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Das MBplus-Fondsmanager-Tagebuch für April 2026

... Auszeit für fundamentale Orientierung 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Mehrwertphasen-Strategie,

es ist ein irritierendes Bild: Während im Nahen Osten und der Ukraine weiterhin Krieg herrscht und geopolitische Unsicherheit die Nachrichten dominiert, erreichen die US-Börsen neue Höchststände. Fundamental orientiertes Fondsmanagement hat schon länger eine Auszeit genommen, sieht man mal davon ab, dass die erwarteten Gewinne der US-Unternehmen weiterhin Stimulanz für Kursgewinne an den Börsen sind. Doch haben die Börsen eher ein paar Gänge runtergeschaltet. Der DAX lag seit Jahresbeginn per Ende April leicht im Minus. Der S&P 500 lag zwar knapp 5% im Plus. 80% dieses Zugewinns gingen jedoch auf das Konto der Chip-Industrie. 

In diesem Umfeld hat sich der MBplus hervorragend geschlagen. Mit einem Monatsergebnis von 1,36% und einer ytd-Performance von 2,22% kann der Fonds sich sehen lassen. Bei FWW reichte es für fünf Sterne unter den defensiven Mischfonds. Bei Scope und Morningstar, wo der MBplus als flexibler Mischfonds eingestuft ist, sind es in "B" (Scope) bzw. drei Sterne (Morningstar). Warum wir uns in beiden Vergleichsgruppen nicht richtig wohl fühlen, liegt auf der Hand. Mehr dazu am Ende dieses Tagebuchs. 

Den Two-Pager für den MBplus (aktualisiert per Ende März 2026) finden Sie in auf unserer Website im Bereich "Für Berater  institutionelle Invstoren". Hier der direkte Link. Hier finden Sie auch alle Ausgaben des MBUI-Fondsmanager-Tagebuchs für die jeweils letzten 12 Monate.


Wie haben wir mit dem MBplus im April abgeschnitten? Dies und mehr erfahren Sie in unseren Tagebucheinträgen für den April:

Freitag, 10.04.2026

Der "Contrarian-Value-Aktienfonds 1" ist eine der größten und stabilsten Positionen im MBplus-Portfolio. Der Fonds ist seit November 2022 im Hardclosing. Die Zahl der ausgegebenen Anteile kann nicht mehr erhöht werden. Value sucht das Fondsmanagement dort, wo andere verkaufen. Bricht ein Trend-Anlagethema, so wird auf breiter Front verkauft. Hier bieten sich gute Einstiegsmöglichkeiten, die das Fondsmanagement beherzt nutzt.



  Wie aktiv dabei Opportunitäten umgesetzt werden, zeigt die nebenstehende Grafik seit Auflage des Fonds. Entsprechend den Erfahrungen der Vergangenheit werden Rückschläge schneller aufgeholt als bei den meisten globalen Value-Aktienfonds, weshalb wir den Fonds als "Contrarian-Fonds" einstúfen. Seit Anfang 2022 ist er durchweg die größte Position im Strategischen Basis-Portfolio. 

Die blaue Linie in der oberen Grafik markiert eine Performanceentwicklung von jährlich 15%. Nach dem jüngsten Rücksetzer gehen wir davon aus, dass der Fonds bald wieder die Nähe zu dieser Linie suchen wird.  

Donnerstag, 16.04.2026

Nachdem wir vorgestern die Absicherung des S&P 500 vollständig aufgelöst haben, investierten wir einen Teil des Verkaufserlöses in den "5G-Aktienfonds 1", der inzwischen seine Investitionsziele auf alles, was mit Konnektivität zu tun hat, erweiterte. Einen kleineren Teil nutzten wir zur Aufstockung des "L/S-Aktienfonds Europa (Long Bias) 1", der sich in guten wie in schlechten Zeiten prächtig entwickelt.

Montag, 20.04.2026

Eine Verlängerung der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht nach der Kaperung eines iranischen Frachtschiffs durch US-Streitkräfte auf der Kippe. Die Regierung in Teheran kündigte am Montag Vergeltung an und lehnte eine Teilnahme an neuen Friedensgesprächen, die eigentlich für heute geplant waren, vorerst ab. Gerade mal drei Schiffe haben in den vergangenen zwölf Stunden die Passage von Hormus durchfahren.

Donald Trump hatte verkündet, ‌dass "jede Brücke und jedes Kraftwerk im Iran" zerstört werde, wenn der Iran seine ⁠Bedingungen ablehne. Der Iran entgegnete, im Falle eines Angriffs auf seine zivile Infrastruktur werde man Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen in den benachbarten arabischen Golfstaaten attackieren. 

Mittwoch, 22.04.2026

Nachdem die Fortführung der Friedensgespräche nicht zustande kam, hat Donald Trump die heute abgelaufene Waffenruhe auf unbestimmte Zeit verlängert. Er will die Sperrung der Passage von Hormus erst nach einem Abkommen beenden. Die Iraner wollen keine Gespräche führen, ehe die Sperrung durch die USA aufgehoben wird. Bis es zu einer Lösung kommt, wächst der Schaden für die Weltwirtschaft.

Montag, 27.04.2026

Das Verbraucherschutzforum in Berlin war uns bislang kein Begriff. Unsere KI-basierte Webüberwachung zu bestimmten Themen und Suchbegriffen förderte jedoch eine heute veröffentlichte Analyse unseres Jahresberichtes zutage. Natürlich waren die Kosten ein Thema, wobei der Eindruck erweckt wurde, dass die Zielfondskosten noch zu den laufenden Kosten des MBplus hinzugerechnet werden müssen, was natürlich falsch ist. 

