchaus als vertrauenswürdig eingestuft werden können. Der Verdacht, hier könnte es sich um Fake-News handeln, wäre absurd. Eine solche Quelle ist die Einlagensicherung in den USA (Federal Deposit Insurance Corporation). Hier fanden wir einen Bericht über das amerikanische Bankensystem, der uns schaudern ließ. Informationen wie diese (siehe Tagebucheintrag vom 05. August) sind in den Mainstream-Medien nicht zu finden und - dies ist gewiss - erst deshalb kann es zu solchen Auswüchsen kommen. Ein weiterer Grund für erhöhte Wachsamkeit!
Künftig finden Sie - quartalsweise aktualisiert - einen Two-Pager auf unserer Website im Bereich "Für Berater institutionelle Invstoren". Hier der direkte Link.
Nun aber der Reihe nach ...
(Alle Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs für die jeweils letzten 12 Monate finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - im Bereich für Investment-Professionals auf der MBplus-Website.)
Dienstag, 05.08.2025
Die Banken-Stresstests der Fed im vergangenen Jahr signalisierten Entwarnung. Die Börsen reagierten - verständlicherweise - positiv auf diese Nachricht. Doch tatsächlich steht das amerikanische Bankensystem vor fundamentalen Problemen, die durch geschönte Bilanzen und regulatorische Tricks verschleiert werden. Eine tiefgreifende Analyse von Fundamental Finance deckt alarmierende Schwachstellen auf, die das gesamte Finanzsystem bedrohen könnten.
Banken haben immense unrealisierte Verluste in ihren Büchern, die bei Marktbewertung bei vielen Banken schon 2022 zur Insolvenz geführt hätten. Einige Institute hatte es ja bekanntlich erwischt. Das Ausmaß zeigt die folgende Grafik, in der die jährlichen Gewinne und Verluste 10-jähriger US-Staatsanleihen abgetragen sind. Die Treasury-Verluste von 2022 waren mit minus 17% die schlimmsten seit 1788 (!).
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Zinssenkungen, die Donald Trump vehement fordert, würden vordergründig Entspannung bringen, mittel- und langfristig jedoch eher die Zinsmarge beeinträchtigen.
Mittwoch, 06.08.2025
Dass das Statistische Bundesamt erst jetzt das endgültige Bruttoinlandsprodukt (BIP) - und damit das BIP-Wachstum - für die Jahre 2023 und 2024 veröffentlicht, ist schon bemerkenswert. Der Rückgang des BIP in 2023 betrug demnach 0,9% - dreimal so viel wie der bislang publizierte Wert von 0,3%. Auch für 2024 gab es einen deutlich höheren Rückgang (0,5%) als bislang angenommen (0,2%). In der Tagesschau oder dem Heute Journal wurde kein Wort darüber verloren. Die Börse interessiert das offensichtlich auch nicht (um 10:00 Uhr heute Morgen lag der DAX 0,6% im Plus). Dabei kann man an den Fingern einer Hand ablesen, dass die bisher für 2025 geschätzten 0,1% auch ins Minus rutschen werden. Es wäre dann das dritte Rezessionsjahr. Das hat es in den letzten 80 Jahren nicht gegeben.
Dazu kommt die Nachricht, dass Trump davon ausgeht, dass das ermäßigte Zollniveau von 15% mit den 600 Milliarden US-Dollar "erkauft" wurde. Außerdem seien verschiedene Produkte - vor allem Pharmaka - von den ermäßgten Zöllen ausgenommen. Für Pharmaprodukte würden die Zölle auf 150% und vielleicht sogar auf 250% ansteigen. Das "America First" auf Trumps Baseball-Cap sollte er vielleicht durch "Isolate America" ersetzen.
Freitag, 08.08.2025
Ein Zeitungsbericht über künftige US-Zölle auf Goldimporte trieb den Preis des Edelmetalls in die Höhe. Laut Financial Times sollten Goldbarren mit einem Gewicht von 100 Gramm sowie einem Kilo mit Zöllen belegt werden. Wir können uns das nicht vorstellen, denn was würde passieren, wenn aus anderen Ländern eingeführte Goldbarren aufgrund von Zöllen für US-Käufer teurer würden? US-Anleger würden nur noch "einheimisches" Gold kaufen und damit aufgrund der zu erwartenden Verknappung den Preis in die Höhe treiben. Für die Goldminenbetreiber würden sich die ohnehin schon stark gewachsenen Gewinnmargen weiter erhöhen.
Wir haben übrigens am 16.04.2020 erstmals in den "Dynamischen Edelmetall-Mischfonds 1" investiert. Seitdem hat der Anteilspreis des Fonds um 182% (!) zugelegt. Wir würden uns freuen, wenn die US-Zollpolitik weiteres Wachstum unterstützt, können es uns aber kaum vorstellen (auch wenn sich die Financial Times sich auf einen ihr vorliegenden Ruling Letter der US-Zollbehörde CBS (Customs Border Protection Agency) bezieht.
Montag, 11.08.2025
Das ging schneller als erwartet: Auf seiner Plattform Truth Social verkündete Donald Trump: "Gold wird nicht mit Zöllen belegt".
Dienstag, 12.08.2025
Vielbeachtete Pressenotiz - wir zitieren auszugsweise: "Die Junior Miners sind die Hidden Champions des Rohstoffbooms: kleine, dynamische Minengesellschaften, oft noch in der Explorationsphase, mit Potenzial für Kursgewinne im Multiplikator."
