Das MBplus-Fondsmanager-Tagebuch für März 2026 ... ein Schwarzer Schwan, mit dem man rechnen musste
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,
wenn sich US-amerikanische Kriegsschiffe in Bewegung setzen, so hat das meistens seinen Grund. Es war klar, dass sich vor Irans Grenzen was zusammenbraute. Wir hatten bereits Ende Januar reagiert und rund 4% des Fondsvolumens in den "Globalen Energie-ETF 1" investiert. Eine Vorsichtsmaßnahme, die mitnichten die Ausmaße dessen kompensieren konnte, was wir am Wochenende des Monatswechsels und in den darauffolgenden Wochen erleben sollten.
Den Two-Pager für den MBplus (aktualisiert per Ende 2025) finden Sie in auf unserer Website im Bereich "Für Berater institutionelle Invstoren". Hier der direkte Link. Hier finden Sie auch alle Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs für die jeweils letzten 12 Monate.
Wie haben wir mit dem MBplus im März abgeschnitten? Dies und mehr erfahren Sie in unseren Tagebucheinträgen für den März:
Sonntag, 01.03.2026
Die USA und Israel griffen in einer konzertierten Aktion den Iran an. Gerüchten zufolge wurde Ali Chamenei, der geistige Führer des Iran gestern getötet. Es ist schon fast eine Gesetzmäßigkeit, dass solche einschneidenden Ereignisse am Wochenende passieren. Keine Chance, schnell zu reagieren. Wenn die Nachricht stimmt. werden die Börsen morgen mit einem Downside-Gap eröffnen. Zum Glück hatten wir die Absicherung auf den S&P 500 gegen den vermeintlichen Trend bereits Mitte letzten Monats auf rund 7% (bzw. netto 14%) aufgestockt.
Unklar sind die Ziele dieser Attacke. Offensichtlich sollen die Führung, die Urananreicherung und das Raketenprogramm des Iran vernichtet werden. Das soll ausschließlich durch Beschuss mit Drohnen und Raketen geschehen - oder haben wir da was falsch verstanden?
Montag, 02.03.2026
Der Tod von Ali Chamenei wird - später auch durch das iranische Fernsehen - bestätigt. Der Iran will Vergeltung üben und die amerikanischen Stützpunkte in der Region mit Drohnen und Raketen angreifen. Das kann sich zu einem Flächenbrand ausweiten. Schiffe können die Straße von Hormus nicht mehr passieren, ohne zu riskieren, dass sie beschossen werden.
Wir stocken die Double Short-ETF´s auf den S&P 500 und den DAX nochmal auf. Insgesamt ist damit das Netto-Aktienexposure um mehr als 20% reduziert. Zudem verkaufen wir den "Globalen Value-Aktien ETF 1" und den "Quantencomputer-Aktien-ETF 1". China und Indien sind von der faktischen Sperrung der Straße von Hormus am deutlichsten betroffen. 20% des weltweiten Ölbedarfs können b.a.W. nicht mehr durch diese Passage transportiert werden. Die größten Empfänger sind China und Indien, weshalb wir folgerichtig auch den "China-Technology-ETF 1" sowie den "Indien-Aktienfonds 1" verkaufen.
Dienstag, 03.03.2026
| Bis jetzt hält sich der MBplus wacker. Während der DAX seit Monatsbeginn - also in nur zwei Tagen - gut 6% verloren hat, ist der Anteilspreis des MBplus sogar um 0,71% gestiegen. Hilfreich sind die beiden Gold-Fonds sowie ein widerstandsfähiges Options-Fonds-Portfolio. Erstaunlich stabil hält sich aber auch der US-Markt. Glaubt man wirklich, dass der Spuk in ein paar Tagen vorbei ist? Wir sind skeptisch, können mit den ETF's aber jederzeit reagieren. |
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Die Iraner haben den Drohungen Taten folgen lassen. Die US-Stützpunkte in Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Iran und Oman und sogar eine Militärbasis auf Zypern wurden attakiert. Großer Schaden wurde bislang nicht angerichtet - die Familien der ersten getöteten US-Soldaten sowie der zivilen Opfer im Iran, in Israel und anderen Ländern werden das mit Sicherheit anders sehen.
