Das MBplus-Fondsmanager-Tagebuch für Oktober 2025 ... kein wirklich "Goldener Oktober"
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,
beim Wetter zeigte sich der Oktober zum Schluss doch noch mal von seiner goldenen Seite. An den Anlagemärkten war die Simmung verhaltener. Doch die Ergebnisse waren besser als die Stimmung So reichte es - in Europa oder den USA - für weitere Aufwärtsbewegungen, die wir allerdings mit einem Grummeln im Bauch zur Kenntnis nehmen. Lediglich in Japan war nach der Wahl von Sanae Takaichi zur neuen Ministerpräsidentin Aufbruchstimmung angesagt. Immerhin erreichten alle genannten Indices inkl. des Nasdaq 100 und sogar der des Russell 2000 neue Allzeithochs. Auch das Momentum, das wir uns bekanntlich anhand der Wertentwicklung der MBplus-Zielfonds (inkl. der Fonds auf der Watchlist) anschauen, ist nach wie vor in Ordnung. Allerdings ist das Sentiment angeschlagen. So beendete der Fear & Greed-Index den Monat mit 42 Punkten und damit unterm Strich im Angstbereich.
Den Two-Pager für den MBplus (quartalsweise aktualisiert) finden Sie auf unserer Website im Bereich "Für Berater institutionelle Invstoren". Hier der direkte Link.
Nun aber der Reihe nach ...
(Alle Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs für die jeweils letzten 12 Monate finden Sie - nach Bestätigung des Disclaimers - im Bereich für Investment-Professionals auf der MBplus-Website.)
Montag, 06.10.2025
Die Inflation zieht - nicht ganz unerwartet - wieder an. In der Eurozone ist sie im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 2,2% gestiegen. Begünstigt wurde die Euro-Inflation dabei durch sinkende Energiepreise. Die Kerninflation blieb stabil bei 2,3%. Dienstleistungen verteuerten sich um 3,2%. Die Teuerungsrate für Lebensmittel ging auf 3,0% zurück. Alles in allem kein Grund zum Jubeln.
Jubeln können wir allerdings, wenn wir die Entwicklung des OFP (Options-Fonds-Portfolio) sehen. Am 09. April markierte das Portfolio aufgrund der außerordentlichen Umstände (starker Anstieg des VIX, jedoch kaum eine Reaktion der VIX-Futures) seinen Maximum Drawdown in Höhe von 6,37% (wobei hier nur die vier Zielfonds, die seit 31.07.2024 ununterbrochen investiert waren, berücksichtigt sind). Heute, also ziemlich genau sechs Monate später, ist die Underwaterphase des OFP beendet. Die annualisierte Rendite seit dem 31.07.2024 lag nahezu durchgehend oberhalb der 4%-Marke. Interessant ist der Verlauf de Performancebeitrags der vier Zielfonds, der zeigt, wie gut diese vier Fonds aufeinander abgestimmt sind:
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Dienstag, 07.10.2025
Mitte März des Jahres überstieg der Goldpreis erstmals die Marke von 3.000 US-Dollar pro Feinunze ... und nun die 4.000 US-Dollar. Die Nachricht mobilisiert weitere Anleger. Sie möchten gerne auf den fahrenden Zug aufspringen. Dabei liegen die Bestände in den Gold-ETF´s immer noch unter dem Höchststand von 2020. Doch die versäumte Performance können sie nicht aufholen und ob und wie lange die Rallye weitergeht, weiß man nicht (auch wenn vieles dafür sprechen mag, dass ein Ende noch nicht in Sicht ist). Auf Jahressicht stieg der Goldpreis um 52%.
Bei der phänomenalen Performance vergisst man aber leicht, dass der US-Dollar deutlich an Wert verloren hat. Rechnet man den Preisanstieg in Euro um, so sind es nämlich nur 43%, was natürlich auch nicht schlecht ist.
Für den MBplus haben wir aber bekanntlich frühzeitig auf Goldminenaktien und zur Diversifikation auf einen Fonds, der in Unternehmen investiert, die ihre Tätigkeit auf die Exploration, Produktion, Weiterverarbeitung und den Handel von Gold und subsidiär auch anderen Edelmetallen ausrichten, gesetzt. Damit hat der MBplus auf Jahressicht 106% bzw. bzw. 115%, also mehr als das Doppelte, verdient.
Doch der Weg dahin war nicht gerade einfach. Am 16.04.2020 investierten wir erstmals in den "Dynamischen Edelmetall-Mischfonds 1" und in den Aufwärtstrend hinein gleich zwei weitere Male (schwarze Linien). Bis zum Erreichen des Höchststandes am 06.08.2020 war alles prima, doch dann ging es zunächst mal bergab. Im Laufe dieses Abwärtstrends stockten wir die Position antizyklisch drei weitere Mal auf. Erst am 15.10.2024 konnte der Höchststand vom April 2020 wieder erreicht werden. Viereinhalb Jahre lang nahmen wir eine Underwaterphase in Kauf, in der wir sogar noch nachinvestierten. Dazu gehörte viel Überzeugung, die sich nun letztendlich auszahlte. Seit der ersten Investition hat sich der Anteilspreis dieses Zielfonds mehr als verdreifacht. Inzwischen haben wir gut 5% (bezogen auf das MBplus-Fondsvolumen) wieder verkauft, um die Position nicht zu groß werden zu lassen. Inzwischen macht der Fonds schon wieder 9,3% des Fondsvolumens aus und wir werden wohl in den nächsten Tagen erneut Gewinne realisieren.