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Und weiter: "Der VanEck Junior Gold Miners ETF bündelt die spannendsten Small Caps aus dem Gold- und Silberbergbau weltweit – von Kanada über Australien bis Mexiko. Ergebnis: +70 Prozent in US-Dollar Performance über ein Jahr. Wer Mut mitbringt und auf Gold setzen will, findet hier vielleicht den heißesten Rohstoff-Highflyer." |
Unsere Einschätzung: Wer auf gut selektierte und aktiv gemanagte Goldminen-Fonds setzt, findet Fonds, die auch kleine und dynamsich wachsende Minengesellschaften berücksichtigen. Aktives Management lohnt, was die stetige Outperformance unserer beiden Zielfonds aus dem Gold-Segment bestätigt. Über die letzten fünf Jahre hat der VanEck-ETF (kumuliert) um 30,89% zugelegt, während bei den beiden aktiv gemanagten MBplus-Zielfonds 55,50% bzw. 75,72% Wertzuwachs verbucht werden konnten. Auf dem Weg nach unten wurde das Minus besser begrenzt und nach oben wurde outperformt. Noch Fragen?
Mittwoch, 13.08.2025
91% der Fondsmanager halten US-Aktien nach der Kursrallye seit April für überbewertet. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung durch die Bank of America im Jahr 2001. Die Bargeldquote in den Portfolios lag mit 3,9% auf einem Niveau, das traditionell als Verkaufssignal gilt. Um bei guten Nachrichten (bspw. einer Zinssenkung oder einem Ende der Kriege in der Ukraine und/oder dem Nahen Osten) investieren zu können, steht den Fondsmanagern damit kaum noch Geld zur Verfügung, zumal der Anteil kreditfinanzierter Aktienkäufe so hoch wie nie zuvor ist.
Dienstag, 26.08.2025
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Ist der Aufwärtstrend zu Ende? Der Bitcoin-Kurs ist in den letzten eineinhalb Wochen "aus heiterem Himmel" empfindlich eingebrochen. Seit seinem Allzeithoch (123.594 USD am 14.08.2025) ging es 11,26% nach unten. Ein Ende der Talfahrt ist bislang nicht abzusehen. In Euro ist die Entwicklung in etwa die gleiche. |
Inzwischen wurde bekannt, dass ein "Bitcoin Whale" (so nennt man die Bitcoin-Großinvestoren) 24.000 Bitcoins im Gegenwert von rund 2,7 Miliarden US-Dollar verkauft hat. Innerhalb kürzester Zeit gab es weitere Verkäufe und bis gestern fiel der Kurs zeitweise unter die Marke von 110.000 US-Dollar.
| Unsere Entscheidung, nicht mittelbar in Bitcoin zu investieren, sondern den "Blockchain-Technologiefonds 1" zu allokieren, zahlte sich nun aus. Der Performance-Vorsprung des Bitcoin seit erneuter Investition (Januar 2025) in den Blockchain-Fonds ist nun dahinge-schmolzen. Der von uns gewählte Fonds hat nun die bessere Performance bei deutlich reduzierter Schwankung (natürlich ist dies nur eine Momentaufnahme über rund 7 Monate). |
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Die Grafik des Fonds geht über den gleichen Zeitraum wie die Grafik der Bitcoin-Entwicklung.
Samstag, 30.08.2025
Wieder haben wir einen Monat hinter unsgebracht, in dem das Stimmungsbild zweigeteilt war. Die allgemein eher schlechte Stimmung übertrug sich nicht aufs Börsengeschehen. Alles, was an Argumenten gegen einen Einbruch der Kurse zur Verfügung stand, wurde genutzt, um die Kurse nicht einbrechen zu lassen. Doch die Dynamik lässt spürbar nach. Der S&P 500 konnte in US-Dollar um 1,9% steigen. Der Dollarkurs gab allerdings gegen den Euro um 2,4% nach und erzielte damit für den Euro-Anleger nahezu das gleiche Ergebnis wie der DAX, der im Monatsverlauf um 0,7% nachgab. Die Musik spielte auch nicht bei der Nasdaq. Der Nasdaq 100 legte zwar in US-Dollar um 0,9% zu, verlor damit aber in Euro sogar mehr als der S&P 500.
In diesem Umfeld konnte der MBplus um 1,67% zulegen. Dabei konnte er zur Monatsmitte auch sein Allzeithoch vom Februar des Jahres toppen und in der Folge sechs weitere Allzeithochs markieren.
Aber Vorsicht: Euphorie scheint nicht angebracht. Fast täglich haben wir diskutiert, ob wir das MBplus-Portfolio nicht langsam defensiver ausrichten sollten. Tag für Tag einigten wir uns, dass wir erst auf deutlichere Anzeichen für ein Einknicken des Börsensentiments warten, zumal das Momentum der von uns überwachten Fonds (neben den allokierten Zielfonds screenen wir auch täglich die Fonds auf der Watchlist) zum deutlich größeren Teil nach wie vor im grünen Bereich liegt.
Freuen wir uns also über ein Year-to-Date-Plus von nunmehr 4,49% (was annualisiert immerhin 6,81% Wertzuwachs entspricht). Angesichts des zwischenzeitlichen Drawdowns von 10,52%, der ja erst wieder aufgeholt werden musste, sind wir damit sehr zufrieden. Die Entscheidung, aufgrund des Mini-Crashs infolge des "Liberation Days" nicht auf defensiv umzuschalten, war genau richtig. Doch vielleicht schon bald muss diese Entscheidung getroffen werden.
Mehr natürlich auch in dem in Kürze erscheinenden MBplus-Monatsbericht. Bis zum nächsten Mal ...
Ihr/euer Jürgen Dumschat |