Dienstag, 10.03.2026
Der Schlagabtausch hält an. Die Informationen, die meist nicht objektiv überprüft werden können, sind vielfach widersprüchlich. Laut Donald Trump sind die USA ihren Zielen weit voraus. Demnach könnte mit einem schnellen Ende gerechnet werden. Was aber, wenn nicht? Wir navigieren im Nebel. 3,06% liegt der MBplus jetzt unter seinem vor einer Woche markierten Allzeithoch. Wir beschließen - mit einem mulmigen Gefühl im Bauch - die Double Short-Absicherungen wieder auf den Stand von Ende letzten Monats zurückzufahren.
Donnerstag, 19.03.2026
Nach der Fed ließ auch die EZB erwartungsgemäß die Leitzinsen unverändert. EZB-Chefin Lagarde betont aber: "Unser Engagement, mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent zu erreichen, ist bedingungslos." und deutet damit an, dass die Zinsen schon bald wieder steigen können, weil die Inflation steigen wird. Allerdings wird die bevorstehende Inflation durch die Energiepreise und sonstige Folgekosten des Iran-Konflikts befeuert. Alle diese Ursachen kann man nicht mit höheren Zinsen bekämpfen. Die Verbraucher, die von den höheren Kosten - von Heizung über KFZ bis hin zu den Lebensmitteln - werden automatisch weniger konsumieren. Nun noch steigende Zinsen draufsatteln? Unserer Meinung nach kein gutes Rezept!
Freitag, 20.03.2026
Die Kriegshandlungen im Nahen Osten halten an. Trump, der verkündete, dass das Regime quasi besiegt sei, weil es keine Schiffe, keine Raketen und auch keine Führung mehr habe, wird durch die Realität dementiert. Die Märkte sind hin- und hergerissen. Immer mehr macht sich jedoch die Überzeugung breit, dass dieser Krieg mitnichten in wenigen Tagen oder Wochen erledigt sein wird. Zunehmend rechnet man mit eher steigender Inflation und steigenden Zinsen, während die bisherigen Prognosen für das Wirtschaftswachstum geschreddert werden. Für Deutschland könnte dies ein weiteres Jahr ohne Wachstum bedeuten, was die katastrophalen Meldungen aus der Wirtschaft und insbesondere der Automobilindustrie nur verstärkt.
Bauchgefühl sollte bei Investmententscheidungen keine Rolle spielen. In diesem Fall wäre es aber besser gewesen, wir hätten es beachtet (vgl. 10.03.2026). Zumindest die Position des "2 x Short-DAX-ETF" verdoppeln wir wieder.
Der Drawdown seit dem Höchststand vom 03.03.2026 beträgt nun 5,63%. Die Analyse der Verlustbringer ist recht einfach: Während das Options-Fonds-Portfolio (OFP) sich erstaunlich stabil zeigte (in diesem Monat liegt die Performance-Attribution bislang bei plus 0,05%), ist der größte Teil der Rückgangs auf die beiden Edelmetallfonds zurückzuführen. Der "Dynamische Edelmetall-Mischfonds 1" und der "Goldsektor-Aktienfonds 1" haben seit Monatsbeginn jeweils knapp 28% (!) verloren. Damit gehen knapp 78% des Rückgangs des MBplus-Anteilspreises in diesem Monat auf das Konto dieser beiden Fonds.
Damit stellt sich automatisch die Frage, warum wir die beiden Positionen nicht abgebaut haben, als sich dieses Desaster abzeichnete. Die Antwort ist recht einfach: Weil uns diese Rückgänge einfach absurd erscheinen. Goldminenaktien und andere Unternehmen des Edelmetallsektors sind trotz der rasanten Kurssteigerungen bewertungstechnisch immer billiger geworden. Dies liegt daran, dass der größte Teil des Preisanstiegs von Gold die Gewinnmargen erhöht. Diese wuchsen ständig schneller als die Kurse der Unternehmen. Nun sind die Bewertungen geradewegs in den Keller gerutscht.
Der Grund der Abverkäufe ist der Liquiditätsbedarf der Anleger. Wenn Aktien, Anleihen und Kreditmärkte gleichzeitig unter Druck stehen, werden liquide Positionen zuerst verkauft. Der Goldsektor war in der Nahostkrise bislang kein sicherer Hafen, sondern eine bevorzugte Liquiditätsquelle. Dies war natürlich auch durch den zuvor enormen Anstieg des Goldpreises und der Goldminenaktien plausibel, denn mit den Verkäufen machte man keine Verluste, sondern realisierte atemberaubende Gewinne. Zudem ist der Goldpreis (in US-Dollar) seit Monatsbeginn nur um knapp 9% gefallen. Das KGV und weitere Kennzahlen der Unternehmen haben sich also durch den Absturz noch mal massiv verbessert. So liegt bspw. das KGV von Newmont Mining inzwischen unter 10.
