Das MBplus-Fondsmanager-Tagebuch für September 2025 ... Allzeithochs am laufenden Band
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,
die Wette, dass wenigstens der September seinem saisonalen Image gerecht werden könnte, hätten wir mit Pauken und Trompeten verloren. Aber wer hätte geglaubt, dass der MBplus an 16 der 22 Handelstage im September jeweils ein neues Allzeithoch markieren könnte. Mit einem Plus von 4,76% erzielte der MBplus das mit Abstand beste Monatsergebnis seit seiner Auflegung.
Den per Ende des dritten Quartals aktualisierten Two-Pager finden Sie auf unserer Website im Bereich "Für Berater & institutionelle Invstoren". Hier der direkte Link.
Alle Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs für die jeweils letzten 12 Monate finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - im Bereich für Investment-Professionals auf der MBplus-Website.
Nun aber der Reihe nach ...
Dienstag, 02.09.2025
Die Aktienmärkte haben sich nach dem kleinen Einbruch zum Beginn des letzten Monats bis zum Monatsende wieder erholt. S&P 500, Nasdaq 100 und EuroSTOXX 50 beendeten den August mit einem Plus, der DAX lag nach der kurzen Korrektur von 2,7% am Monatsende noch 0,7% im Minus. Alles im grünen Bereich.
Natürlich weiß niemand, ob der gerade begonnene Monat nicht doch noch eine saisonal bedingte Korrektur parat hält oder ob es aus sonstigen Gründen zu einem Absturz der Märkte kommt. Wir beschließen, die Netto-Aktienquote zu reduzieren. Dazu verkaufen wir den "Smart Energy-Aktienfonds 1" und stutzen den "Dynamischen Edelmetall-Mischfonds 1" einmal mehr auf 8% des Fondsvermögens zurück. Unter Beibehaltung der Cashquote von gut 4% bauen wir jeweils eine Double Short-Position in Höhe von 1% für den S&P 500 sowie für den EuroSTOXX 50 auf. Insgesamt verringern wir damit das Netto-Aktienexposure um 6%, wobei rund ein Viertel davon auf den Gold-Fonds entfällt. Mit einer Netto-Aktienquote von rund 43% starten wir in den September.
Donnerstag, 11.09.2025
Die Zolleffekte entfalten langsam ihre Wirkung. Die US-Verbraucherpreise stiegen im August im Vergleich zum Vorjahr um 2,9%. Bekanntlich waren sie in der ersten Jahreshälfte auf einen Tiefststand von 2,3% gesunken. Die Kerninflation lag im August bei 3,1%, Lebensmittel verteuerten sich gar um 3,2%. Damit kommt die Fed in einen Zwiespalt: Soll sie die Zinsen senken, um die schwachen Arbeitsmarktdaten zu bekämpfen oder soll die wieder aufkeimende Inflation in Zaum gehalten werden? Die Balance wird schwerfallen, zumal Donald Trump weiter Druck macht, die Zinsen zu senken. Die EZB ließ die Zinsen unverändert.
Montag, 15.09.2025
Die Finanzmärkte halten eine geldpolitische Lockerung für immer wahrscheinlicher. Aktuell sind bis zum Jahresende bis zu drei weitere Zinsschritte à 0,25% eingepreist. Wir wären da vorsichtiger, wobei weitere Zinssenkungen angesichts der zunehmenden Angst vor dem horrenden Anstieg der US-Verschuldung nicht unbedingt für Entlastung des Zinsetats sorgen. Die langfristigen Zinsen werden nicht vorrangig durch die Fed-Entscheidungen bestimmt. Hier spielen eben auch andere Faktoren wie die Erwartungen der Marktteilnehmer an das langfristige Wirtschaftswachstum, die Inflationsentwicklung sowie die Nachhaltigkeit der Staatsverschuldung eine gewichtige Rolle. Trotz Leitzinssenkungen könnten die Renditen am langen Ende im gegenwärtigen Umfeld auch hoch bleiben oder gar steigen.