Positiv überrascht hat uns, dass ein von uns geschriebener Kommentar veröffentlicht wurde. Wir hatten nicht damit gerechnet oder zumindest Kürzungen erwartet. Die komplette Analyse nebst veröffentlichtem Kommentar können Sie hier downloaden.

Nicht glücklich fanden wir die Anmerkungen zum Risiko des MBplus. Hier heißt es u.a.: "Risikoseitig bleibt der Fonds komplex. Er investiert ausschließlich in Zielfonds, wodurch Anleger indirekt Markt-, Währungs-, Zins-, Liquiditäts- und Ausfallrisiken tragen." Es wird der Eindruck erweckt, als sei das Investieren in sorgfältig ausgewählte Zielfonds risikoreicher als das Investment in einzelne Aktien und Anleihen. 

Eher zufällig stießen wir im gleichen Portal auf die Analyse des Jahresberichts für den "FvS Multiüle Opportunities". Hier lesen wir, dass der Fonds im Geschäftsjahr mit 77,8% in Aktien (davon 9,4% durch Futures abgesichert) investiert war. Der Gold-Anteil machte 11,3% aus, Anleihen waren nur zu 3,5% gewichtet und 7,4% lagen in der Kasse. Kommentar des Verbraucherschutzforums: "Das Management setzte klar auf Sachwerte (Aktien + Gold), reduzierte Duration (kaum Anleihen) und taktische Index-Absicherung. Das spricht für ein Risikomanagement mit Kapitalerhalt-Fokus, jedoch mit der Konsequenz, dass starke Marktphasen nur gedämpft mitgenommen werden." Okay, das machen wir auch, nur dass wir nicht in Einzeltitel investieren (was wir für risikoreicher halten) und dass wir dabei im Schnitt eine schätzungsweise um 40% geringere Netto-Aktienquote allokiert hatten. Diese Verbraucherschutzlogik können wir nicht nachvollziehen. 

Mittwoch, 29.04.2026

Sind die Gewerkschaftler schlauer als die Märkte, die eine Steigerung der Inflation auf 3% bis allenfalls 4% taxieren? Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi fordert für die 9.000 Beschäftigten der Postbank auf jeden Fall schon mal vorsorglich eine Gehaltserhöhung um 8%, mindestens aber 300 Euro pro Monat. Auszubildende sollen 200 Euro mehr bekommen. Zudem soll es eine Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Weiterbildung zum Beispiel bei KI geben. Derart hohe Forderungen im gegenwärtigen Umfeld kommen allenfalls bei den Verdi-Mitgliedern, die bei der Postbank arbeiten, gut an, sorgen aber sicher nicht für steigende Beliebtheit der Gewerkschaften in der Bevölkerung.

Donnerstag, 30.04.2026

Na endlich: Der MBplus hat bei FWW (fondsweb.de) endlich wieder 5 Sterne. Das freut uns sehr, denn FWW verteilt die Sterne nicht nach Rangfolge der Performance sondern nach der risikoadjustierten Rendite (RAP). Über ein Jahr liegt der MBplus unter allen defensiven Mischfonds auf Platz 4 der Performance-Rangliste.  

FWW berechnet die RAP auf Basis der Sharpe Ratio, also der Volatilität. Sie wissen, dass wir die Calmar Ratio, also die RAP auf Basis des Maximum Drawdowns, bevorzugen. Gemessen an der Calmar Ratio würde der MBplus unter allen defensiven Mischfonds über ein Jahr sogar den zweiten Platz belegen. 

Themenwechsel: Die Inflation steigt erwartungsgemäß und die Fed lässt die Zinsen unverändert. Fallende Zinsen würden nun auch wirklich nicht zu steigender Inflation passen. Der scheidende Fed-Chef Jerome Powell erklärte, dass er angesichts der Umstände sein Fed-Mandat planmäßig bis 2028 erfüllen würde. 

Die Inflation in Deutschland stieg im April voraussichtlich um 2,9%. Die deutschen Importpreise legten im März im Vergleich zum Vormonat um 3,6% zu, so dass wohl mit einer weiteren Erhöhung der Inflationsrate gerechnet werden muss. Die Energiepreise stiegen im Schnitt um 33,6%. Das war der stärkste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995.

Die Deutsche Bank gibt als Ziel für den Goldpreis die Marke von 8.000 US-Dollar an. Auch wenn der Rückgang des MBplus-Anteilspreises in den letzten Tagen wesentlich vom Goldpreisrückgang zu verantworten war, halten wir unbeirrt an den Positionen der beiden Gold-Fonds fest. Wo deren Kurs stehen könnte, wenn die Deutsche Bank Recht hat, wagen wir gar nicht, uns auszumalen.

Wir beenden den Monat mit dem guten Gefühl, mehr richtig als falsch gemacht zu haben. Insbesondere das Options-Fonds-Portfolio (OFP) hat maßgeblich zur guten April-Perfomance beigetragen. Zuverlässig haben die 12 miteinander kombinierten Zielfonds nach zwei Verlustmonaten (minus 0,68% im Februar und minus 2,44% im März) zur Aufholjagd angesetzt und - wie in der Regel zu erwarten - die Verluste kiurzerhand nicht nur kompensiert, sondern übertroffen. 5,95% Plus sorgten für eine ytd-Performance des OFP in Höhe von 3,21%. Mehr dazu in einem in Kürze erscheinenden Sonder-Newsletter.

Mehr natürlich auch in dem in Kürze erscheinenden MBplus-Monatsbericht.


Bis zum nächsten Mal ...
Ihr/euer Jürgen Dumschat

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