Nichts ist einfacher, als den Wiedereinstieg zu verpassen. Es hat sich stets bewährt, in Krisenzeiten an Positionen, von deren Stärke man überzeugt ist, festzuhalten, anstatt zu verkaufen, nachdem schon ein beachtlicher Verlust entstanden ist.
Montag, 20.03.2026
Der Fear & Greed-Index ist erneut untzer die Marke von 10 gerutscht. Am vergangenen Freitag zeigte das Barometer sieben Punkte an. Erneut ist also extreme Angst vorherrschend in den Märkten. Die Inflationsrate in Deutschland wird für März auf 2,8% (nach 2,0% im Februar) taxiert. Zinserhöhungen der EZB würden da nichts nutzen, denn sie können nicht die Ursachen bereinigen. Die Preise für Heizöl, Kraftstoff, Düngemittel und sonstige Produkte auf Basis von Rohöl können nicht durch höhere Zinsen gedämpft werden.
Freitag, 27.03.2026
Der Iran hat die Durchfahrt der Straße von Hormus offenbar in ein Mautsystem verwandelt. Einzelnen Berichten zufolge dürfen Schiffe, die einen Millionenbetrag (genannt werden 2 Millionen US-Dollar) zahlen, passieren. Versicherungen für die Hormus-Passage gibt es kaum noch. Die Versicherungsprämien für eine Woche sind auf das 40-fache der Prämien gestiegen, die noch vor einem Monat verlangt wurden. 18 Schiffe, die die Durchfahrt wagten, sind inzwischen angegriffen worden. Hinzu kommt, dass absichtlich Tanklager, Fabriken, Gasförderanlagen, Hafenterminals und Elektrizitätswerke angegriffen werden. Die dadurch entstandene Schrumpung der Produktionskapazitäten sorgt für Knappheit. Die Knappheit und die Verteuerung der Transportkosten dürften sich bald in den Preisen rund um den Globus bemerkbar machen. So hat die kernige Äußerung von Friedrich März ("Das ist nicht unser Krieg!") nur sehr begrenzte Gültigkeit.
Dienstag, 31.03.2026
Die Eskalation im Nahen Osten ging am späten Abend weiter. Die Revolutionsgarden kündigten an, ab morgen gezielt die Standorte US-amerikanischer Konzerne in der Region angreifen zu wollen. Konkret nannten sie Microsoft, Apple, Nvidia und 15 weitere Unternehmen. Nachdem Trump zuvor verkündet hatte, dass er den Konflikt schnell beendigen wolle, schoß der S&P 500 um mehr als 3% in die Höhe. Da die europäischen Börsen zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen waren, eröffnete bspw. der DAX um fast 3% höher. Bei einem solchen Overnight-Gap empfiehlt es sich nicht, zu reagieren, indem man auf dem gestiegenen Niveau die Absicherung verkauft. Der Overnight-Verlust der Double Short-ETF's kann würde damit realisiert werden und es besteht die Gefahr, dass die Kurse wieder fallen, während man dann nicht abgesichert ist.
So beenden wir den Monat zwar mit einem Minus von 4,95%. Im Gegensatz zu vielen großen und beliebten Mischfonds liegt der MBplus jedoch in diesem Jahr noch mit 0,85% im Plus. Er dürfte damit in den Anlegerdepots genau das leisten, was gewünscht ist, nämlich Stabilität.
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Das Argument, dass hier nur ein Quartalszeitraum gezeigt wird, der nur eine sehr geringe Aussagekraft hat, lässt sich leicht entkräften: Über fünf Jahre (31.03.2021 - 31.03.2026) hat der MBplus - bei geringeren Schwankungen und geringeren Drawdowns - besser performt als fünf der sechs in der Grafik verglichenen Fonds. Über drei Jahre hat er alle sechs verglichenen Fonds outperformt.
Mehr natürlich auch in dem in Kürze erscheinenden MBplus-Monatsbericht.
Bis zum nächsten Mal ... Ihr/euer Jürgen Dumschat
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