Dienstag, 16.09.2025
Für morgen wird nun definitiv mit einer Senkung der US-Leitzinsen gerechnet. Gestern erreichten der S&P 500 sowie der Nasdaq 100 jeweils ein neues Allzeithoch. Was muss eigentlich passieren, dass es mal eine dringend nötige Korrektur gibt, die länger als drei Tage anhält?
Mittwoch, 17.09.2025
Als wir im Frühjahr das MBplus-Portfolio sukzessive offensiver aufstellten, verkauften wir u.a. auch den "DJE Zins & Dividende", der seit Auflage der Anteilsklasse RA am 15.12.2020 allokiert war. Der Fonds bildete mit anderen das Fundament des Strategischen Basis-Portfolios: Mit seinem etwas geringeren Drawdown in der Verlustphase 2022/23 und einem schnelleren Aufstieg als der MBplus insgesamt war er im MBplus über viereinhalb Jahre eine feste Größe (siehe linke Grafik unten).
Nach dem Drawdown in Folge des "Liberation Days" registrierten wir jedoch ein nachlassendes Momentum in Relation zu anderen mehr oder weniger vergleichbaren Zielfonds. Erstaunlich: Nachdem der DJE-Fonds kontinuierlich zu den Outperformern im MBplus-Portfolio gehörte, konnte der MBplus nun in den knapp vier Monaten seit Verkauf des DJE-Fonds nahezu dreimal so gut performen wie der DJE-Fonds (rechte Grafik).
Es ist nicht auszuschließen, dass er in einer längeren Korrekturphase oder gar Baisse den Weg zurück ins MBplus-Portfolio findet.
Hier sehen wir übrigens eines der häufigen Beispiele für die Vorteilhaftigkeit der Dachfondskonstruktion. Im Rahmen eines normalen Anlegerportfolios oder einer Fondsvermögensverwaltung hätte man sich diesen Schritt sehr gut überlegen müssen. Vermutlich hätte man angesichts der aufgelaufenen Gewinne und der darauf entfallenden Abgeltungssteuer auf diesen - vielleicht nur temporären - Verkauf verzichtet, denn schließlich konnte man ja zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht sicher sein, dass die Rechnung aufgeht und der MBplus nun den DJE-Fonds dermaßen outperformt.
Im Rahmen eines Dachfonds fällt für diesen Vorgang erst mal keine Abgeltungssteuer an. Wie schön wäre es doch, wenn solche eindeutigen Vorteile bei der leidigen Kostendiskussion Berücksichtigung fänden.
Donnerstag, 18.09.2025
Frankreich hat nominal den höchsten Schuldenberg unter alle europäischen Mitgliedsstaaten aufgetürmt. Relativ - also gemessen an der Wirtschaftsleistung - wird die Schuldenquote von 114% nur noch von Griechenland und Italien übertroffen. Mitten in der aktuellen Haushaltskrise hat die Ratingagentur Fitch nun die Bonität der zweitgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone von AA- auf A+ gesenkt. Die Sorge, dass Frankreich die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung bremsen könnte, steigt.
Freitag, 19.09.2025
Die deutschen Erzeugerpreise sind im August so kräftig gefallen wie seit über einem Jahr nicht mehr. Für die Verbraucher eine gute Nachricht, die jedoch durch die Teuerungsrate für Lebensmittel (4,1%) konterkariert wird. Kaffee verteuerte sich um 33,1% und Rindfleisch sogar um 36,6%. Butter kostete 5,3% mehr, während sich Zucker um 36,8% verbilligte. Investitionsgüter verteuerten sich um 1,8%. Die EZB sollte den Moment genießen, denn der Abstand zum Inflationsziel von 2% dürfte bald wieder größer werden.