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Im Mai 2024 wurde dann erstmals und im August 2024 erneut in den "Goldsektor-Aktienfonds 1" investiert (blaue Linien), um auch im Edelmetallsektor diversifiziert zu sein. Seit Erst-Investition gab es - in nur 16,5 Monaten - einen Wertzuwachs in Höhe von 136%.
Donnerstag, 09.10.2025
Im Laufe des Tages markierte der DAX 40 TR mit 24.771 Punkten ein neues Intraday-Allzeithoch. Bis zum Börsenschluss fiel er dann wieder auf 24.611 Punkte zurück, was nach dem gestrigen Allzeithoch per Börsenschluss (24.597 Punkte) nun seit dem Allzeithoch vom 09.07.2025 der zweite Höchststand in Folge war. Nicht ganz ohne Stolz merken wir an, dass der MBplus bereits am 14.08.2025 ein neues Allzeithoch markierte. An den folgenden 39 Handelstagen hat der MBplus 29-mal (!) ein weiteres Allzeithoch erreicht.
Ist nun so langsam die Luft raus? Normalerweise würde man nun auf die Bremse treten, ehe die Märkte es tun. Dagegen spricht allerdings ein starkes Momentum der bewertungsrelevanten MBplus-Zielonds.
Zudem finden die Marktteilnehmer stets neue Argumente, um über die schlechten Nachrichten elegant hinwegzugehen. Die Hamas verkündete offiziell, dass der Krieg beendet ist und in Deutschland regt sich die Koalition, um den Herbst zumindest zu einem "Herbst der Reförmchen" werden zu lassen. Wir warten ab und sind uns darüber im Klaren, dass wir den perfekten "Umschaltmoment" ohnehin nicht treffen werden. Immerhin haben wir schon seit Anfang September eine erste Double Short-Absicherungsposition auf den EuroSTOXX 50 und den S&P 500 implementiert. Beide Positionen haben bislang nur Geld gekostet. Allerdings fielen sie an Tagen, an denen die Indices gestiegen sind, so dass es zumindest einen dämpfenden Einfluss auf die Volatilität gab.
By the way: Es zeigt sich gerade in den letzten Wochen und Monaten recht deutlich, dass die Volatilität als Risikokennzahl nicht die beste Wahl ist - wir bevorzugen bekanntlich die Drawdowns und insbesondere den Maximum Drawdown.
| In den letzten Wochen ist die Volatilität des MBplus auf Jahressicht zunehmend angestiegen. Laut FWW liegt sie nun über ein Jahr schon bei 7,78%, während sie über drei Jahre gerade erst jüngst über die 5%-Marke (auf aktuell 5,27%) gestiegen ist. Auslöser für diesen Anstieg der Volatilität war die Entwicklung der letzten Monate, die eigentlich überhaupt nicht volatil aussieht. Das wird nicht so weitergehen. |
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Wenn doch, so muss damit gerechnet werden, dass der MBplus - zumindest temporär - eine Risikoklasse nach oben (von SRI 3 auf SRI 4) gezogen wird. Verkehrte Welt: Schwankungsarme Performance wird zum vermeintlichen Risikofaktor.
Freitag, 10.10.2025
Nach dem gestrigen Rekordhoch des DAX sieht die Welt heute ganz anders aus. Trump kritisierte Chinas jüngste Ausweitung der Exportbeschränkungen bei seltenen Erden und drohte mal wieder mit einem "massiven Anstieg" von Zöllen auf chinesische Waren. Sein geplantes Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft in Südkorea stellte er infrage, denn es gäbe jetzt keinen Grund mehr für ein solches Treffen. Kann sein, dass nach dem Wochenende schon wieder alles ganz anders aussieht, kann aber auch sein, dass die Märkte am Montag mit einem Overnight-Gap eröffnen, gegen das man sich jetzt (18:30 Uhr MEZ) nicht mehr absichern kann.
Der VIX ist auf jeden Fall schon mal auf über 22 Punkte gestiegen. Der Fear & Greed-Index verabschiedete sich aus der neutralen Zone und fiel bis Tagesschluss auf 29, also gerade noch im Angstbereich (ab 25 Punkten spricht man von extremer Angst).