Dienstag, 23.09.2025
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Unglaublich: Der Anteilspreis des "Goldsektor-Aktienfonds 1" hat sich seit Jahresbeginn glatt verdoppelt. Für den "Dynamischen Edelmetall-Mischfonds 1" dürfte es nur noch eine Frage von Tagen oder gar Stunden sein, ehe auch er von Verdoppelung - wohlgemerkt in Euro - sprechen kann. Der Goldpreis verteuerte sich seit Jahresbeginn um 44,4%. Hiervon ist für Euro-Anleger der Dollarverlust von 11,8% abzuziehen. |
Damit haben sich die beiden MBplus-Zielfonds sage und schreibe dreimal so gut entwickelt wie der Goldpreis. Wer in unseren älteren Tagebuchaufzeichnungen nachliest, wird feststellen, dass wir genau auf diese Outperformance der unterbewerteten Goldminenaktien gesetzt haben.
Wer übrigens meint, dass Gold nun inzwischen zu teuer ist, um zu investieren oder investiert zu bleiben, der sollte die Preisentwicklung auch mal in Relation zur Aktienmarktkapitalisierung betrachten. Ende der 40er- und auch der 70er-Jahre belief sich die Goldmarktkapitalisierung in Relation zum Gesamtwert des US-Aktienmarktes auf 160% bzw. 164%. Aktuell liegt diese Quote nur bei 38%.
Mehrfach konnte man übrigens in jüngster Zeit lesen, dass der "iShares Gold Producers UCITS ETF" (WKN A1JKQJ) das Non Plus Ultra unter den Goldminenaktienfonds sei. Da der Text dieser journalistischen Berichterstattung jeweils nahezu oder komplett identisch war, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Einer hat´s geschrieben und die anderen (oder die KI) haben abgeschrieben oder es handelte sich von Anfang an um eine Meldung des ETF-Anbieters. Egal, denn seit Auflage (Anfang Oktober 2022) hat der Fonds "nur" 167% zugelegt, während der "Dynamische Edelmetall-Mischfonds 1" im gleichen Zeitraum ein Plus von 203% verbuchen konnte.
Freitag, 26.09.2025
Trotz Verringerung der Netto-Aktienquote ein solches Ergebnis ... das macht uns selbst fassungslos. Wir werden noch mal ein bisschen mutig und verringern die Cashquote, indem wir rund 1,5% in den "Quantencomputer-Aktien-ETF 1" investieren. Eigentlich entspricht es nicht unserer Linie, dass wir in einen Fonds investieren, der vor noch nicht mal einem Monat aufgelegt wurde. Doch es gibt noch keine Handvoll entsprechender Fonds. Beim Vergleich der Vorgaben für den jeweils abgebildeten Index gefiel uns der von uns ausgewählte aus verschiedenen Gründen am besten. Aktuell liegt dieser (seit Auflage am 27.08.2025) mit einem Plus von 20,22% vor seinem stärksten Konkurrenten, der im gleichen Zeitraum jedoch nur 16,24% zulegte. Wir sind sicher, hier deutlich früher als der Mainstream eingestiegen zu sein. Auch wenn es natürlich auch mal einen - vielleicht sogar heftigeren - Rückschlag geben könnte, so sind wir zuversichtlich, dass mindestens auf Jahressicht eine hohe zweistellige Rendite möglich sein sollte. Einen Rückschlag würden wir deshalb eher zur Aufstockung der Position nutzen.
Dienstag, 30.09.2025
So beenden wir den Monat mit einem es muss noch mal gesagt werden - phänomenalen Ergebnis von 4,76% - erzielt mit einer Netto-Aktienquote von nur 43%, die zuletzt bis auf 46,5% anstieg. Einige der Mischfonds im MBplus-Portfolio haben ebenso wie die beiden Long/Short-Aktienfonds mit einem Long Bias ihr Aktienexposure erhöht. Die Wertentwicklung hat ein Übriges getan. Mit Spannung erwarten wir nun das letzte Quartal des Jahres, in das wir mit einem Neun-Monats-Wertzuwachs von 9,47% starten.
Mehr natürlich auch in dem in Kürze erscheinenden MBplus-Monatsbericht.
Bis zum nächsten Mal ...
Ihr/euer Jürgen Dumschat |