Montag, 13.10.2025
Insgesamt hat die EU 13 Standorte für "KI-Fabriken" ausgewählt. Nun kamen sechs weitere hinzu, allerdings keiner in Deutschland. Deutsche Telekom, Ionos oder die IT-Tochter der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland etc.) blieben unberücksichtigt. Von den 19 KI-Gigafactories ist nur ein einziges Projekt für Deutschland geplant. Es handelt sich um das Projekt "HammerHAI" von einem Konsortium um das Höchstleistungsrechenzentrum der Universität in Stuttgart.
Mittwoch, 15.10.2025
Am vergangenen Freitag gab es eine der größten Zwangsliquidationen in der Geschichte gehebelter Investments. Rund 19,5 Milliarden US-Dollar in Krypto-Futures wurden im Zuge der Ankündigungen für neue Zölle für China zwangsweise liquidiert. Ein so genannter "Crypto Whale" (so nennt man die größten der Großanleger in Kryptowährungen) stellte nach ersten Vorankündigungen seine Position glatt. Kurs darauf kündigte Donald Trump dann an, dass es ab 01. November zusätzliche Zölle von 100% für Einfuhren aus China geben sollte. Die Bitcoin-Futures reagierten empfindlich, während der Spotmarkt (inzwischen hatte das Wochenende begonnen) nur peripher tangiert wurde. 20 Minuten später soll der - namentlich noch unbekannte - Großanleger wieder investiert haben. Sein Gewinn in dieser kurzen Zeit soll angeblich bei knapp 200 Millionen US-Dollar gelegen haben.
| Unsere seinerzeitige Entscheidung für den "Blockchain-Technologiefonds 1" hat sich einmal mehr bewährt. Seit dem 21. Januar des Jahres liegt der Bitcoin-Kurs (in Euro) leicht im Minus. Der zu diesem Zeitpunkt (erneut) allokierte "Blockchain-Technologiefonds 1" konnte seit Investition ein Plus von 55% für den MBplus erwirtschaften. Die Position macht aktuell 4,13% des MBplus-Portfolios aus. |
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In der obigen Grafik ist die Entwicklung der letzten 30 Tage abgetragen. Dass der Bitcoin-Kurs bereits vor den neuerlichen Zoll-Ankündigungen spürbar gesunken ist, lässt vermuten, dass Anleger bereits am Spotmarkt verkauften (etwa weil sie wussten, was bevorstand?).
Freitag, 24.10.2025
Wegen des Shutdowns fehlen derzeit für den amerikanischen Markt alle möglichen Marktdaten, die normalerweise das Börsengeschehen beeinflussen. Nun reichte das Bureau of Statistics immerhin die zuletzt ausgefallene Inflationsschätzung für den September nach. Demnach betrug die Teuerungrate 3%. Damit wird die Entscheidung der Fed bezüglich weiterer Zinssenkungen nicht einfacher. Die Marktteilnehmer gehen allerdings mehrheitlich von einer weiteren Zinssenkung aus. Ein weiter schwacher Dollar sowie die Einfuhrzölle, die bei den anhaltend hohen Importen auch auf die Verbraucherpreise Einfluss nehmen, dürften die Inflationsrate weiterhin eher nach oben treiben.
Donnerstag, 30.10.2025
Bei der Abwägung der weiteren Zinsentwicklung muss die Fed die gestiegene Inflation gegen die Arbeitsmarktentwicklung und die aktuell gut laufende Konjunktur abwägen. Das klingt nach einem doppelten Spagat. Hinsichtlich der Inflation hatten Experten einen noch stärkeren Zuwachs erwartet - kann ja noch kommen, denn mit der Revision von Wirtschaftsadten gab es nur selten eine Korrektur zum Besseren. So haben die Sorgen um den Arbeitsmarkt die Fed wohl bewogen, die Zinsen - wie allgemein erwartet - um weitere 0,25% auf die Spanne von 3,75% bis 4,00% abzusenken. Nun liegen auch für den Oktober keine Makro-Daten vor. Vorbörslich reagierten die Aktienmärkte nicht, obwohl auch Trump's Gespräche mit Sanae Takaichi offensichtlich gut gelaufen sind. Ein Abkommen über strategisch wichtige Rohstoffe wurde ebenso wie gemeinsame Projekte in den Bereichen Energie, KI und kritische Technolgien verkündet. Gold und Bitcoin - zuletzt die Verlierer - legten wieder stärker zu.
Freitag, 31.10.2025
Ein bewegter Monat geht zu Ende. Trotz eines zwischenzeitlichen Drawdowns von 2,76% konnte der MBplus den Monat mit einem Plus von 1,48% beenden. Es war der sechste Monat in Folge mit einem positiven Ergebnis. In diesen sechs Monaten konnte der MBplus zeigen, dass er nicht nur "defensiv" kann, denn in diesen sechs Monaten erzielte er einen Wertzuwachs von sage und schreibe 15,06%. Schade für Alle, die nicht dabei waren.
Mehr natürlich auch in dem in Kürze erscheinenden MBplus-Monatsbericht.
Bis zum nächsten Mal ... Ihr/euer Jürgen Dumschat |